Smarte Brille stellt das scharf, was gerade angeschaut wird

Stefan Bubeck

Ciao, Lesebrille! Die neuen „Smartglasses“ von Professor Mastrangelo stellen von alleine scharf – egal, auf was der Träger schaut. In drei Jahren könnte die Superbrille auf den Markt kommen.

Smarte Brille stellt das scharf, was gerade angeschaut wird
Bildquelle: Dan Hixson/University of Utah College of Engineering.

Irgendwann trifft es fast jeden: Die Augen lassen langsam nach und das Lesen fällt schwerer, eine Lese- oder Gleitsichtbrille muss her. Aufsetzen zum Lesen, absetzen bei Nichtgebrauch – nur, wer will das wirklich? Eine vielversprechende Erfindung ist kurz vor der Marktreife und verspricht einen deutlichen Komfortgewinn.

Smarte Brille: Flüssige Linsen und Servomotoren

Der Elektroingenieur Carlos Mastrangelo ist einer von vielen Betroffenen: Sein Arzt sagte ihm, er brauche eine Lesebrille. „Ich fragte mich, warum meine Sehschwäche mit Technologie behandelt wird, die von Benjamin Franklin erfunden wurde. Ich lebe nicht im 18. Jahrhundert,“ beklagt der Forscher gegenüber dem IT-Branchendienst The Verge. Er hat sich dazu entschieden, das Problem selbst zu lösen.

Statt herkömmliches Glas kommen bei der Superbrille spezielle Glycerin-Membrane zum Einsatz. Diese können ihre Krümmung dynamisch anpassen, was über jeweils drei Servomotoren gesteuert wird. Ein Infrarotsensor im Brillensteg misst die Distanz zum fokussierten Objekt und gibt die notwendige Information an die Motoren weiter, die dann die passende Brennweite einstellen. Dieser Vorgang soll in nur 14 Millisekunden stattfinden. Die Stromversorgung steckt im Brillengestell, der Akku muss allerdings alle 24 Stunden ans Netz und aufgeladen werden. Bevor man die Smart Glasses aufsetzt, muss man einmalig die eigene Dioptrienstärke in der passenden App angeben, die per Bluetooth mit der Brille verbunden ist.

„Die meisten Menschen mit Lesebrille setzen diese ständig auf und wieder ab. Das ist nun vorbei. Mit dieser Brille ist immer alles scharf,“ sagt der Erfinder Mastrangelo. Der jetzige Prototyp ist noch etwas klobig, die Forscher arbeiten aber bereits an einer kleineren und leichteren Lösung. In rund drei Jahren könnte ein marktreifes Produkt erscheinen – das passende Start-Up namens Sharpeyes LLC wurde bereits gegründet. Der voraussichtliche Preis der Brille soll dann 500 – 1.000 Dollar betragen. „Sie ist den Preis wert,“ versichert Professor Mastrangelo.

Quellen: University of Utah, The Verge

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