Seasons after Fall gibt Dir die Kontrolle über die vier Jahreszeiten. Anstatt mit dieser Macht die Weltherrschaft anzustreben, hilfst Du in dem niedlichen Puzzle-Platformer aber Waldbewohnern. Ob das dennoch motivieren kann, liest Du in meinem Test.

 

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Seasons After Fall - Launch Trailer

Die Macht über die Jahreszeiten zu haben ist eine verdammt coole Angelegenheit, und Seasons after Fall gibt Dir genau diese Möglichkeit. Anfangs noch als eine magische Knospe unterwegs, steuerst Du schon bald einen Fuchs und erhältst von einer unsichtbaren Erzählerin den Auftrag, besondere Essenzen von den Hütern der Jahreszeiten zu beschaffen. Das geschieht in klassischer Jump ‚n‘ Run-Manier, die sich mit eingestreuten Rätseln abwechselt. Die eingesammelten Essenzen sind übrigens deswegen so wichtig, weil sie Dir erlauben, zwischen den Jahreszeiten, also Frühling, Sommer, Herbst und Winter, zu wechseln.

Seasons After Fall

Dieser Jahreszeiten-Wechsel ist schön in die Logik der Puzzles eingebunden: Pilze wachsen nur im Herbst, und nur wenn sie wachsen, kannst Du auch auf sie springen und so Abgründe überqueren, die in anderen Jahreszeiten unmöglich gewesen wären. Bäume, die einen ähnlichen Zweck erfüllen wie die herbstlichen Pilze, sprießen hingegen nur im Frühling, und der Sommer trocknet ganze Flüsse aus, die anschließend begehbar werden.

Neben der Notwendigkeit Rätsel zu lösen, ist der Wechsel zwischen den Jahreszeiten auch grafisch wunderschön. Jede Zeit hat ihr eigenes Aussehen und jeder einzigartige Stil macht das ohnehin schon wunderschöne, an eine Aquarell-Zeichnung erinnernde Spiel noch hübscher. Schade, dass man den dazu passenden, tollen Soundtrack vergleichsweise eher selten zu hören bekommt.

Weniger erfolgreich ist Seasons after Fall, wenn es um das Thema Navigation geht: Solltest Du genau wie ich zu den Personen gehören, die sich gerne mal verlaufen, dann solltest Du für das Spielen von Seasons after Fall entweder eine Menge Geduld mitbringen oder parallel eine eigene kleine Karte der insgesamt vier Areale zeichnen, denn das Spiel wird sehr schnell unübersichtlich. Das sorgte bei mir vor allem gen Ende dafür, dass ich oft frustriert durch die unterschiedlichen Bereiche gelaufen bin, ohne wirklich zu wissen, wo genau ich eigentlich hin muss.

Seasons after Fall

Mein Test-Fazit zu Seasons after Fall

Seasons after Fall ist eine spielbare Bettgeschichte. Man hört sie sich an und erfreut sich an ihr, da sie nicht nur wunderschön klingt, sondern auch eine nette, nicht zu schwere Geschichte erzählt. Doch sobald wir den Erzähler mit seinen Worten ausblenden und uns voll auf das Gameplay konzentrieren, macht sich hier und dort Frustration breit. Ich bin genervt, dass es keine Karte oder wenigstens eine gute Spielführung gibt, und ich mich dadurch ständig verlaufe. Auch die manchmal unpräzise Steuerung ist besonders für einen solchen Platformer alles andere als toll. Gleichzeitig sorgen die wunderschöne Aquarell-Optik und die tolle Atmosphäre aber auch dafür, dass ich mich trotz Kritikpunkten sehr wohl beim Erkunden der Welt von Seasons after Fall fühle – und genau das muss ein Gute-Nacht-Märchen schaffen.

Seasons after Fall ist ab sofort für PC bei Steam erhältlich. Versionen für die Konsolen sollen als Download-Titel ebenfalls kommen. Welche das sein werden und wann sie erscheinen, ist derzeit noch unbekannt.

Preis: 9,99 €

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Wertung

7/10
“Seasons after Fall ist ein wunderschönes spielbares Märchen, das zwar Probleme mit der Spieler-Führung und Steuerung hat, aber durch seinen zauberhaften Stil viel wieder wett macht.”