Wie viel Schlaf braucht man? Die überraschende Antwort auf eine leichte Frage

Selim Baykara

Wie viel Schlaf braucht man? Eigentlich eine leichte Frage - die Antwort ist allerdings längst nicht so offensichtlich wie ihr denkt. Um den Schlaf ranken sich noch immer viele Mythen und Halbwahrheiten. Neue Studien haben jetzt aber detaillierte Empfehlungen zur Schlafdauer erstellt und neue Erkenntnisse zu Tage gefördert. Lest in diesem Ratgeber zum Thema Gesundheit, Wie viel Schlaf ihr braucht und Wie viel Zeit im Bett gesund ist.

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Ich.darf.nicht.schlafen. - Trailer Deutsch.

Schlafen ist wichtig: Diese Erkenntnis dürfte sich inzwischen bei den meisten Menschen durchgesetzt haben. Wer nicht ausreichend schläft, ist am nächsten Tag unausgeglichen, bringt weniger Leistung und riskiert langfristig seine Gesundheit und sein persönliches Wohlbefinden. Um das aufrechtzuerhalten muss man schlafen - durchschnittlich verbringt ein Mensch daher auch immerhin ein Drittel seines Lebens in der Ruhephase. Aber Wie viel Schlaf braucht man jetzt wirklich?

Wie lange muss man Schlafen? Die wichtigsten Facts im Überblick

  • In der Medizin gilt heute eine Dauer von sieben bis neun Stunden pro Nacht als optimale Schlafdauer.
  • Eine genauere Zeitangabe, Wie viel Schlaf man pro Nacht benötigt, kann man nur schwer treffen, da es teilweise erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Personen und deren benötigtem Schlafpensum gibt.
  • Ein „normales“ Schlafmaß gibt es also nicht - ein gutes Kriterium dafür um zu erkennen, ob ihr ausreichend Schlaf bekommen habt, ist ob man sich tagsüber frisch und ausgeruht fühlt.
  • Durchschnittlich schlafen Erwachsene sieben bis acht Stunden - allerdings gibt es vereinzelt auch Personen, die mit nur fünf oder sechs Stunden Schlaf auskommen.
  • Wer über einen längeren Zeitraum sein eigenes Schlafpensum unterschreitet, fühlt sich tagsüber müde und abgeschlagen - langfristig steigt die Gefahr von Erkrankungen da das Immunsystem sich nicht ausreichend erholen kann.
  • Für einen guten Schlaf ist nicht nur die gesamte Schlafdauer wichtig, sondern auch wie lange man durchschläft.
  • Wird der Schlaf immer wieder unterbrochen, ist der Erholungseffekt deutlich geringer.
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Wie viel Schlaf braucht man? Mythen und Halbwahrheiten über das Schlafen

Um tagsüber fit zu sein, muss man sich nachts richtig erholen. So weit so einfach - um den Schlaf ranken sich dennoch eine ganze Reihe von Halbwahrheiten, die so nicht ganz richtig sind. Anfang 2015 werteten Experten der „National Sleep Foundation“ (NSF) die gesamte wissenschaftliche Literatur zum Thema Schlaf aus und machten sich in einer großangelegten Studie an einige der gängigsten Vorurteile. Die folgenden Behauptungen stimmen den Schlafexperten zufolge so nicht:

1. Schüler und Teenager benötigen weniger Schlaf in der Nacht

Die Studie kam hier zu neuen Ergebnissen: Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren sollen demzufolge neun bis elf Stunden in der Nacht schlafen - auch bei Teenagern empfehlen die Wissenschaftler noch etwa acht bis zehn Stunden pro Nacht. In beiden Altersgruppen sollten es keinesfalls weniger als sieben Stunden in der Nacht sein - andernfalls würden Gesundheit und Leistung ersnthaft beeinträchtigt. Damit ihr euch motivieren könnt, ausreichend Schlaf zu bekommen, stellen wir euch die besten Motivation Apps vor.

