Smartphones treiben uns in den Selbstmord – Zahl des Tages

Stefan Bubeck

Warum werden immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene depressiv? Eine Studie hat sich mit der Generation der nach 1995 Geborenen befasst, um die Ursache zu finden. Alle Hinweise deuten auf einen Schuldigen.

Smartphones treiben uns in den Selbstmord – Zahl des Tages
Bildquelle: Getty Images / LumineImages.

Smartphones können zum Problem werden

Jean M. Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, erläutert in einem Aufsatz, was manch einer schon längst geahnt hat: Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Smartphone-Nutzung und depressiven Symptomen sowie Selbstmordversuchen unter jungen Menschen. Untersucht wurden über 500.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren. In den fünf Jahren zwischen 2010 und 2015 ist die Anzahl derer, die sich leer und lustlos fühlen, um 33 Prozent angestiegen. Die Anzahl der versuchten Selbstmorde innerhalb der Generation „iGen“ (nach 1995 geboren) stieg um 23 Prozent.

Als Grund für diese besorgniserregende Entwicklung konnten wirtschaftliche Ursachen ausgeschlossen werden. „Die Zunahme der Depressionen, Selbstmordversuche und Selbstmordversuche ist bei Teenagern aus allen Schichten zu beobachten – privilegiert und weniger privilegiert, über alle Ethnien hinweg und in allen Regionen des Landes,“ so Twenge. Auf der Suche nach der Ursache ist das Forscherteam auf ein Ereignis gestoßen: Der Durchbruch der Smartphones im Jahr 2012. Damals überschritten sie die 50-Prozent-Schwelle ihrer Verbreitung bei Jugendlichen. Heute sind wir fast bei einer Vollabdeckung angelangt – nicht nur in den USA, auch in Deutschland.

Jugendliche, die fünf oder mehr Stunden täglich online verbringen, sind einer 71 Prozent höheren Chance ausgesetzt, depressive Symptome zu zeigen. Dazu gehören „Depressionen, Selbstmordgedanken, Selbstmordpläne oder Selbstmordversuche.“ Vor allem Social Media (Facebook, Snapchat etc.) führe zu Unglück und sozialer Isolation. Ein Ausweg daraus sei die Absenkung der Nutzungsdauer sowie mehr Kommunikation von Angesicht zu Angesicht mit anderen Menschen – sie sei „eine der tiefsten Quellen menschlichen Glücks.“

Wenn Du in letzter Zeit öfter daran denkst, Selbstmord begehen zu wollen oder wenn Du einen Menschen kennst, bei dem du Suizidgedanken vermutest, solltest du Hilfe holen. Sorgen kann man teilen – dazu gibt es die kostenlosen Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

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