US-Wahl: So stimmen Astronauten auf der ISS ab

Stefan Bubeck

Beim Rennen um das US-Präsidentschaftsamt schaut nicht nur die ganze Welt zu, sondern auch Astronauten im All: Denn auch auf der Raumstation ISS wird gewählt und das Ergebnis könnte tatsächlich gravierende Folgen für die NASA haben.

Shane Kimbrough ist gewissermaßen allein im All – zumindest ist er gerade der einzige US-amerikanische Astronaut auf der Internationalen Raumstation (ISS). Das hält ihn nicht davon ab, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen, wie gestern die NASA mitteilte.

Astronauten wählen Ende der Neunziger mit

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Der erste Astronaut, der während einer Mission aus dem All abstimmte, war David Wolf im Jahr 1997. Ein texanisches Gesetz erlaubt Astronauten, einen elektronischen Wahlzettel abzugeben. Dazu muss man seinen Wohnsitz in Texas haben, was aber auf viele US-Astronauten zutrifft. Das ist kein Zufall: Das Lyndon B. Johnson Space Center koordiniert die bemannten Raumfahrtprogramme und sitzt in Houston, Texas (Ja, es ist das Houston aus dem Spruch „Houston, wir haben ein Problem“).

Im Prinzip ist der Ablauf für Mitarbeiter auf der Raumstation vergleichbar mit einer vorgezogenen Stimmabgabe, wie sie auch von einigen US-Bürgern auf der Erde vollzogen wird. Kimbrough bekam von den texanischen Behörden rund ein halbes Jahr vor dem Wahltag einen elektronischen Stimmzettel ausgestellt, den er jetzt per Email an die NASA-Zentrale versendet hat. Diese leitet das Formular dann an das Wahlbüro weiter. Die Astronauten haben den Vorteil, dass sie sich nicht im Wahllokal in die Schlange stellen müssen. Dafür bekämen sie aber auch keinen „Ich habe gewählt“-Sticker, scherzt die NASA auf Tumblr.

Die Zukunft der NASA: Weit weg und doch so nah

Der Wahlkampf zwischen Trump und Clinton findet zwar auf der Erde statt, aber der Wahlausgang reicht mit seinen Folgen mit Sicherheit bis zum Mars. Die NASA befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Das Spaceshuttle Programm ist beerdigt und für die Zukunft gibt es sehr große Ambitionen. Die Eroberung unseres Sonnensystems ist ein Thema für die nächsten Jahrzehnte, ausgerichtet auf ein konkretes Ziel: 2030 sollen Menschen auf dem Mars landen – ein Wettrennen mit vielen Beteiligten. Die Eroberung des roten Planeten stützt sich derzeit auf zwei wichtige Projekte der Weltraumbehörde: Die Trägerakete „Space Launch System“ (SLS) und das bemannte Raumfahrzeug Orion Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV).

Space_Shuttle

Der aktuelle Präsident Barack Obama hatte 2009 das laufende Constellation-Programm seines Vorgängers George W. Bush gestoppt – der nächste US-Präsident könnte auch diesmal wieder Einfluss auf die Ausrichtung der NASA-Tätigkeiten nehmen. Die Frage ist also, welche Aussagen Clinton und Trump bisher zum Thema Raumfahrt getroffen haben. Hier liegt die Schwierigkeit darin, dass sich die beiden im Wahlkampf übriggebliebenen Kandidaten bisher nur sehr vage geäußert haben und dass dieses Verhalten gewissermaßen Tradition hat. Im Wahlkampf spielt die Haltung des Präsidentschaftskandidaten zur Raumfahrt eine relativ unwichtige Rolle. Der Politikwissenschaftler John Logsdon äußerte sich dazu kürzlich gegenüber der Nachrichtenseite Space.com: „Ich sehe kaum Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten.“

Ablenkung vom Klimawandel

Der zukünftige Amtsinhaber wird trotzdem darüber entscheiden müssen, wohin die sprichwörtliche Reise geht. Eine grundlegende Frage ist, an welche Stelle der Forschungsschwerpunkt der NASA geschoben wird und ob die Marspläne überhaupt Zukunft haben. In einem Punkt sind tendenzielle Haltungsunterschiede erkennbar: Bekommt die Behörde eher Gelder für Forschung, die sich auf unseren Planeten bezieht, oder soll sie konsequent in die Tiefen des Weltalls vordringen? Die Republikaner um Trump bevorzugen offenbar die zweite Variante. Beobachter begründen diese Haltung mit einer simplen These: Forschungstätigkeiten, die auf der Erde stattfinden, befinden sich örtlich und thematisch in der Nähe zur globalen Klimaerwärmung – ein Thema, das für Trump lange Zeit nicht die Realität, sondern ein Hirngespinst war.

Quellen: Space, ntv

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