Cyborg-Libelle hebt zum ersten Mal ab

Johann Philipp 1

US-Wissenschaftler der Tech-Firma Draper haben einer Libelle einen Chipsatz auf den Rücken gepflanzt, der sie zum Cyborg macht. Die Forscher können das lebendige Tier damit fernsteuern. Das moralisch fragwürdige Projekt soll in der Medizin helfen und sicher auch für ein paar Geheimdienste interessant sein.

Cyborg-Libelle hebt zum ersten Mal ab
Bildquelle: Draper .

Cyborgs sind eine Mischung aus einem lebendigen Organismus und einer Maschine. So ein System hat das Unternehmen Draper nun entwickelt und ihm den Namen DragonflEye gegeben. Durch einen Chip auf dem Rücken können die Forscher die Libelle fernsteuern wie eine Drohne. Das Unternehmen spricht von der Entwicklung der Hybrid-Drohnen, die sehr viel kleiner sind als die bisherigen Versionen auf dem Markt:

Solarpanel und Chip auf dem Rücken

Durch ein winziges Solarpanel, das ebenfalls an der Libelle befestigt wird, bekommt das System Strom. Gesteuert wird das Tier, indem Nerven, genauer gesagt die sogenannten Interneuronen, stimuliert werden. Durch einen Lichtimpuls reagiert der Nerv und lenkt das Tier in die gewünschte Richtung. Normalerweise sind Nerven unempfindlich auf Licht, doch die Forscher haben der Libelle dafür spezielle Gene verabreicht, die auch im Auge vorkommen, um die Nerven anzupassen.

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Für Biologie und Medizin interessant

Der Leiter des Projekts, Jesse J. Wheeler erklärt: „DragonflEye ist eine völlig neue Art von Micro-Drohen, die kleiner, leichter und unbemerkter sind als alles andere, was bisher entwickelt wurde“. Dadurch, dass die Flugbahn des Tieres genau gesteuert werden kann, soll die Technik erst einmal bei der gezielten Bestäubung von Pflanzen helfen. Doch die Forscher haben ein größeres Ziel: Das Besondere am System sind die flexiblen kleinen Verbindungen zwischen dem Tier und dem System. Die Optrodes genannten Fasern sind extrem dünn, können Licht übertragen und sind besonders flexibel.

Überwachung durch harmlose Tiere

Augenscheinlich dürften diverse Geheimdienste großes Interesse an der Technik haben. Sie könnten noch ein kleines Mikrofon, oder sogar eine Kamera in das System installieren und somit bei Überwachungen von Zielpersonen eingesetzt werden. Doch das Hauptaugenmerk der Technik soll in der Humanmedizin liegen: Therapien und Diagnostik in der Neurologie sollen mit den Optrodes verbessert werden.

Quelle: Draper, Rebelgamer

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