Tech Open Air 2017: Wo die NASA, Sexroboter und elektronische Musik aufeinandertreffen

Stefan Bubeck

 

3. Ein Technologie-Summit und ein Open-Air-Event passen ja auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen. Woher kam die Idee? Und wie funktioniert das in der Realität?

Woischnik: Wir sind der Meinung, dass Business Spaß nicht ausschließen muss. In einem Umfeld, in dem sich die Gäste wohlfühlen, entstehen bessere Ideen und Gespräche, das gemeinsame Erlebnis schweißt zusammen. Die Idee zum TOA basiert auf dem Bestreben eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen mit der Schnittstelle Technologie aufzubauen.

Technologie hat Einzug in jeden Winkel unserer Gesellschaft erhalten: von Kunst über Musik bis hin zu Wissenschaft, Politik, Unternehmertum, Bildung, Pharma, Health. Wir bringen mit dem Festival die Macher der Szene mit Vertretern aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen, wir helfen denjenigen, die die Veränderungen am eigenen Leib erleben die Zukunft besser zu antizipieren und den Technologieenthusiasten die Welt, die sie verändern, besser zu verstehen.

Dass dieses einzigartige Format gut ankommt, belegen die steigenden Besucherzahlen. 2012 haben wir das erste Tech Open Air in Berlin, das noch mittels Crowdfunding finanziert wurde, für 30.000 Euro veranstaltet. Fünf Jahre später erwarten wir 20.000 Besucher.

4. Die genannte Nahtstelle zwischen Technologie, Musik, Kunst und Wissenschaft – wie können wir uns das im Alltag, abseits des TOA vorstellen? Welche Produkte oder Entwicklungen gibt es, die genau auf diese Synergien setzen?

Woischnik: Technologie ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, sie ist ständiger Begleiter wie das Smartphone in der Hosentasche, selbstständig einparkenden Fahrzeugen oder Urlaubsfotos mit 360° Ansicht. TOA gibt beispielsweise mit dem Music Tech Lab Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten an der Schnittstelle von Musik und Technologie. iTunes, Spotify und ähnliche Anbieter haben die Musikindustrie grundlegend verändert, Grammygewinnerin und Gründerin (Mycelia) Imogen Heap strebt nach einer, wie sie es nennt, “Fairtrade Musikbranche“, die Musikern die Eigentumsrechte ihrer Produktionen zurückgibt.

5. Was darf ich als Besucher des TOA denn neben guter Laune und Festival-Charme an handfesten Erkenntnissen und innovativen Technologien erwarten?

Woischnik: Soviel vorweg: jeder der die Konferenz besucht und/oder an einer Satellitenveranstaltung teilnimmt, wird auf unterschiedliche Weise Technologie neu erleben und erkennen, dass man bewusst oder unbewusst bereits mitten im nächsten Technologiezeitalter steht. So öffnet uns Aubrey de Grey die Augen und zeigt uns das ewiges Leben nicht Utopie ist, sondern wir bereits jetzt den Alterungsprozess immense hinauszögern. Regenerative Medizin und neue biomedizinische Technologien werden den Menschen wahrhaftig einer Verjüngungskur unterziehen. Dies ist natürlich nur ein Beispiel von vielen.

6. Ist das TOA damit eher etwas für Professionals aus der Tech- und Startup-Welt oder gerade ob seines legeren Settings auch für interessierte Laien einen Besuch wert?

Woischnik: TOA ist – kurzgesagt – für alle. Vielfältigkeit ist TOAs Stärke: neben sorgfältig kuratierten Speakern, die das Neueste aus der Tech-Welt präsentieren, beinhaltet das Event aufregende Match&Make Formate wie das PitchNic, eine Art Speeddating für Investoren und Startups in einem einzigartigen Setting, oder das neue “Family Affair“ Format, das mittelständische, familiengeführte Unternehmen mit Startups zusammenbringen wird. Neu vor Ort im Funkhaus ist neben dem Außenbereich zum Netzwerken und den ehemaligen Sendesälen für Panels, Keynotes, Knowshops sowie Kunst- und Musikinstallationen, das Haus of Tech, eine 3.000m² große Ausstellungsfläche in einer ehemaligen Industriehalle mit fünf verschiedenen Themenbereichen – AR/VR Entertainment, Mobilität, Energie/Cleantech, Life Sciences/Social Impact, Data Infrastructure und Fintech. Der klare Fokus hier: B2B Matchmaking. Außerdem neu ist das außergewöhnliche Konferenzformat DISRUPTED! am 13. Juli, welches sich an den Mittelstand, Unternehmen und Startups richtet. In diesem Format werden Best Practices, Hindernisse und Möglichkeiten disruptiver Innovationen in einem unkonventionellen Rahmen diskutiert.

Darüber hinaus hat jeder die Chance, am TOA mitzuwirken: Denn neben den beiden Konferenztagen finden in der ganzen Stadt über 200 Satellitenveranstaltungen statt, die Unternehmen selbst organisieren können. Die Veranstaltungen erfordern kein Festivalticket, sodass wirklich jeder ein Teil von TOA werden kann.

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