The Swords of Ditto im Test: Wie ich ein unschuldiges Dorf in jahrhundertelange Finsternis stürzte

Lisa Fleischer

Was von Außen wie ein niedliches Kinderspiel aussieht, entpuppt sich als Rogue-Like der besonders heftigen Art: Mit The Swords of Ditto ist nicht zu Spaßen. Und so kommt es, dass ich aus Versehen ein ganzes Dorf in jahrhundertelange Finsternis stürze.

The Swords of Ditto – Release-Trailer.

Du hast keine Zeit, den kompletten Test zu lesen? Kein Problem, unten findest du eine Zusammenfassung.

Dabei fängt alles ganz harmlos an: Ich wache in Form eines niedlichen Roboters mit würfelförmigem Kopf an einem Strand auf. Offenbar bin ich angespült worden, eine Fee in Mistkäfer-Form erklärt mir dies. Sie stellt sich mir als Puku vor und erklärt mir in wenigen Sätzen die Grundprinzipien dieser Welt. Die böse Hexe Mormo taucht alle hundert Jahre auf, um die kleine Insel in Finsternis zu stürzen, ihr kann sich nur das Schwert von Ditto stellen und das bin in diesem Fall ich. Also worauf warte ich eigentlich noch?

Ich hole mir also mein Schwert im einzigen Dorf von Ditto ab und mache mich auf zu Mormo. Schließlich möchte mich Puku darauf vorbereiten, was auf mich später noch warten wird. Ich kämpfe gegen die Monster, die vor ihrem düsteren Schloss auf mich warten, trete ein – und werde direkt von Mormo platt gemacht. Kein Wunder, habe ich doch kaum trainiert, meine Waffen sind zudem nicht gerade die Besten. Na toll – das Schwert von Ditto (also ich) fällt und auf die Welt warten hundert Jahre Finsternis.

Alte Welt im neuen Gewand

Damit ist das Spiel natürlich nicht vorbei. 100 Jahre später wache ich in einem Bett auf, dass in einem kleinen Haus steht, ich bin jetzt kein Roboter mehr, sondern ein Mädchen mit blonden, lockigen Haaren. Wieder taucht Puku auf, die eingesteht, letztes Mal zu wenig erklärt zu haben, ich müsse mich deutlich besser vorbereiten. Erst einmal muss ich mir aber mein Schwert zurückholen. Dieses soll ich auf dem Friedhof finden, schließlich ist das letzte Schwert von Ditto bitter gescheitert.

Ich mache mich also auf den Weg – und finde eine düstere Welt vor. Es regnet, die Wiesen sind nicht mehr saftig grün, sondern leicht lila. Häuser haben Löcher, die Bevölkerung, die zuvor noch so positiv war, scheint etwas geknickt zu sein. ‚Macht nichts‘, denke ich, ’nächstes Mal schaffe ich es bestimmt.‘ Trotz allem ist Ditto immer noch unglaublich niedlich, es wirkt, als sei die Welt den Träumen deiner Kindheit entsprungen: Die Musik erinnert an alte 8- und 16-bit-Soundtracks. Überall findest du leckeres Essen, die Charaktere wirken fast schon kindlich, statt Waffen benutzt du Spielzeuge, um deine Gegner zu bezwingen.

Als erstes soll ich einen Abstecher in die Stadt machen. In einer Art Rathaus treffe ich einen alten Mann, dessen einzige Bestimmung es offenbar ist, mir den Weg zu weisen. Er erklärt mir, dass über die Insel legendäre Spielzeuge in Dungeons versteckt sind, mit denen ich die Anker zerstören kann, die Mormo in dieser Welt halten. Erledige ich meine Aufgabe, ist der Endkampf gegen Mormo deutlich einfacher.

Vorbereitung ist das A und O – und wird gleichzeitig zum Verhängnis

Dieses Mal gehe ich auch nicht völlig unvorbereitet auf mein Abenteuer: Im Spielzeugladen rüste ich mich zuerst mit Spielzeugen aus, die zwar keinen Schaden zufügen können, dafür jedoch bestens geeignet sind, um Rätsel in Dungeons zu lösen. Zudem erhalte ich Essen in Form von Schokolade, Donuts und Burger, mit denen ich mich etwas heilen kann, sowie Sticker, die den Status meiner Ausrüstung verändern, beispielsweise Feuerschaden ermöglichen. Und mit dem Kazoo-Spielzeug kann ich den Air Kazoo rufen, eine Art fliegender Tröten-Bus, mit dem ich schnell von einem Ort zum anderen reisen kann.

Gut ausgerüstet und voller Hoffnung mache mich auf zum ersten Dungeon. Schon nach kurzer Zeit treffe ich auf die erste größere Ansammlung von Gegnern – und werde gnadenlos von ihnen überrannt, weil ich mein Essen innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht habe. So fällt mein zweites Schwert von Ditto und die Finsternis breitet sich weiter aus.

Erneut wache ich nach hundert Jahren in neuem Körper auf. Zunächst schaue ich verängstigt in mein Inventar: Mist, meine Items und Sticker, die ich bislang gefunden habe, sind weg. Zum Glück sind Geld, Fortschritt in Form von Level und Statusveränderungen sowie die drei elementaren Spielzeuge, die ich zum Rätsel-Lösen und Schnellreisen benötige, noch da. Obwohl ich neu anfangen muss, habe ich also nicht umsonst gekämpft, sondern meinen weiteren Weg entscheidend vereinfacht.

