Klage gegen Apple: Durch FaceTime abgelenkter Fahrer verursachte tödlichen Unfall

Florian Matthey 13

Stellt FaceTime ein Risiko im Straßenverkehr dar? Eine Familie, deren Tochter bei einem Unfall umkam, bei dem ein Fahrer FaceTime nutzte, hat jetzt Klage gegen Apple eingereicht. Das Unternehmen hätte mögliche Sicherheitsmaßnahmen nicht implementiert.

Unfall mit Todesfolge: Fahrer war durch FaceTime abgelenkt

Am 24. Dezember 2014 kam es zu einem Unfall zwischen dem Auto der Familie Modisette und einem anderen Fahrer im US-Bundesstaat Texas. Als James Modisette, der Fahrer des Familienwagens, wegen des Verkehrs auf der Straße verlangsamte, kollidierte der andere Fahrer mit hoher Geschwindigkeit mit der Seite des Autos. Dabei wurden James und Tochter Moriah schwer verletzt. Das fünfjährige Mädchen starb später im Krankenhaus.

Der Fahrer des anderen Autos räumte ein, dass ein FaceTime-Gespräch ihn abgelenkt habe. Das Gespräch lief offenbar sogar noch, als die Polizei am Unfallort eintraf. Die Schuldfrage zwischen den beiden Fahrern ist also geklärt. Darum geht es dem Ehepaar Modisette allerdings im aktuellen Fall auch gar nicht mehr.

Die Modisettes haben bei einem kalifornischen Gericht eine Klage gegen Apple eingereicht: Das Unternehmen habe keine Sicherheitsmaßnahmen in FaceTime implementiert, die Autofahrer daran hindern, die Funktion während der Fahrt zu benutzen oder ihnen zumindest eine Warnung anzeigen. Dabei sei dies ohne Weiteres möglich gewesen, wie eine von Apple patentierte Idee zeige.

Apple hat Sicherheitsmaßnahmen patentiert, aber nicht implementiert

Tatsächlich hatte Apple schon im Jahr 2008 einen Patentantrag in den USA für eine entsprechende Technologie eingereicht. Im Jahr 2014 sprach das US-Patent- und -Markenamt dem Unternehmen auch das Patent zu. Die Idee ist, dass das iPhone beispielsweise über eine GPS-Geschwindigkeits- und Positionsbestimmung erkennt, dass sich der Benutzer auf einer Straße und in Bewegung befindet und dann entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergreift.

Das Ehepaar fordert von Apple Schadensersatz für die erlittenen Verletzungen sowie Strafschadensersatz. Letzteres, so genannte „punitive damages“, soll Unternehmen für ein Verhalten oder ein Unterlassen bestrafen und dazu führen, dass entsprechendes Verhalten oder Unterlassen in Zukunft abgestellt wird. Bei einem so wirtschaftsstarken Unternehmen wie Apple muss diese Summe recht hoch ausfallen, um einen entsprechenden Effekt haben zu können.

Quelle: Courthouse News via AppleInsider

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