Ärzte warnen: Dein Smartphone macht dich kurzsichtig

Stefan Bubeck 3

Anselm Jünemann (Direktor der Augenklinik der Unimedizin Rostock) bestätigt, was alle geahnt haben: Die Nutzung von Smartphones verschlechtert die Sehkraft. Aber warum ist das so?

Ärzte warnen: Dein Smartphone macht dich kurzsichtig
Bildquelle: Pixabay (CC0).

Am Klischee des Brille tragenden Nerds ist was dran – zumindest, wenn man den Nerd als Bildungsbürger einordnet. Unter Abiturienten und Hochschulabsolventen ist mehr als jeder Zweite kurzsichtig. Das bedeutet, was sich in der Nähe befindet, sieht man gut – alles, was in der Ferne liegt, ist unscharf. Wobei „Ferne“ ein dehnbarer Begriff ist, denn mit minus drei Dioptrien ist das bereits eine Armlänge Abstand, ab der die Welt um den Kurzsichtigen herum an Klarheit verliert.

Kurzsichtig durch „überlange Nutzung“ von Smartphones

Du hast kein Abi und studieren kommt auch nicht in Frage? Das ist leider keine Rettung vor der Nerd-Brille, denn dein Smartphone wird über kurz oder lang dafür sorgen, dass dein Augenarzt sagt: „Sie leiden unter Myopie, aber das lässt sich problemlos korrigieren.“ („Sie sind kurzsichtig und brauchen ab jetzt eine Brille.“)

Schuld an der Misere ist laut Prof. Dr. med. Jünemann die Rolle des Smartphones als stunden-, tage- und nächtelanger Begleiter im Alltag von Jugendlichen. „Das wird noch weiter zunehmen,“ warnt der Experte für Augenheilkunde. Kinder und Jugendliche verbringen zu wenig Zeit im Freien und im Tageslicht und bekommen deshalb schlechte Augen – das ist im Wesentlichen das, wovor uns Mutti schon immer gewarnt hat. Sie hatte offenbar Recht.

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Wer aufs Smartphone starrt, lässt seine Augäpfel wachsen

Kurzsichtigkeit beziehungsweise Myopie hat ihre Ursache in einem zu langen Augapfel. Wer stundenlang auf nahe liegende Objekte starrt (Smartphone), verschlimmert die Situation. Denn so bekomme das Auge das Signal zu wachsen, so der Mediziner. „Das Wachstum ist unumkehrbar. Das ist wie bei einem Luftballon. Je stärker der aufgeblasen wird, desto dünner wird er.“ Die Folge: Eine schlechtere Durchblutung und eine Degeneration der Netzhaut.

Was hilft? Das Smartphone regelmäßig bei Seite legen und im Freien bei Tageslicht in die Ferne schauen, denn das bietet den Augen die dringend benötigte Entspannung. Der Augenarzt Dr. Armin Scharrer empfiehlt: „Es ist wichtig, dass man nicht ununterbrochen in Smartphone und Tablet reinschaut, sondern dass man liest und dann nach einer halben Stunde oder Stunde Pause macht von zehn Minuten und dann kann man weitermachen.“

Quellen: dpa / Süddeutsche Zeitung, Deutschlandfunk

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