6. Open Water – All inclusive-Trip, bei dem sogar der Tod inbegriffen ist

Timo Löhndorf 10

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Stellt euch vor, ihr habt eure Frau/euren Mann im Gepäck und macht einen hochverdienten Urlaub in Australien.  Wie durch ein Wunder überlebt ihr die Milliarden an tödlichen Spezies, die den Kontinent bevölkern, und entscheidet euch für einen Tauchgang am Great Barrier Reef.

Also kurzerhand rausgeschippert, Tauchrüstung angelegt und ab ins kühle Nass und den Strudel aus knallbunter Flora und Fauna. Nach einigen Minuten des Staunens soll es zurück an die Oberfläche und wieder ins Boot gehen, doch euch erwartet ein nicht zu unterschätzendes Problem.

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Das Boot ist weg.

Herzlichen Glückwunsch, ihr seid auf hoher See „gestrandet“, habt außer einer Tauchausrüstung nichts dabei, es fehlt jede Möglichkeit der Kommunikation und ihr seid in allen Richtungen von tödlichen Kreaturen umzingelt. Was macht ihr?

Diese Frage mussten sich auch die Eheleute Tom und Eileen Lonergan stellen, als sie sich am 25. Januar 1998 in einer identischen Situation befanden. Das Boot, das sie ans Riff gebracht hatte, hatte sie schlichtweg vergessen und die Beiden mussten sich einem aussichtslosen Kampf ums Überleben stellen.

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Zwei Tage (!) nachdem die Odyssee des Paares begann, wurde eine Tasche mit ihren Sachen auf dem Boot entdeckt und ihre Abwesenheit fiel endlich auf. Eine daraufhin gestartete Suchaktion durch die Luft und im Wasser blieb allerdings erfolglos. Tom und Eileen Lonergan wurden nie wieder gesehen.

Der unterschätzte und hoch effektive Film „Open Water“ verfilmt genau diese undenkbar schreckliche Situation. Im Film sind es Susan und Daniel, die sich in einer ähnlich misslichen und ausweglosen Lage befinden.

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„Open Water“ ist ein extrem simpler Film mit einem sehr geringen Budget, der die Verzweiflung und Angst dieser Situation, die mit Sicherheit zu den Schlimmsten zählt, die man sich vorstellen kann, sehr gut einfängt. Nach der klassischen Definition sicher kein Horrorfilm, aber trotzdem hinterlässt er auch nach der Sichtung ein extrem flaues Gefühl in der Magengegend.

Ein Detail, das auf dem Weg von Ereignis zu Geschichte verschwand, ist eine Tafel, die von Fischern einige Tage nach Verschwinden des Paares gefunden wurde. Auf der Tafel (die normalerweise zur Kommunikation unter Wasser dient) standen die letzten Worte und das Erbe des Paares:

„Monday Jan 26; 1998 08am. To anyone who can help us: We have been abandoned on Agincourt Reef by MV Outer Edge 25 Jan 98 3pm. Please help us come to rescue us before we die. Help!!!“

“Montag Jan 26 08:00. An alle, die uns helfen können: Wir wurden am Agincourt Riff vom Boot MV Outer Edge verlassen 25 Jan 98 15:00. Bitte helfen Sie uns, kommen Sie uns zur Rettung, bevor wir sterben. Hilfe!!!“

 

Wo wir schon auf dem wunderschönen und exotischen australischen Kontinent sind, bleiben wir doch gleich da!

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