Superschneller 3D-Drucker baut Möbel innerhalb weniger Minuten

Stefan Bubeck

Forscher des MIT Lab haben einen neuen 3D-Druckprozess entwickelt, der sich für die Kreation individueller Möbel eignet. Das Verfahren ist schneller als bisher verwendete Methoden, das Geheimnis steckt in einem Gel.

Self-Assembly Lab, MIT – Möbel aus dem 3D-Drucker mit „Rapid Liquid Printing“.

Was Möbel und Möbelteile angeht, könnte Forschern des MIT Media Laboratory (Massachusetts Institute of Technology) in Zusammenarbeit mit dem Büroeinrichtungshersteller Steelcase ein Durchbruch gelungen sein – Designer sind bereits ganz angetan von den neuen Möglichkeiten.

„Rapid Liquid Printing“: 10 Minuten statt 50 Stunden

Das neuartige Verfahren nennt sich Rapid Liquid Printing, die Strukturen werden frei schwebend in einem mit Gel gefüllten Container erzeugt und nicht wie in anderen Verfahren schichtweise aufgebaut. Es gäbe hier keine Limits aufgrund der Schwerkraft, zudem sei die Methode rasend schnell. Ein Team um den MIT-Forscher Skylar Tibbits und den Schweizer Produktdesigner Christophe Guberan hat es geschafft, eine Tischplatte in nur 28 Minuten zu drucken. In einem anderen Experiment gelang es, eine Struktur in zehn Minuten zu erzeugen, die zuvor mittels älterer Verfahren 50 Stunden in Anspruch nahm.

„Als Designer sind wir vor allem von der Qualität der Drucke fasziniert, die Rapid Liquid Printing bietet. Es ist weich, fast schon organisch. (…) Die Geschwindigkeit ist sehr beeindruckend. In der Zukunft werden großformatige Objekte innerhalb von Minuten anstelle von Tagen hergestellt,“ so Yuka Hiyoshi, Sr. Industrial Designer bei Turnstone.

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21 Dinge, die es schon länger gibt als die meisten Menschen glauben.

3D-Druck ist mittlerweile überall zu finden

3D-Druck emanzipiert sich zunehmend vom Nerd-Hobby zu einem Produktionsverfahren, das selbstverständlich im Alltag zum Einsatz kommt. So verkauft der deutsche Sportartikelhersteller Adidas bereits Schuhe aus dem 3D-Drucker, auf der Berliner Modemesse Fashiontech wurden entsprechende Entwicklungen beleuchtet, die Medizintechnik ist auch interessiert.

Ein naheliegender Einsatzzweck sind Möbel und Accessoires fürs Zuhause. Hier ist beispielsweise Ikea mit „PS 2017“ vertreten, ein Sessel der Serie wird mit einer 3D-Stricktechnik hergestellt.

Quellen: Steelcase, 3Druck

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