Medizin-Sensation: Künstliche Intelligenz erkennt Krebs am Geruch

Johann Philipp

Ein Computer der Krankheiten am Geruch erkennt: Forscher aus England haben genau das entwickelt und wollen selbst Krebs frühzeitig feststellen. Wofür der Mensch mehrere Stunden braucht, schafft die Maschine in wenigen Minuten.

Medizin-Sensation: Künstliche Intelligenz erkennt Krebs am Geruch
Bildquelle: AndreyPopov/ Getty Images.

Computer riecht Krankheiten

Künstliche Intelligenz ist in sprechenden Lautsprechern, in Smartphones und selbstfahrenden Autos zu finden. Sie können sehen und hören. Forscher aus England bringen den Computern nun das Riechen bei. Damit können sie Krankheiten erkennen – unter anderem auch Krebs.

Zwei Universitäten, zwei Krankenhäuser und das Zentrum für Krebserkrankungen im Vereinigten Königreich arbeiten zusammen an der medizinischen Sensation, um Krankheiten frühzeitig und vor allem schnell diagnostizieren zu können. Dabei machen sie sich zu Nutzen, dass sich im menschlichen Atem Hunderte Substanzen befinden: Einige sorgen nur für schlechten Geruch andere können ein Anzeichen für ernsthafte Erkrankungen sein.

Schon seit einigen Jahrzehnten kann man kleinste Mengen von Stoffen in der Luft nachweisen. Die Datenmengen, die bei einer einzigen Probe gesammelt werden, sind allerdings so groß und komplex, dass selbst Experten mehrere Stunden brauchen, bis sie alle Stoffe identifiziert haben. Die künstliche Intelligenz schafft das in wenigen Minuten und auch noch zuverlässiger.

Dazu wurde ein selbstlernendes Netzwerk erstellt und mit den Atemproben von Testpersonen gefüttert. Es lernte mehr und mehr aus jeder Atemprobe, bis es spezifische Muster erkennen konnten, die auf Krankheiten hinweisen.

Künstliche Intelligenz kann auch tolle Fotos machen, wie ihr in unserer Bilderstrecke sehen könnt:

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Birgt das auch Gefahren?

Computer, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, benötigen nur wenige Minuten, um eine Atemprobe autonom zu analysieren. Vorerst befindet sich die gesamte Technik noch im ersten Test. In Zukunft könnten Ärzte aber zusätzlich zur Blut- und Urinuntersuchung auch den Atem des Patienten überprüfen.

Das Netzwerk lernt mit jeder Probe dazu und ist nicht nur auf eine einzige Substanz beschränkt. Die Technik bringt enorm viel Potenzial, allerdings könnte sie auch zu Diskussionen führen: Wenn wir einem Computer das Erkennen von Krankheiten überlassen – so zuverlässig er auch sein mag – sollten beim Verdacht zusätzliche Tests durchgeführt werden.

Die KI sollte daher als ein Werkzeug dienen und die Ärzte und Experten unterstützen und nicht bevormunden.

Quelle: Smithsonianmag, via NVIDIA

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