Hintertür gefordert: Londons Polizei-Chef will Autos fernsteuern können

Thomas Lumesberger

Es gibt nichts Schlimmeres als Software-Hintertürchen, die von Herstellern absichtlich eingebaut werden – denn sie können nicht nur von Sicherheitsbehörden genutzt werden, sondern auch von Kriminellen. Dem Londoner Polizeichef scheint das relativ egal zu sein: Bernard Hogen-Howe will moderne Fahrzeuge fernsteuern können und fordert eine entsprechende Schnittstelle von Automobilherstellern.

Hintertür gefordert: Londons Polizei-Chef will Autos fernsteuern können

Bei einem Treffen mit Parlamentsabgeordneten hat sich Hogen-Howe, Chef der Londoner Metropolitan Police, zu Wort gemeldet und gesagt, er würde am liebsten ein Gerät haben, mit dem er beispielsweise das vorausfahrende Auto bremsen kann. „Das klingt zwar weit hergeholt, könnte aber durchaus schon bald umgesetzt werden“, berichtet das britische Magazin The Register.

Seine Forderung bezieht sich auf die Ergebnisse vieler Sicherheitsforscher, die in der Vergangenheit schon mehrere vernetzte Fahrzeuge gehackt haben und über die Schnittstellen die Steuerung über die Autos erhielten. Natürlich war das Ganze nur eine Demonstration der Gefahren, die sich daraus ergeben und dass sich Automobilhersteller über diese bewusst werden müssen. Es gilt diese anfälligen Schnittstellen zu sichern, bevor die Kraftfahrzeuge von den Herstellern auf die Straßen lassen.

Tür und Tor für Missbrauch geöffnet

Die Vorstellungen von kontrollierbaren PKWs lassen die Augen des Londoner Polizei-Chefs hingegen leuchten. Autohersteller sollten offenbar seiner Meinung nach dazu verpflichtet werden, Schnittstellen für Behörden zu integrieren, sodass diese bei Bedarf die Fahrzeuge steuern können. Ähnliche Aussagen wurden auch getätigt, als die große Debatte um Verschlüsselungssysteme in Nachrichtendiensten wie WhatsApp aufkam. Hier hat sich etwa der ehemalige britische Premierminister David Cameron für ein Hintertürchen ausgesprochen beziehungsweise ein generelles Verbot der Verschlüsselungen gefordert.

Über die damit einhergehenden Gefahren sind sich die Herrschaften allerdings offensichtlich nicht bewusst oder ignorieren diese gekonnt. Denn sollte tatsächlich in Autos eine solche Schnittstelle für Behörden eingebaut werden, wird es sicherlich nicht lange dauern, bis auch Kriminelle darauf Zugriff haben – Missbrauch wäre damit Tür und Tor geöffnet.

Gerade im Automobilbereich sollten Forderungen nach einer Software-Hintertür nicht leichtfertig erhoben werden, da damit sehr viel Chaos angerichtet werden und im schlimmsten Fall unschuldige Menschen sogar ihr Leben verlieren könnten.

Quelle: The Register via WinFuture
Hinweis: Das Foto zeigt den selbstfahrenden Audi TTS Pikes Peak. (Fotoquelle: Audi.de)

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