Semblance im Test: Das Rätselspiel, mit dem du die Welt veränderst

Alexander Gehlsdorf

Für Rätselfreunde ist das unscheinbare Semblance derzeit ein origineller und kreativer Geheimtipp. Im Test untersuchen wir, was den Knobelspaß so einzigartig macht.

Kennst du John Suttleworth? ich kannte ihn jedenfalls nicht. Wie sich beim googeln allerdings herausgestellt hat: er ist Yacht-Designer. Was das mit Semblance zu tun hat? Von Suttleworth stammt das Zitat „Nur wer anders denkt verändert die Welt.“ Und genau darum geht es in Semblance.

Genau wie Portal vor mehr als zehn Jahren zum vierdimensionalen Denken anregte, musst du auch in Semblance „outside the box“ knobeln, um die zahlreichen Rätsel des Spiels zu lösen. Statt Portale zu setzen verformst du jedoch in Semblance direkt die Spielwelt.

Dein Ziel dabei ist es, die Welt von einem zerstörerischen Kristall zu befreien, der sich überall ausgebreitet hat. Am Ende jedes Rätsels wartet ein leuchtender Orb auf dich. Hast du alle Orbs eines Levels gesammelt, kann der Kristallbewuchs zerstört werden und die Natur erwacht zu neuem Leben.

Das beginnt anfangs noch simpel. Um etwa Abgründe zu überwinden, wird einfach die Absprungplattform ein wenig erhöht und schon gelingt der eigentlich zu weite Sprung. Ist hingegen ein Gang eigentlich zu niedrig, um ihn zu durchqueren, lässt sich mit wenigen Klicks die Decke erhöhen oder der Boden tiefer legen. Auf Knopfdruck lassen sich zudem alle Veränderungen in der unmittelbaren Umgebung wieder rückgängig machen.

Diese Grundlagen gehen bereits nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über, zum Ende der insgesamt vier Akte warten jedoch auch einige echte Kopfnüsse auf dich. Spätestens dann geht jedem Knobel-Fan das Herz auf. Gefühlte Ewigkeiten wird auf das vermeintlich unlösbare Rätsel gestarrt, nur um kurz darauf mit der flachen Hand an die Stirn zu klaschen, sobald sich die überraschend simple Lösung endlich offenbart.

Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis wird der Rätselspaß leider immer häufiger von unnötigen Macken geschmälert. Teilweise lassen sich Level-Elemente aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht verformen, beim zweiten Versuch hingegen funktioniert es plötzlich. Auch wenn ein Rätsel eigentlich gelöst ist, sind gerade im zweiten Spielabschnitt mitunter extrem fummelige Sprünge nötig, bei denen Millimeter über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können.

Wer zehnmal hintereinander an einem Sprung scheitert fragt sich dann unweigerlich: „Ist das wirklich die Lösung des Rätsels?“ Ja, ist es, aber wie ein Erfolg fühlt sich die anschließend nötigen und häufig tödlichen Sprungpassagen nicht an.

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Sollte der Frust zu groß werden, kann glücklicherweise jederzeit zum nächsten Rätsel fortgefahren werden. Mit Ausnahme des letzten Aktes ist in der Theorie jedes einzelne Rätsel von Beginn an zugänglich. Wer also einmal festhängt kann sich ruhig dem nächsten Rätsel widmen und sollte der Geistesblitz doch noch kommen jederzeit zurückkehren.

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Mein Test-Fazit zu Semblance

Semblance überzeugt mit einem originellen Konzept, das für angenehm rauchende Köpfe sorgt. Rätselfreunde werden die kreativen Herausforderungen definitiv zu schätzen wissen, auch wenn die Unzulänglichkeiten der Steuerungen und Sprungpassagen durchaus Frustpotential haben. Semblance erscheint nicht nur für den PC sondern auch für die Switch. Wer also auf der morgendlichen Bahnfahrt zu Arbeit oder zur Schule gern ein wenig knobelt, ist bei Semblance an der richtigen Adresse. Wer hingegen an einem Stück spielt, hat bereits nach wenigen Stunden alle Rätsel gelöst.

Wird dir gefallen, wenn du gern an kniffligen Kopfnüssen herumknobelst und ein Spiel für zwischendurch suchst.

Wird dir nicht gefallen, wenn du zwei linke Hände hast und dir den Spielspaß nicht durch fummelige Steuerung ruinieren willst.

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