Spam Mails: Die Abfallflut aus dem Internet

Martin Maciej
Spam Mails: Die Abfallflut aus dem Internet

Spam Mails gehören in der heutigen Internetwelt zu den lästigsten Begleiterscheinungen. Kaum ein E-Mail-Postfach bleibt von unerwünschten E-Mails verschont. Spam Mails lassen sich vergleichen mit Werbung und Zeitschriften, die unverlangt in einen Postkasten eingeworfen werfen. Während die gedruckte Werbung jedoch im Regelfall lediglich Anzeigen und Prospekte von Kaufhäusern oder Restaurants in der unmittelbaren Umgebung beinhaltet und schnell im Papierkorb landet, können Spam Mails einerseits fragwürdige und anstößige Inhalte tragen und zudem Gefahren mit sich bringen.

Unter IT-Experten sind Spam-Mails auch als UBE (“Unsolicited Bulk E-Mail) für unerwünschte Werbemails und UCE (‚Unsolicited Commercial Electronic Mail“) für alle Arten unerwünschten E-Mails bekannt.Zu der weit verbreitetsten Art der Spam Mails gehören die kommerziellen E-Mails. Diese haben häufig bedenkliche Inhalte, z. B. die Werbung für Potenzmittel und vermeintliche Medikamente, Genitalvergrößerungen, gefälschte Markenprodukte oder Online-Casinos.

Welche Arten von Spam-Mails gibt es?

Auch Kettenbriefe und Hoaxes gehören in die Kategorie der Spam Mails. Diese Art von Nachrichten findet sich jedoch in der Vergangenheit seltener im E-Mail-Postfach, als auf sozialen Netzwerken oder in privaten Messengern wieder. Beispiele für Hoaxes sind etwa Whatsapp-Nachrichten, die dazu auffordern, eine Nachricht an alle Kontakte aus der eigenen Liste weiterzuleiten, um die Aktivität eines Whatsapp-Accounts zu bestätigen. Als Anreiz, solche Kettenmails weiterzuleiten, werden oft große Belohnungen ausgesprochen. Wird das Weitersenden hingegen unterlassen, drohen angeblich weitreichende Konsequenzen, z. B. die Sperrung des Whatsapp-Accounts. Diese Hoaxes können verschiedenen Zwecken dienen, z. B. dem Sammeln von E-Mail-Adressen, der Auslastung eines Mail-Dienstes oder Betrugsversuchen. Das Prinzip der Kettenmails fand sich in der Vergangenheit auch schon in gedruckter Form in Briefen wieder.

Einige Computerviren sind zudem in der Lage, den eigenen E-Mail-Account zu kapern, um somit in eurem Namen Spam-Mails an Freunde aus der Kontaktliste und Mitglieder aus dem Adressbuch zu versenden. Wird solch eine Mail geöffnet, wird auch der Empfänger von diesem Virus infiziert und die Spamwelle nimmt ihren Lauf. Auch E-Mails, in denen ein lange verschollener Cousin aus Nigeria sein Vermögen weitergeben möchte und lediglich eure Kontodaten dafür benötigt, gehören zu den schadhaften Spam-Mails.

Eine besonders gefährliche Form von Spam sind die sogenannten Phishing-Mails. Diese tragen häufig ein angesehenes Unternehmen als Absender und sind optisch von einer offiziellen Nachricht kaum zu unterscheiden. Das Unternehmen, z. B. der eigene Internetanbieter oder PayPal, wird jedoch von Cyber-Kriminellen missbraucht. Zweck der Spam Mails ist das Abgreifen persönlicher Daten, z. B. von Login-Informationen oder Bankdaten. Anhand verschiedener Merkmale lassen sich Phishing-Mails erkennen, so dass ein finanzieller oder privater Schaden verhindert werden kann.

Bilderstrecke starten
5 Bilder
Die 5 besten kostenlosen E-Mail-Programme.

Spam erkennen und vorbeugen

Damit man erst gar nicht in die Spamwelle gelangt, sollte man seine Haupt-E-Mail-Adresse nur bei vertrauenswürdigen Anbietern angeben. Meldet man sich in einem eher unbekannten Online-Shop oder einem Forum an, sollte eine Zweitadresse angelegt werden. Hacker sind durchaus in der Lage, mäßig gesicherte Server zu knacken, um somit an Datenbanken mit gespeicherten E-Mail-Adressen zu gelangen und können diese Spam-Versendern anbieten. Auch E-Mail-Adressen, die auf Webseiten gespeichert sind, z. B. in Foren oder im Impressum eines Webangebots, werden von den Spam-Verteilern mittels sogenannter „Harvester“ (engl. to harvest: ernten) gesammelt.

Tipps gegen Spam-Mails

  • E-Mail-Adressen nur bei vertrauenswürdigen Quellen angeben
  • Gewinnspiele und Umfragen nur bei seriösen Veranstaltern
  • Mehrere E-Mail-Adressen anlegen
  • Auf unverlangt erhaltene Mails (Werbung, Newsletter, etc. ) nicht antworten
  • Keine Links in Spam-Mails aufrufen
  • Keine Anweisungen aus Spam-Mails befolgen
  • Einrichten eines Spam-Filters im Mail-Account

Bei vielen E-Mail-Anbietern finden sich Spam-Filter wieder. Diese können unerwünschte E-Mails im Voraus herausfiltern und in einen dafür vorhergesehenen Ordner ablegen, bzw. sofort löschen. Somit lässt sich zwar das eigene virtuelle Postfach sauber halten, eine hundertprozentige Sicherheit, dass alle Spam-Mails herausgefiltert werden gibt es hier jedoch nicht. Zudem ist es durchaus möglich, dass E-Mails, die keinen Spam darstellen, als solcher klassifiziert werden. So kann die eine oder andere wichtige Nachricht unwissentlich untergehen. Ist eine E-Mail-Adresse bereits in die Fänge der Spam-Verteiler geraten, müsst ihr diese wohl oder übel abschreiben. Zwar lassen sich Spam-Mails z. B. bei der Internet-Beschwerdestelle melden, ist jedoch eine E-Mail-Adresse bereits in einen Spam-Verteiler geraten, haben auch andere virtuelle Müllproduzierer Zugriff auf die Adresse.

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • AHCI-Modus in Windows nachträglich aktivieren – So geht's!

    AHCI-Modus in Windows nachträglich aktivieren – So geht's!

    Ihr könnt für eure SSD in Windows den AHCI-Modus nachträglich aktivieren. Passt aber auf, ob es sich um Windows 10 oder eine ältere Version des Betriebssystems handelt. Einerseits muss der richtige Modus im BIOS gewählt werden. Andererseits ist in der Windows-Registry eine Änderung nötig!
    Marco Kratzenberg 5
  • 1&1

    1&1

    1&1, oder wie die Firma mit vollständigem Namen heißt, die „1&1 Internet SE“ ist ein Unternehmen, das sich über die Jahre zu einem der größten Anbieter für Webhosting, E-Mail-Dienste, Mobilfunk, Telefon- und Internetanschlüsse entwickelt hat. Mutterkonzern des Unternehmens ist die United Internet AG.
    Marco Kratzenberg
* gesponsorter Link