2. Erwachsene und ältere Menschen müssen kürzer schlafen als Jüngere

Ein weiterer Mythos, der sich nicht mit den Erkentnissen der Forscher vereinbaren ließ. Sowohl erwachsene Personen bis 64 Jahre als auch Ältere sollten mindestens sechs Stunden Schlaf bekommen - das ideale Pensum liegt bei beiden Gruppen zwischen sieben und neun Stunden pro Nacht. Ein möglicher Grund dafür, dass sich das Gerücht so hartnäckig hält: Ältere Personen, also Menschen ab 64 Jahren, schlafen zwar teilweise kürzer in der Nacht - dafür halten sie regelmäßig Mittagsschlaf und kommen daher insgesamt gesehen auf das empfohlene Tagespensum.

3. Bei Vollmond schläft man schlechter

Für diese Behauptung gibt es keine Beweise. Dass die Mondphasen das Schlafverhalten eines Menschen beeinflussen lässt sich wissenschaftlich nicht belegen. Eine mögliche Erklärung wäre immerhin die Tatsache, dass der Vollmond heller scheint und besonders empfindliche Menschen daher schlechter einschlafen können. In diesem Fall kann man das Problem allerdings recht einfach mit Vorhängen oder einer Schlafbrille beheben.

4. Vor Mitternacht einzuschlafen ist gesünder

Ein weiteres Gerücht, das jeder bestimmt schon mal gehört hat - auch das stimmt den Forschern zufolge so aber nicht. Um sich zu regenerieren, benötigt der Körper die besonders erholsamen Tiefschlafphasen. Diese Zeit fällt auf die ersten drei Stunden der Schlafes - allerdings ist es unerheblich zu welcher Zeit man einschläft. Solange sichergestellt ist, dass man alle Schlafphasen durchläuft, ist es egal ob man vor Mitternacht oder weit danach ins Bett geht. Klar ist natürlich aber auch: Wer später ins Bett geht, darf auch erst später aufstehen, um von den Vorteilen eines gesunden Schlafes zu profitieren.

Wie viel Schlaf pro Nacht reicht aus?

Die Frage Wie viel Schlaf man pro Nacht braucht, lässt sich pauschal nicht beantworten. Eine wichtige Rolle für das erforderliche Schlafpensum sind genetische Voraussetzungen bzw. Erbanlagen. Sie sind auch dafür verantwortlich, dass manche Menschen deutlich weniger Schlaf benötigen als andere. Während die meisten Menschen zwischen sechs und acht Stunden Schlaf benötigen, um am nächsten Tag fit zu sein, reichen in Einzelfällen auch vier oder fünf Stunden aus.

In Deutschland liegt die durchschnittliche Schlafdauer an einem Werktag derzeit bei etwa sieben Stunden - dabei gilt allerdings: die individuelle  Schlafdauer kann sich auch verlängern. Steht man unter besonderer Belastung (z.B. wegen einem stressigen Job) benötigt der Körper längere nächtliche Regenerationsphasen. Deswegen ist es vor allem in aufreibenden Zeiten besonders wichtig, ausreichend Schlaf zu bekommen

Tipp: Mit der kostenlosen App Sleep as Android könnt ihr eure individuellen Schlafphasen analysieren und auswerten.

Kann man zu viel Schlafen?

Zu wenig Schlaf ist schlecht - zu viel aber auch. Wer zu lange Zeit im Bett verbringt fühlt sich am nächsten Morgen nicht etwa frischer und ausgeruhter. Im Gegenteil: Zu langes Schlafen führt dazu, dass man sich - ähnlich wie beim Schlafmangel - unausgeglichen und müder fühl als sonst üblich. Neuere Studien aus Großbritannien zeigen zudem, dass bei regelmäßigen Langschläfern das Risiko zu erkranken und die Sterberate steigt. Woran das liegt, ist noch nicht geklärt - es wird aber vermutet, dass eine zu kurze oder zu lange Schlafdauer den Stoffwechsel negativ beeinflusst.

Ihr schafft es morgens nicht pünktlich aus dem Bett? Wir zeigen euch die besten Wecker-Apps für Android und iOS. Lest bei uns auch, was ihr machen könnt, wenn in Windows 10 die Uhrzeit falsch angezeigt wird.

 Bildquellen: Antonio Guillem, Dmytro Zinkevych

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