Graveyard Keeper: Die inkorrekteste Friedhofssimulation aller Zeiten

Emily Schuhmann

Die konstante gute Laune in Stardew Valley geht dir auf den Zeiger? Statt Gemüse zu pflanzen, würdest du lieber Gräber ausheben? Dann hätten wir da einen Vorschlag für dich.

Graveyard Keeper – Launch-Trailer.

Kommt dir das Folgende bekannt vor? Du bist plötzlich Besitzer einer renovierungsbedürftigen Immobilie mit angrenzenden Ländereien, die du im Laufe des Spiels wieder auf Vordermann bringst und ausbaust. Das klingt doch verdächtig nach Stardew Valley oder der Harvest Moon-Serie, nicht wahr? Fast richtig. Graveyard Keeper, also Friedhofswärter, ähnelt besagten Spielen tatsächlich in vielerlei Hinsicht. Ganz so unbeschwert wie in diesen bunten Welten geht es hier allerdings nicht zu, auch wenn die Grafik Parallelen hat.

Zumindest habe ich noch nie davon gehört, dass Spieler in Stardew Valley und Konsorten Gräber ausheben, Leichen aufschneiden, mit Schädeln sprechen und Hexenverbrennungen beiwohnen. All diese Dinge sind der Alltag deines Charakters in Graveyard Keeper, der nach einem tödlichen Unfall plötzlich in einer Mittelalterwelt aufwacht und zum Friedhofswärter erklärt wird.

Er hat von diesem Job ungefähr so viel Ahnung wie du, aber glücklicherweise hilft ihm der sprechende und aus unerfindlichen Gründen sehr lebendige Schädel Gerry dabei, seinen neuen Pflichten nachzukommen. Auch wenn er im Gegenzug immer mal wieder auf einen Drink beharrt. Stellt sich die Frage, wohin die Flüssigkeit, die er zu sich nimmt, wieder verschwindet.

Die letzten Sätze sollten dir klar gemacht haben, dass dich hier keine Langeweile erwartet. Die einzigen staubtrockenen Dinge im Spiel sind und bleiben Gerry, die Gebeine auf deinem Friedhof und der Humor. Die Dialoge sind teilweise sehr makaber und nehmen Themen auf die Schippe, die normalerweise alles andere als lustig sind. Beispielsweise Hexenverbrennungen. Dann gibt es da auch noch einen Astrologen, dem ebenfalls der Scheiterhaufen droht, weil er darauf beharrt, dass die Erde rund ist. Und das wäre wirklich eine Schande, scheint der gute Mann doch der Einzige zu sein, der dir vielleicht bei der Rückkehr in die echte Welt behilflich sein kann.

Bis es allerdings soweit ist, solltest du deinem neuen Job nachkommen. Der dreht sich hauptsächlich um das Beerdigen von Toten, die dir ein sprechender Esel mit Karren immer mal wieder vor die Tür legt. Eine Glocke bimmelt und von diesem Moment an fangen die Lebenspunkte der Leiche an zu sinken. Ein nettes Oxymoron. Und glaub mir, irgendwann fängst du an, diese vermaledeite Glocke zu hassen. Je „unglücklicher“ der Tote zum Zeitpunkt der Beerdigung ist, desto schlechter ist der Zustand deines Friedhofs. Und das wiederum würde den Bischof betrüben.

Einer der wichtigsten Aspekte von Graveyard Keeper ist übrigens nicht das Beerdigen, sondern das Kennenlernen und Anfreunden mit den Dorfbewohnern: Besagter Bischof, ein fauler Poet, eine arrogante Sängerin, ein Schankwirt oder ein pyromanischer Inquisitor, um nur einige zu nennen. Sie handeln mit dir, geben dir Aufträge, folgen aber sonst ihrem eigenen Tagesplan und sind dementsprechend schwer zu erwischen. Besonders ärgerlich, wenn du eine Aufgabe abgeschlossen hast und dann mehrere Tage warten musst, bis du eine neue bekommst.

Zwar vergeht die Zeit schneller, wenn du ein Nickerchen machst, auf der anderen Seite warten ja aber auch noch andere Aufgaben auf dich: Du brauchst jede wache Minute, um Holz zu hacken, Stein abzubauen und deinen Vorgarten mit allerlei Gerätschaften auszustaffieren. Das Knifflige: Alle Bauarbeiten kosten Energiepunkte.

Wäre Graveyard Keeper ein Handyspiel, würde ich garantiert die Finger davon lassen, aber das ist es ja glücklicherweise nicht. Hier musst du keinen Cent zahlen oder ein Video schauen, um neue Energie zu tanken. Stattdessen stattest du nur deinem virtuellen Bett einen Besuch ab. Pass allerdings auf, dass du nicht den ganzen Tag verpennst. Sonst denkt Totengräber Terry am Ende noch, dass du ebenfalls unter die Erde gehört.

Noch mehr tolle Geheimtipps wie Graveyard Keeper gefällig? Diese Spiele solltest du unbedingt im Auge behalten:

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15 Videospiel-Geheimtipps, die du dir nicht entgehen lassen solltest.

Mein Test-Fazit zu Graveyard Keeper

Was gefällt mir an diesem Spiel am besten? Graveyard Keeper lässt mich nahezu konstant schmunzeln, mein Humor ist allerdings auch ziemlich schwarz. Normalerweise finde ich Spiele dieser Art sehr schnell langweilig. Sogar Stardew Valley konnte mich nur bedingt begeistern und dafür ernte ich regelmäßig ungläubige Blicke. Scheinbar brauchte es nur eine makabere Note, um mich davon zu überzeugen, dass es Spaß macht, Stunden mit Holz hacken, Handwerken und Dorfbewohner glücklich machen zu verbringen.

Wird dir gefallen, wenn du über betrunkene, sprechende Totenköpfe lachen kannst und es dir Spaß macht Gräber auszuheben.

Wird dir nicht gefallen, wenn du ein Problem damit hast, wenn Spiele Religion auf die Schippe nehmen und du ungern dieselben Dinge immer und immer wieder machst.

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