Coole Kammerspiele: 6 minimalistische Filme, die maximal gut sind

Timo Löhndorf 8

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All Is Lost
2013 / Regie: J.C. Chandor

Ähnlich streng hält der Seefahrer-Albtraum „All Is Lost“ seine Linie. Wir hören ein Krachen und fließendes Wasser. Der namenlose Protagonist (Robert Redford) schreckt aus seinem Schlaf hoch und starrt auf ein klaffendes Loch in der Wand seines Segelbootes. Wie sich später herausstellt, befindet er sich irgendwo  im indischen Ozean, besser bekannt als „der Arsch der Welt“.

Mehr erfährt man über Redfords Charakter nicht. Wir wissen nicht wer er ist, woher er kommt, wohin er will und warum er einen Segelausflug an den Rand der Erde unternimmt. Allerdings ist nichts davon wichtig, in „All Is Lost“ geht es ausschließlich um den Kampf eines einzelnen Mannes ums Überleben. Anders als in „Buried“ verzichtet der Regisseur und Drehbuchautor J.C. Chandor auf sämtlichen Dialog und zwingt seinen Charakter, in vollkommener Isolation seiner Sterblichkeit ins Auge zu blicken.

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Misery
1990 / Regie: Rob Reiner

Ein Fokus auf Charaktere muss nicht immer einen philosophischen Diskurs über den Sinn des Lebens und die Menschlichkeit bedeuten. Das dachte sich sicher auch Stephen King, als er „Misery“ schrieb. In der Romanvorlage (und im gleichnamigen Film) geht es um den berühmten Autor Paul Sheldon (James Caan), der in einem Autounfall schwer verletzt wird. Die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes (Kathy Bates), die zufällig einer von Sheldons größten Fans ist, findet und versorgt ihn. Alles läuft super, bis Annie Pauls neues Manuskript liest und damit verhältnismäßig unzufrieden ist..

Nicht umsonst gilt Stephen King als einer der besten Thriller/Horror-Autoren. Verletzt und hilflos lässt er seinen Protagonisten liegen, während die sichtlich instabile Annie Stück für Stück in den Wahnsinn abdriftet und immer mehr zur Gefahr wird. Im Film ist vor allem Kathy Bates (die für ihre Rolle mit einem Oscar ausgezeichnet wurde) brillant, ihre Annie Wilkes ist eine schwer gestörte Person, in deren Gesellschaft sich sogar der Joker unwohl fühlen würde.

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Hard Candy
2005 / Regie: David Slade

Nur wenige wissen es, aber bevor Ellen Page sich mit verfrühter Schwangerschaft und Traumdiebstahl auseinandersetzte, machte sie einen Bogen in Richtung Psychothriller. In „Hard Candy“ spielt sie die 14-jährige Hayley Stark, die mit dem (vermeintlichen) Pädophilen Jeff (Patrick Wilson) flirtet und ihn in sein Haus begleitet. Doch sobald sich die hinter ihnen schließt, startet ein Katz-und-Maus-Spiel von unglaublicher Intensität.

Genau wie Jeff hat Hayley einige eher unschöne Absichten, die allerdings zu seinem Leidwesen nicht sexueller Natur sind. Zwischen den Beiden entbrennt ein Duell, das sich zunächst auf Dialogebene abspielt und dann in einen Strudel aus psychologischer und körperlicher Gewalt entwickelt. Auf seinem zweifelhaften Höhepunkt bietet „Hard Candy“ einen Moment, der vor allem für die männlichen Zuschauer EXTREM schmerzhaft ist.

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Nach „All Is Lost“ erwartet uns mit „Locke“ 2014 noch ein weiteres vielversprechendes Kammerspiel. In meinem Artikel über die 5 besten Film-Geheimtipps für 2014 habe ich „Locke“ etwas ausführlicher vorgestellt.

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