Jahrhundertelange Finsternis

Die Karte zeigt, dass sich Ditto verändert hat, Dungeon und Mormo sind an gänzlich anderen Stellen zu finden als zuvor. Ich mache mich auf den Weg – und komme an einem Schrein vorbei, dem ich Kristalle opfern kann. Mir wird gesagt, dass ich vielleicht die Zeit beeinflussen kann, opfere ich genügend Gegenstände. Das kommt mir zu Gute, habe ich doch pro Held nur vier Tage Zeit, um alle Anker zu zerstören. Also mache ich mich auf die Suche – und brauche leider viel zu lange.

Die Zeit läuft ab und ich werde mit Mormo konfrontiert – obwohl ich keinesfalls ausreichend vorbereitet bin. Das Schwert fällt erneut – und ich lerne: Größere Erkundungen, die zwar nicht zielführend sind, dafür Boni bringen, sollte ich hinten anstellen, können sie mir doch zum Verhängnis werden. Unfair erscheint mir das nicht, schließlich handelt es sich bei The Swords of Ditto nun mal um ein Rogue-Like und die sind alleine per Genre-Definition knackig.

Es bricht eine unheilvolle Zeit über Ditto herein: Immer wieder wache ich in einem neuen Körper auf, hole mein Schwert, rüste mich aus, mache mich auf den Weg zum legendären Spielzeug – und sterbe. Mal, weil ich beim Leveln im Kampf ungünstig getroffen werde, mal, weil ich mich mit der Anzahl der Gegner übernehme, weil ich eine Falle übersehe, weil ich zu lange im Dungeon brauche, zu wenig Essen im Gepäck habe, mich verlaufe und so weiter.

Von Tod zu Tod wird die Stadt düsterer, mir kommt es so vor, als verfielen die Häuser immer weiter, die Menschen würden immer deprimierter. Während die Bürgermeisterin Anfangs noch aufmunternde Nachrichten für die Bürger am schwarzen Brett hinterließ, organisieren sich die Bürger ab einem bestimmten Punkt selbst, irgendwann bleiben die Nachrichten sogar komplett aus. Weil ich es alleine einfach nicht gebacken bekomme, Ditto zu retten, hole ich mir irgendwann Hilfe – in Form eines zweiten Mitspielers.

Zu zweit geht alles besser

The Swords of Ditto hat einen optionalen Couch-Koop-Modus. Dein zweiter Mitspieler kann fließend ein- und aussteigen, dein Fortschritt wird davon nicht beeinflusst. Der Multiplayer ist definitiv ein Highlight, Rätsel lassen sich dadurch leichter lösen, ihr könnt taktieren und bleibt sogar etwas länger am Leben. Leicht ist The Swords of Ditto trotzdem noch lange nicht. Mit meinem Spiel-Partner schaffte ich es tatsächlich durch den ersten Dungeon, in dem das legendäre Spielzeug versteckt ist, an den Bossen, die es beschützen, scheiterten wir jedoch.

Später konnten wir es zwar ergattern, doch später wurde uns jedoch der Boss im Anker-Dungeon zum Verhängnis. Und so bleibt Ditto auch weiterhin in Finsternis gehüllt. Sicherlich wird das aber nicht unser letzter Versuch sein, Ditto aus den Fängen von Mormo zu befreien.

Mein Test-Fazit zu The Swords of Ditto: Eine schier unendliche Reise

Natürlich hat The Swords of Ditto auch Schwächen: Durch das Zeitlimit kannst du die Welt niemals komplett erschließen, Completionists werden bitter enttäuscht. Außerdem ist das Kämpfen recht simpel, mit einer Taste schlägst du, mit einer anderen weichst du aus, kampftaugliche Spielzeuge dienen als Spezial-Attacke. Vielleicht ist das aber auch gut so, wäre The Swords of Ditto durch ein komplexes Kampfsystem nur noch schwerer als es sowieso schon ist.

Du willst noch mehr Herausforderungen? Diese Spiele sind mindestens genauso schwierig wie The Swords of Ditto:

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Das sind die schwierigsten Spiele aller Zeiten.

Ansonsten bietet dir The Swords of Ditto zahlreiche Möglichkeiten. Nicht nur die Welt transformiert sich mit jedem Durchlauf, je nachdem welche Gegenstände du kaufst und findest, verändern sich auch das Gameplay, die dir zu Verfügung stehenden Taktiken und deine Siegeschancen. Jeder Durchlauf dauert eine bis vier Stunden, an sich ist The Swords of Ditto also ein recht kurzes Spiel. Du wirst es jedoch mit Sicherheit zahlreiche Male spielen – die Entwickler haben es geschafft, mit relativ kleinem Aufwand eine schier unendliche Spielerfahrung zu erschaffen.

Verlierst du, fühlt es sich nicht an, als würdest du stecken bleiben, es ist eben Teil des Spiels. Auch wenn dein Tod permanent ist, verlierst du nicht jeglichen Fortschritt. Dadurch bleibt The Swords of Ditto ständig motivierend. Obwohl ich ansonsten nicht viel mit Rogue-Likes anfangen kann, schafft es The Swords of Ditto, dass ich nach jedem meiner zahlreichen Tode nicht deprimiert bin, sondern überzeugt weiter daran glaube, dass ich es irgendwann schaffen kann – und Ditto in neuem Glanz erstrahlt.

 

Wird dir gefallen, wenn du auf niedliche Comic-Grafik sowie nerdige Gags stehst und dir ein Koop-Partner zu Verfügung steht – denn zu zweit macht The Swords of Ditto noch mehr Spaß.

Wird dir nicht gefallen, wenn du Completionist bist, ein komplexes Kampfsystem erwartest oder vor Herausforderungen zurückschreckst.

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