"Sicherheitsaufforderung" - Deutsche Bankengemeinschaft DBG - Achtung Fake-Mail!

Thomas Kolkmann

Die Betrüger hinter Phishing-E-Mails und anderen Online-Betrugsmaschen werden immer raffinierter. Wer in letzter Zeit eine „Wichtige Mitteilung“ zu seinem Bankkonto von der Deutschen Bankengemeinschaft (DBG) bekommen hat, sollte jedoch zwei mal hinschauen. Aufgrund einiger Sicherheitslücken im Online-Banking-System verschiedener Banken soll es eine „Sicherheitsüberprüfung“ geben. Dies ist jedoch erneut nur ein Versuch, an die Bankdaten unwissender Online-Banking-Nutzer zu kommen.

Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet.

DBG-Mail: Sicherheitsaufforderung der Deutschen Bankengemeinschaft

Dass es sich bei der E-Mail um einen Fake handelt, kann man bereits am Absender der Nachricht erkennen: Denn auch wenn es durchaus einige Gesellschaften und Gemeinschaften in Deutschland mit der Abkürzung DBG gibt, gibt es keine „Deutsche Bankengemeinschaft“.

Wer das nicht weiß, kann trotzdem schnell auf die Trickbetrüger reinfallen, da der Inhalt der E-Mail grammatisch größtenteils korrekt formuliert und auch die Beweggründe hinter der E-Mail relativ plausibel wirken. Dass eine persönliche Anschrift fehlt, ist aber ebenfalls bereits verdächtig. Man solle aufgrund von Sicherheitslücken im Online-Banking-System verschiedener Banken überprüfen, ob man auch selbst möglicherweise gefährdet sei. Dafür gäbe es sogar zwei Möglichkeiten: Entweder man überprüft dies bei einem Termin mit der Hausbank - was jedoch 27 Euro Aufwandsgebühr kosten soll - oder man macht es über den schnellen, automatischen Weg über den angefügten Link.

Klickt unter keinen Umständen auf den der E-Mail angefügten Button und gebt auch nicht eure Daten auf der daraufhin folgenden Seite ein! Hierbei handelt es sich um eine Phishing-Falle, bei der die Betrüger versuchen, an eure Bankdaten zu gelangen.

Amazon Phishing E-Mail Bestätigung des Nutzerkontos shutterstock_413687179
Keine Bank würde eine Aufwandsgebühr dafür berappen, dass sie eine von sich aus verursachte Sicherheitslücke überprüft. Ebenso werden solche Angelegenheiten von Banken oder Ämtern für gewöhnlich nicht per E-Mail, sondern postalisch, über das eigene Web-Portal oder bei einem persönlichen Termin geregelt. Ein letzter wichtiger Hinweis ist der Link in der E-Mail. Bei diesem handelt es sich um einen mit einem Kurz-URL-Dienst verkürzten und maskierten Link, bei dem man nicht erkennt, was die Ziel-URL ist. Banken und Ämter sollten grundsätzlich solche „Verschleierungsmethoden“ nicht in einer offiziellen E-Mail verwenden.

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Facebook-Hoaxes: Diese 10 Falschmeldungen sind so dumm, dass wir weinen müssen .

DBG: Sicherheitsüberprüfung - Phishing-Mail im Klartext

Sicherheitsaufforderung 2016
(Schnittstelle zur Sicherheitsüberprüfung)Sehr geehrter Kunde,auf Grund gravierender Sicherheitslücken in einigen Online-Banking Sicherheitsverfahren, ist die Deutsche Bankengemeinschaft dazu verpflichtet unmittelbar zu handeln.Eine große Anzahl an Bankkunden ist von diesen massiven Sicherheitslücken betroffen. Nachdem wir Sie telefonisch leider nicht erreichen konnten, bieten wir Ihnen über diesen Weg an Ihren Sicherheitsstatus zu überprüfen.Für die Überprüfung haben Sie 2 Möglichkeiten:1. MöglichkeitVereinbaren Sie einen Termin mit Ihrer Hausbank und nehmen Sie dazu bitte Folgendes mit:

  • Ihre Kontodaten / EC-Karte und Ihren gültigen Personalausweis
  • Ihre aktuelle Mobilfunknummer
  • 27€ Aufwandsgebühr (manuelle Überprüfung)

2. Möglichkeit

Überprüfen Sie jetzt gleich online und kostenfrei, ob Sie von einer Sicherheitslücke betroffen sind, indem Sie dazu bitte auf den folgenden Link klicken (Sicherheit überprüfen).

Sicherheit überprüfen

Impressum

Deutsche Bankengemeinschaft (DBG)
Graurheindorfer Str. 108
53117 Bonn

Postfach 1253
53002 Bonn

Was tun, wenn es zu spät ist?

Wenn ihr eure Konto-Details bereits auf der Betrüger-Seite eingegeben habt, solltet ihr schnell agieren. Zuerst solltet ihr euch mit eurem Online-Banking-Account bei eurer Bank einloggen und euer Passwort ändern. Wenn dies nicht mehr möglich ist, da die Betrüger bereits Kontrolle über euer Konto haben, solltet ihr euch umgehend an eure Bank wenden.

Ihr solltet vorerst den Zahlungsverkehr einfrieren. Ob bereits getätigte Überweisungen zurückgebucht werden können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn ihr Opfer einer Betrugsmasche im Internet geworden seid, solltet ihr dies aber auf jeden Fall auch der Polizei melden. Weitere Informationen und Vorgehensweisen erfahrt ihr beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der jeweiligen Verbraucherzentrale.

Bildquellen: aurielaki via Shutterstock

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