Interessante App im Test: Kennedy hält den Moment fest

Thomas Konrad

Kennedy führt Tagebuch - mit nur einem Tap. Uhrzeit, Ort, Wetter und eine Schlagzeile speichert die Applikation auf Knopfdruck. Notizen und Bilder kann man selbst hinzufügen. Wozu man den Daten-Wust verwendet, ist offen - und interessant. Wir haben’s getestet

Interessante App im Test: Kennedy hält den Moment fest

Kennedy wirkt modern, nutzt eine sehr futuristische Schriftart und ein eigenwilliges Farbschema. Dem Autor gefällt beides. Modern ist auch das Konzept. Kennedy sammelt Daten, wie es derzeit zahlreiche Fitness- und Lifestyle-Gadgets tun. Diese Daten beschreiben Zeitpunkte im Leben des Nutzers. Aus dem Telefon bekommt man die Aufzeichnungen per Export oder Dropbox - dazu später mehr.

Kennedy ist grundsätzlich einfach zu verwenden. Nach dem Öffnen der App genügt einmaliges Tippen, um Uhrzeit, Ort und Witterung zu fixieren. Kennedy lässt sich zusätzlich mit einem RSS-Feed verknüpfen, seit Version 1.2 kann man diesen selbst auswählen. Aus dem jeweiligen Feed speichert Kennedy eine Schlagzeile, hinterlegt auch den Link zum entsprechenden Artikel. Wer Musik hört, findet den entsprechenden Titel ebenfalls wieder - leider gilt das derzeit nur für Apples Musik-App.

Die „Aufnahmen“ kann man direkt bearbeiten. Der Standort lässt sich beispielsweise gegen eine bei Forsquare hinterlegte Einrichtung tauschen. Die automatisch ausgewählte Schlagzeile gegen eine andere aus dem hinterlegten Feed. Wer Kennedy als eine Art Tagebuch verwenden will, fügt Selbstgeschriebenes hinzu, wählt womöglich noch ein Bild aus der Kamera-App oder knipst an Ort und Stelle noch ein Foto. Am Ende gilt es, das Speichern mittels Save nicht zu vergessen.

Aufnahmen-Bildbearbeitung

Vom „Now“-Bildschirm aus lassen sich die „Aufnahmen“ über die drei bunten Balken am unteren Bildschirmrand erreichen. Datum, Uhrzeit, Witterung, Notizen und Bilder zeigt die Übersicht sofort. Jeder Eintrag lässt sich bearbeiten, auch die eingefügten Fotos. Kennedy nutzt hierfür die Werkzeuge von Aviary. Die Bildbearbeitungssoftware gibt es auch als separate App im App Store. In den ersten Tagen mit Kennedy nutzte der Autor die Möglichkeiten kaum. Da es bei Kennedy wohl kaum um hübsche Fotos geht, sollten die Werkzeuge mehr als genügen.

Kennedy-Capture

Kennedys Nutzen ist unklar. Jeder weiß wohl selbst am besten, was er daraus macht. Auf den ersten Blick ist Kennedy ein knappes Tagebuch, in gewisser Weise auch Notizblock. So betrachtet produziert Kennedy Notizen im Kontext - interessant vielleicht für kreative Schreiber?

Export: Schön, aber nicht unbedingt notwendig

Kennedy-Einstellungen
Schöne Visualisierungen soll man laut Entwickler Brendan Dawes jedenfalls mit den Daten machen (er selbst macht’s vor). Dazu hat er einen Export in seine App integriert: Wahlweise ins JSON- oder ins CSV-Format. Per E-Mail gelangt die Datei an den Rechner. Wer Dropbox nutzt, kann Kennedy damit verknüpfen und erhält neue Aufnahmen fast in Echt-Zeit auf dem Computer, hat zugleich eine Sicherung. Die Verknüpfung ist schnell erstellt, insbesondere wenn auch die Dropbox-App auf dem iOS-Gerät installiert ist. Die Export-Optionen findet man ebenso wie die Dropbox-Verlinkung nach Tippen auf die grüne Schaltfläche am oberen Bildschirmrand. Der Autor hatte kaum das Bedürfnis, seine Aufnahmen aus dem Gerät zu holen. Kennedy funktioniert als „Standalone“-App einwandfrei.

Der Entwickler ist sichtlich bemüht um seine App, verbessert Kennedy regelmäßig. Wer sich über zu kleine Bilder wundert, sollte auf Version 1.2.5 wechseln, dort werden sie nicht mehr so stark komprimiert. Export-Probleme behob bereits ein früheres Update.

Fazit: Kennedy ist schön und schlicht. Der Autor kann die Applikation nur empfehlen. Dass jemand dahinter steckt, dem etwas an Konzept und Umsetzung liegt, spürt man. Jeder Nutzer dürfte aus Kennedy seinen eigenen Nutzen ziehen. Vielleicht dient die App dazu, sich über eigene Gewohnheiten Gedanken zu machen. Bei welchem Wetter höre ich welche Musik? Und wie war das Wetter in letzter Zeit überhaupt? Wo war ich, als…? Wer die App vorwiegend als Notizblock benutzt, zieht vielleicht ganz andere Schlüsse. In jedem Fall ist Kennedy interessant, hübsch anzusehen, hält grundsätzlich, was es verspricht und versieht das iPhone mit einem neuartigen Daten-Werkzeug. Vielleicht das Beste: Man muss darauf nicht einmal viel Zeit verwenden, um Ergebnisse zu erhalten.

Kennedy: Capture the Now
Entwickler: Brendan Dawes
Preis: 3,49 €

GIGA-Wertung 4/5: Mehr Funktionen braucht es nicht zwingend. Wünschenswert wären aus Sicht des Autors vielleicht ein paar Optionen für die Ansicht der Aufnahmen auf dem Gerät. Möglicherweise könnte man direkt auf dem iPhone kleine Visualisierungen erstellen, Zusammenhänge verdeutlichen. Vier von fünf Sternen gibt es also auch als Motivation für eine Applikation, die nicht vorgibt, etwas anderes zu sein. Wer interessiert ist, bereut den Kauf vermutlich nicht.

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