Verkaufe E-Mails: Neue Spam-Welle flutet die Postfächer - das steckt dahinter!

Kristina Kielblock

Eine nicht wirklich neue Spam-Attacke füllt wieder einmal die E-Mail-Postfächer. „Ich verkaufe E-Mails“ ist der Betreff einer Nachricht, die euch davon überzeugen möchte, E-Mail-Adressen gegen Bitcoins abzukaufen. Selbst wenn der Anbieter tatsächlich E-Mail-Datensätze zu verkaufen hätte, wäre das Angebot rechtswidrig. 

Verkaufe E-Mails: Neue Spam-Welle flutet die Postfächer - das steckt dahinter!

Die E-Mail kursierte nahezu in derselben Form bereits im Jahr 2014. Da aber neuerdings viele berichten, dass sie die entsprechende Mail in ihrem Postfach gefunden haben, lohnt es sich wohl schon, kurz darüber zu berichten. Auch die Website Mimikama hat bereits darüber informiert, aktuell und auch schon vor einem Jahr.

Ich verkaufe E-Mails - worum geht`s dabei?

Verkauft werden natürlich keine E-Mails, sondern E-Mail-Datensätze der großen Anbieter wie GMX, WEB.de, GMAIL, FREENET oder HOTMAIL. Solche Datensätze sollen Dienstleistern ermöglichen, flächendeckend Werbung zu verteilen. Die Neukundengewinnung durch Versenden von E-Mails unterliegt aber strengen Regelungen. Die Wichtigste davon ist, dass die erste Kontaktaufnahme per E-Mail verboten ist. Legale E-Mail-Werbung setzt das Einverständnis des Empfängers VOR dem Versand voraus. Das bedeutet auch, dass es auch nicht erlaubt ist, per E-Mail anzufragen, ob der betreffende Empfänger mit dem Erhalt von weiteren Werbe-E-Mails einverstanden ist.

Daher handelt es sich um gesetzeswidrigen Spam, selbst wenn der Verkäufer hinter der E-Mail tatsächlich Datensätze zu verkaufen hätte, was man allerdings stark bezweifeln muss. Ihr könntet diese E-Mail-Adressen nicht verwenden, ohne euch strafbar zu machen.

Vorschussbetrug

Der Verkäufer verlangt das Geld in Vorkasse und es ist stark davon auszugehen, dass es sich hierbei rechtlich um eine Unterart des Betrugs handelt (§ 263 Strafgesetz). Bei diesem Delikt wird der Empfänger unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu bewegt, in finanzielle Vorleistung zu treten. Eine Form des Betrugs, die sich häufig im Rahmen von Social-Engineering-Angeboten abspielt. In Erwartung eines hohen Gewinns wird dann an z.B. Schneeballsystemen teilgenommen, bei denen niemand verdient, außer die Person, die die Sache los getreten hat.

shutterstock_285413816

Den Spam Ordner finden und kontrollieren

Das ist die E-Mail, um die es geht: „Ich verkaufe E-Mails“

Betreff: Verkaufe Email Adressen
Hallo,
Ich verkaufe Emails!
gmx.de 8,2 Millionen emails
web.de 6,5 Millionen
gmail.com 12 Millionen
freenet.de 1,5 Millionen
hotmail 2,4 MillionenDie Emails sind zu 100% gültig (keine bounces) Stand 4 Oktober 2015
Preis $ 10 000 für alle.
Falls Sie Interesse haben kontaktieren Sie mich unter esopet@jabber.ua
Die Bazahlung ist nur mit Bitcoin möglich!
Gruss

Wer sich nun interessiert zeigt, bekommt eine Antwort mit weiteren Nachfragen: Welche E-Mails und wie viele man wünsche und welche Lieferadresse man für die Daten-CD angeben möchte.

Cyber Crime: Die Top Ten der Gefahren im Internet

Attack symbolische darstellung einer cyber attacke

Bilderstrecke starten
21 Bilder
Die 20 lustigsten Abwesenheitsnotizen in E-Mails.

Unerlaubter Spam: Keinesfalls antworten!

Was in dem Geschäft mit E-Mails erlaubt ist und was nicht, könnt ihr übersichtlich aufbereitet bei Reuters Spezial Adressen nachlesen. Bezüglich des Umgangs mit E-Mails dieser Art, hat die Verbraucherzentrale Sachsen eine klare Warnung ausgegeben.

  • Nicht antworten! Auch nicht, um euren Ärger loszuwerden. Denn die Antwort-Mail gibt dem kriminellen Versender die Information, dass hinter dieser Adresse ein echter Empfänger sitzt, was die Möglichkeit eröffnet, weiteren Missbrauch mit der Adresse zu treiben.
  • Es steht auch zu befürchten, dass es beim Versand dieser E-Mail auch darum gehen kann, weitere Daten zu sammeln oder schädliche Software auf eurem Rechner zu installieren.
  • Daher gilt dringend: Niemals enthaltene Links oder E-Mail-Anhänge öffnen!
  • Solltet ihr dies getan haben, empfiehlt sich Überprüfung eures PCs mit einer Virenschutzsoftware.

 Bildquellen: Business Man, Big Sale, Attack via Shutterstock.com

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung