"Udo Lindenberg ist tot": Musiker stirbt auf Twitter und Co.

Selim Baykara 1

„Udo Lindenberg ist tot“: Wer sich heute morgen auf Twitter einloggte, wurde vermutlich als erstes von dieser Nachricht begrüßt, die im Moment einen Riesentrubel in den sozialen Medien verursacht. Unter dem Hashtag #RIPUdoLindenberg sammeln sich die Beileidsbekundungen - und natürlich auch kritische Stimmen, die sich über den Hoax aufregen.

Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet.

Glaubt eigentlich noch irgendjemand daran, wenn eine Nachricht über den vermeintlichen Tod einer bekannten Persönlichkeit in den sozialen Medien auftaucht? Ginge man nach Facebook und Co. dürfte es eigentlich keine Promis mehr geben: Von Michael Schumacher über Terrence Hill, Mike Tyson, Cristiano Ronaldo bis zu Stefan Raab - fast jeder, der es irgendwie zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat, erlitt  in den letzten Jahren den „virtuellen“ Tod. Neuestes Opfer dieses bedenklichen Trends: Udo Lindenberg.

Udo Lindenberg ist tot: Meldung bringt Twitter zum Überlaufen

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Udo Lindenberg ist natürlich nicht tot. Der Musiker erfreut sich gerade eines zweiten Frühlings, hat dieses Jahr ein überaus erfolgreiches Album rausgebracht und ist in Anbetrach seines bisherigen Lebenswandels für seine 70 Jahre in erstaunlich guter Verfassung. Das hat den unbekannten Verfasser der Todesmeldung aber nicht daran gehindert, das genau Gegenteil zu tweeten.

Unter dem Hashtag #RIPUdoLindenberg verbreitete sich die vermeintliche Sensationsmeldung in rasender Geschwindigkeit. Der ursprüngliche Tweet wurde inzwischen zwar schon wieder gelöscht - bei Meldungen dieser Sorte spielt das erfahrungsgemäß aber keine Rolle. Einmal in der Welt, entwickelt die Nachricht ein Eigenleben und wird von vielen Benutzern weiterverbreitet, ohne weiter geprüft zu werden.

 

Udo Lindenberg stirbt auf Twitter und Co.

Der Vollständigkeit halber muss man sagen, dass bei der Meldung über den vermeintlichen Tod von Udo Lindenberg zahlreiche Nutzer der Nachricht skeptisch begegneten. Vermutlich tritt nach und nach doch ein gewisser Lerneffekt ein und man glaubt eine Sache nicht mehr einfach so, nur weil sie auf Twitter, Facebook und Co. gepostet wird.

In diesem Zusammenhang interessant: Facebook und Google wollen den Geldhahn zudrehen und verhindern, dass Verbreiter solcher Fake-News auch noch Werbeeinnahmen durch Google Adsense erhalten. Im Fall von Udo Lindenberg hätte das eher weniger gebracht, da die News hauptsächlich über Twitter verbreitet wurde - bei der Flut an gefakten Meldungen in den sozialen Medien ist dies langfristig aber eine sinnvolle und überfällige Maßnahme.

So erkennt man Fake-News auf Facebook und Co.

In vielen Fällen kann man vemeintliche Sensations-Nachrichten recht gut selbst entlarven, da diese „News“ meist dem gleichen Muster folgen:

  • Die Meldung ist sensationell, schockierend und besonders aufsehenerregend.
  • Die Meldung wird ausschließlich in den sozialen Medien verbreitet.
  • Eine genaue, seriöse und nachprüfbare Quelle für die Nachricht existiert nicht.
  • Sehr oft wird man aufgefordert, den Beitrag zu liken und direkt mit anderen Nutzern zu teilen.

Natürlich geht es nicht immer nur um den Tod von Promis. Oft handelt es sich auch einfach um Warnungen, die man sofort befolgen und auch mit anderen teilen soll - ein gutes Beispiel dafür sind die vergifteten CDs im Briefkasten.

Bildquelle Artikelbild: YouTube

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