IVF-Klinik: Defekte Maschine könnte in 26 Fällen unerwünschtes Sperma injiziert haben

Tuan Le

Ein Szenario, dass durchaus der Plot für eine Folge von Black Mirror sein könnte: In der Befruchtungsklinik des University Medical Center in Utrecht kam es offenbar im November vergangenen Jahres zu einem folgenreichen maschinellen Defekt. Wie die New York Times berichtet, muss daher in 26 Fällen die Vaterschaft des Kindes neu untersucht werden.

Für Paare, die beim Babywunsch Hilfe benötigen und bei denen es auf dem gewöhnlichen Wege schlichtweg nicht klappt, ist die In-Vitro-Fertilisation (kurz IVF) nicht selten eine der letzten Alternativen. Bei der künstlichen Befruchtung werden von den Eltern entsprechend Ei- und Spermazellen entnommen, die Befruchtung erfolgt dann mittels einer speziellen Maschine außerhalb des Körpers der Mutter. Speziell bei der ICSI-Variante des Verfahrens wird ein einziges Spermium des Vaters in die Eizelle injiziert, um diese zu befruchten. Die Methode ist aus ethischen Gründen umstritten und hat auch lediglich eine Erfolgsrate zwischen 20 und 40 Prozent; in den Niederlanden gibt es insgesamt 12 Kliniken, die die Prozedur etwa 7.600 Mal pro Jahr durchführen.

„Das ist ein außergewöhnlicher Fall und wir hoffen auch, dass es dabei bleibt“

Die Befruchtung an sich wird maschinell mittels eines speziellen Apparats durchgeführt. Bei eben diesem scheint es allerdings in der Klinik in Utrecht in den Niederlanden zu einer folgenschweren Fehlfunktion gekommen zu sein. Laut dem Sprecher Paul Geurts könnte es daher in bis zu 26 Fällen dazu gekommen sein, dass bei einer Befruchtung das Sperma des Wunschvaters zusammen mit Überresten aus einer vorangegangenen Prozedur für die Injektion verwendet wurde. In den meisten Fällen dürfte zwar dennoch der gewünschte Erzeuger der Vater sein, ganz auszuschließen lässt es sich aber nicht, dass die Eizelle von unerwünschtem Sperma befruchtet wurde.

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Falsches Ersatzteil war Schuld am Defekt

Genau genommen trifft dabei den Apparat selbst keine Schuld, da die zuständigen technischen Mitarbeiter offenbar nicht die korrekten Gummispitzen für die Pipette angebracht haben. Deshalb wurde das Sperma von vorangegangenen Befruchtungen womöglich nicht vollständig beseitigt. Das Klinikum gab zu, dass die Maschine mit dem falschen Ersatzteil womöglich schon seit April 2016 im Einsatz gewesen ist. Bis zu 26 Elternschaften seien demnach von dem Problem betroffen, die Paare wurden bereits kontaktiert und erhalten die Möglichkeit, kostenlose DNA-Tests nach Austragung des Kindes durchzuführen.

Quelle: New York Times via Ars Technica

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