Forscher der Carnegie Mellon University machen beliebige Oberflächen und Objekte berührungssensitiv wie ein Touchpad. Dazu besprühen sie eine E-Gitarre mit Farbe oder kneten sich einen Schneemann. Wie funktioniert das?

 

Forschung und Wissenschaft

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Touch-Bedienung dürfte eine der wichtigsten technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sein, seit der Smartphone-Revolution ist dieses Prinzip fest in unserem Alltag verankert. Nur: Was eigentlich auf Berührungen reagiert und wo das genau stattfindet – das lässt sich nicht ohne weiteres festlegen. So ärgern wir uns (zum Teil) über die Touchbar der neuen Macbook Pro oder den rückseitig angebrachten Fingerabdruckscanner beim Samsung Galaxy S8.

Amerikanische Wissenschaftler zeigen nun eine neue Technik, die nicht nur kreative Bastler aufhorchen lassen sollte.

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„Electrick“: Der Trick mit den Elektroden, die wissen, wo dein Finger ist

Die Oberfläche einer Gitarre, ein herkömmliches Autolenkrad oder eine Schreibtischfläche werden zu Touch-Interfaces. Der Trick dahinter sind Elektroden, die rund um die Fläche oder das Objekt angebracht werden. So bildet sich ein Feld, in dem elektrische Spannung vorherrscht. Sobald ein Finger etwas innerhalb dieses Felds berührt, kann eine Spannungsänderung gemessen und die entsprechende Stelle ermittelt werden. Ein großer Teil des Verfahrens findet also mittels der Software statt, die die Messwerte interpretiert.

Yang Zhang, Gierad Laput und Chris Harrison haben „Electrick“ entwickelt und nennen es eine „kostengünstige berührungssensitive Technik auf Basis elektrischer Feld-Tomographie.“ Wer direkt in alle technischen Details einsteigen möchte, findet eine ausführliche Beschreibung im wissenschaftlichen Aufsatz (PDF-Download) auf der Webseite Zhangs, einem Studenten der Mensch-Rechner-Interaktion an der Carnegie Mellon University (Pittsburgh, Pennsylvania).

Interessant könnte die Technik unter anderem für die Spieleentwicklung sein, etwa um innovative Controller-Prototypen zu bauen. Auch der heimische Schreibtisch würde sich so zu einer individuellen Kommandozentrale mit (geheimen) Zusatzfunktionen aufrüsten lassen.

Quelle: Yang Zhang / Future Interfaces Group (Carnegie Mellon University)