Coole Kammerspiele: 6 minimalistische Filme, die maximal gut sind

Timo Löhndorf 8

Manchmal braucht es nicht mehr als eine Kamera, einen Schauspieler und ein cleveres Drehbuch. Hier sind sechs Filme, die aus wenigen Ressourcen viel gemacht haben.

Coole Kammerspiele: 6 minimalistische Filme, die maximal gut sind

In einem Zeitalter der immer besser werdenden visuellen Effekte scheint das Potential des Kinos unendlich. Regelmäßig bekommt der geneigte Zuschauer massive Schlachten, fantastische Welten und sogar komplett animierte Charaktere und Schauplätze zu sehen. Allerdings gibt es auch immer wieder die etwas „kleineren“ Filme, die nicht in die Richtung des Bombast-Kinos gehen und sich stattdessen auf Charaktere, Dialoge, Kameraarbeit oder einen guten Schnitt konzentrieren.

Ein besonders interessantes Format des laufenden Bildes ist das Kammerspiel. In der Bühnenwelt bezeichnet der Begriff ein und unaufwändiges Stück, das aus einem unspektakulärem Bühnenbild, wenigen Charakteren und einem deutlichen Schwerpunkt auf deren Gesprächen besteht.

Wenn man Planeten zerstören, Autos crashen und Kriege verfilmen kann, wirkt das Konzept eines Kammerspiels für die Leinwand eher langweilig, doch das Gegenteil ist der Fall. Die folgenden Beispiele sind allesamt großartige Filme, obwohl sie sich im Extremfall auf einen Schauplatz beschränken, der nicht größer ist, als ein Mensch selbst.

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Der Gott des Gemetzels
2011 / Regie: Roman Polanski

Nach einem Stück der französischen Autorin Yasmina Reza verwandeln sich in „Der Gott des Gemetzels“ zwei zivilisierte Ehepaare in knapp 90 Minuten zu wilden Tieren. Nachdem ihre Söhne aneinander geraten, treffen sich die Longstreets (Jodie Foster und John C. Reilly) und die Cowans (Kate Winslet und Christoph Waltz), um den Konflikt ihrer Kinder wie Erwachsene zu besprechen. Im Laufe des Gesprächs bröckeln die Fassaden der Nettigkeiten aber nach und nach. Ehe man weiß, was passiert ist, fliegen Beleidigungen quer durch das Apartment und die vier Charaktere gehen sich an die Gurgel.

„Der Gott des Gemetzels“ ist aber weit mehr als nur ein Gespräch, das mehrmals falsch abbiegt. Wie die vier Charaktere langsam aber sicher aus der Reserve gelockt werden, ist nicht nur interessant und unterhaltsam, sondern teilweise auch urkomisch. Goldstück des Ensembles ist Christoph Waltz als kauziger Anwalt Alan Cowan, dem man in jeder Sekunde ansieht, dass er eigentlich gar keinen Bock auf die ganze Situation hat. Genau so würde ich mir einen Hans Landa der Gegenwart vorstellen.

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