The Flame in the Flood gehört zum großen Genre der Survival-Games. Und dennoch macht es einiges anders als die Konkurrenten. Begleite mich auf der Reise entlang des Flusses, immer am Rande des Überlebens. 

 

Indie Games

Facts 
The Flame in the Flood Trailer

Tag 1: Heute ist mir ein Hund über den Weg gelaufen. Ich habe ihn Aesop getauft. Der Name schien mir passend für das grauhaarige Zottelmonster. Ob mir die Leute glauben, wenn ich ganz laut „Wolf“ schreie? Wahrscheinlich macht es nach dem Ende der Zivilisation sowieso keinen Unterschied mehr. Ich setze meinen Weg nun also mit meinem neuen Begleiter fort. Auf dem Floß den Fluss hinunter. Was auch immer mich dort erwarten wird.

Ich weiß nicht genau, warum Aesop und ich dem Fluss folgen. Irgendetwas zieht mich an. Ich habe Angst vor dem, was auf mich wartet. Aber das Floß wird uns tragen, wenn ich aufpasse und die Stromschnellen nicht unterschätze.

Tag 2: Etwas flussabwärts habe ich ein altes Camp entdeckt. Neben Nahrung und Wasser konnte ich dort auch einige Utensilien finden, mit denen ich eine Falle gebaut habe. Diese eignet sich sicherlich perfekt für die vielen Hasen, von denen es in diesem Gebiet nur so wimmelt. Wenn ich ein oder zwei Langohren erwische, könnte ich vielleicht neue Kleidung oder einen Beutel fertigen? Immerhin bin ich für die nächsten Tage mit Fleisch versorgt.

Leider keine Spur einer Menschenseele...

Die Nacht bricht bald herein. Ich sollte mir schleunigst einen Unterschlupf suchen. Vorhin habe ich einen verlassenen Schulbus gesehen. Dieser wird sicherlich für ein paar Stunden Ruhe ausreichen. Und immerhin bin ich dort auch vor den Gefahren der Nacht geschützt.

Roguelike Airheart in der Vorschau

Tag 3: Heute war ein besonders guter Tag. Ich habe Metall, einige Planken und sogar Angelhaken und Schnur gefunden. Meine Ausrüstung wird immer besser. Bei einer verlassenen Kirche habe ich zudem den Totengräber Cocteau getroffen. Er erzählte mir mehr über den Fluss. „Alles treibt am Ende den Fluss hinunter“, meinte er. Ich habe nicht genau verstanden, was er damit sagen will. Möglicherweise macht ihm auch die Einsamkeit in dieser Welt zu schaffen.

Tag 4: Früher mochte ich den Regen, wenn er gegen die Fensterscheibe prasselte. Nun hasse ich die nasse Seuche, die sich durch meine Kleidung drückt. Nach stundenlanger Fahrt entlang des Flusses und mehreren Zwischenstopps samt fruchtlosen Erkundungen, bin ich dem Gewitter endlich entkommen. Auch ein Feuer konnte mich nicht wirklich aufwärmen. Ich fühle mich kränklich und habe Halsschmerzen. Sollte nicht bald eine Apotheke oder ein Krankenhaus am Rande des Flusses auftauchen, die noch Medikamente haben, werden das heftige Tage.

Tag 5: Mein Glück scheint mich verlassen zu haben. Die Erkältung vernebelt meine Sinne. Selbst einfache Aufgaben, wie das Steuern des Floßes, erweisen sich als kräftezehrende Herausforderung. Ich habe mein Gefährt in den reißenden Fluten mehrfach gegen Treibgut, Klippen und die Küste gesteuert. Wenn ich nicht bald wieder fit werde und das Floß repariere, verschlingt mich dieser gottverdammte Fluss und ich ersaufe jämmerlich. Nur Aesop hält mich mit seiner Anwesenheit und bedingungslosen Treue bei Laune. Ach Aesop.

Tag 6: Der Fluss findet einfach kein Ende. Ich hingegen schon. Am Nachmittag hatte ich eine Begegnung mit einem Eber. Seine Hauer spüre ich immer noch in meiner Hüfte. Die Wunde hat wieder angefangen zu bluten. Alles hier draußen, will mich umbringen. Eber, Schlangen, Wölfe...und sogar die Pflanzen wollen mir an den Kragen. Lange halte ich das nicht mehr aus. Nur Aesop steht mir noch zur Seite. Mein lieber Aesop.

Dieses Steam-Achievement hat nur ein Spieler

Tag 7: Das wird mein vermutlich letzter Eintrag. Wasser und Nahrung sind mir ausgegangen. Meine Verbände reichen nicht mehr aus, um die Blutung zu stillen. Jede Bewegung brennt wie Feuer. Ich hätte nicht gedacht, dass es so wenige Fehltritte braucht, um mich ins Jenseits zu schicken. Am meisten fürchte ich um Aesop. Was macht er nur ohne mich? Und was mache ich ohne ihn? Adieu, mein lieber Aesop.

...

Tag 1: Heute ist mir ein Hund über den Weg gelaufen. Sein Name ist Aesop. Das kam mir zumindest logisch vor. Mit ihm mache ich mich auf den Weg den Fluss hinunter. Obwohl der Weg für mich völlig neu aussieht, habe ich das Gefühl, mich gleich zurechtzufinden. Ich weiß einfach, wo es lang geht. Vielleicht schaffe ich es ja wirklich zum Ende des ewig scheinenden Flusses.

Na, neugierig geworden? The Flame in the Flood ist ein tolles Survival-Spiel, das vor allem durch den Schauplatz des Flusses enorm viel Charme mit sich bringt. Einsam, melancholisch und unbarmherzig erweist sich meine Reise mit Aesop entlang des strömenden Gewässers. Auf dem Weg erzählen nur wenige Menschenseelen, was in dieser Welt passiert ist. Und doch reicht es aus, um die Stimmung perfekt zu setzen. Besonders erfrischend: The Flame in the Flood ist wieder Mal ein Survival-Spiel ohne die ewig gleiche Zombie-Bedrohung. Leider gibt es aber auch Schattenseiten bei The Flame in the Flood.

Das Inventar lässt sich nur sehr wiederwillig meistern und die Spielmodi (Kampagne und Endlosspiel) ähneln sich sehr. Am Ende bleibt die Kampagne ein und dasselbe Spiel, mit zehn Zielen in verschiedenen Gebieten. Der Wiederspielwert ist danach - trotz der zufällig generierten Gebiete - eher gering. Wie so oft ist aber auch eher der Weg - oder in dem Falle: Reise - das Ziel. Und diese Reise lohnt sich definitiv bei diesem kniffligen Survival-Spiel.

Entwickler: The Molasses Flood
Preis: 14,99 €

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Wertung

8/10
“The Flame in the Flood ist ein tolles Survival-Spiel, das vor allem durch den Schauplatz des Flusses enorm viel Charme mit sich bringt und auch ohne Zombie-Klischee auskommt. Einige technische Schwächen trüben den Gesamteindruck.”
Marvin Fuhrmann
Marvin Fuhrmann, GIGA-Experte.

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