Concluse: Kostenloser Horror-Geheimtipp sabotiert die Grenze zwischen Realität und Spiel

Daniel Kirschey

Lust auf ein Horrorspiel? Lust auf ein kostenloses Horrorspiel? Wer jetzt noch nicht angefixt ist, dem sei noch gesagt: Es ist wirklich gruselig und bietet ein Erlebnis, das du so wohl noch nicht gespielt hast.

Concluse: Kostenloser Horror-Geheimtipp sabotiert die Grenze zwischen Realität und Spiel

Du kannst dich wahrscheinlich daran erinnern. Im Jahr 2012 kommt das Spiel Slender: The Eight Pages heraus. Es ist kostenlos. Irgendwie spielt jeder das Spiel und versucht Slenderman zu entkommen. Zumindest füllt sich YouTube mit Videos, die schreiende Spieler zeigen. Im Kern ist Slender ein Horrorspiel voller Jump Scares. Jetzt ist wieder ein kostenloses Horrospiel erschienen. Statt jedoch auf Jump Scares zu setzen, punktet Concluse mit verrückten Ideen und einer dichten Atmosphäre.

Creepypasta

Das Besondere am Spiel, das muss gleich vorneweg gesagt werden, ist auch die Hintergrundgeschichte. Denn der Entwickler Studio Snowspot spielt mit einer Creepypasta-Geschichte. Anfang Juli vorigen Jahres taucht ein Video auf YouTube und reddit auf.

Ein gewisser Jon Martin berichtet, dass er ein merkwürdiges PS1-Spiel auf dem Speicher im Haus seines verstorbenen Onkels gefunden hat. Im Video sind dunkle, pixelige 3D-Grafiken zu sehen. Die Atmosphäre ist beeindruckend. Dann wird es etwas ruhig um die Geschichte. Doch nun gibt es das Spiel auf Steam. Angeblich ist Concluse also nur eine Portierung des PlayStation-Spiels. Ist es das, welches Jon Martin gefunden hat oder war alles nur eine Masche? Das kann jeder für sich entscheiden. Interessant ist jedoch: Der reddit-User des Eintrags vor einem Jahr heißt Snowspot – wie der Entwickler. Aber genug davon. Kommen wir zum Spiel.

Sollte ich das wirklich spielen?

Größtes Vorbild von Concluse ist wohl Silent Hill. Denn wie in der berühmten Spielereihe übernimmst du die Rolle eines Mannes, der auf der Suche nach seiner Ehefrau ist. Von daheim abgehauen, soll sie sich angeblich in einem Ort namens Hell aufhalten. Ja, der Name der Stadt bietet wenig Raum für Interpretationen. Das Spiel sieht dabei nicht nur aus wie zur Zeiten der ersten PlayStation, sondern spielt sich auch so.

Das ist jedoch positiv gemeint, unterstützt dies das Gefühl, etwas Eigenes, Besonderes zu spielen, dass vielleicht wirklich jahrelang irgendwo auf einem Speicher verschollen war. Wer nun im Spiel auf Jump Scares wie in Slender hofft, wird wie schon erwähnt enttäuscht. Das ist aber auch gut. Denn statt auf den billigen Schock zu setzen, baut Concluse Stück für Stück eine Atmosphäre auf, die den Schrecken der Stadt fühlbar werden lässt. Die Ego-Perspektive lässt das Spiel direkter und näher erscheinen.

Concluse Final Trailer.

Die grauen und schwarzen Umgebungen und, dass das Spiel so dunkel ist, zwingen dich dazu, das Licht im Zimmer zu dimmen oder gar auszuschalten. Wenn du nicht dein eigenes Gesicht als Reflexion im Monitor sehen willst, mach das Licht aus. Dadurch steigert sich die Anspannung nur noch mehr. Durch Notizzettel und andere Gegenstände klamüserst du ebenfalls Stück für Stück die Geschichte zusammen. Wie ein Mosaik beginnt sich ein Ort vor dir zu entfalten, der jedoch mit jedem Hinweis neue Fragen aufwirft.

Die Spannung steigt und die Brotkrumen-Informationen formen aus dem Schrecken eine sonderbare Faszination. Es bleibt jedoch nicht nur dabei. Das Spiel beginnt mehr und mehr die sogenannte Vierte Wand einzureißen. Wie der berühmte Pyramid Head aus Silent Hill begegnest du im Spiel immer wieder einer Gestalt, die schwarz, glänzend Verrenkungen vollführt. Wie in schwarze Plastikfolie eingepackt, erscheint sie stetig und scheint sich für dein Weiterkommen zu interessieren. Und dann, jäh, steht sie direkt vor dir. Schaut aus dem Bildschirm heraus. Spricht die Worte: „Du hättest das Spiel nicht spielen sollen … wir kommen bald in deine Realität.“

Minute um Minute im Spiel wird immer klarer: Hierbei handelt es sich nicht um ein einfaches Horrorspiel, das versucht Silent Hill zu kopieren. Es ist etwas Eigenes. Und es ist erst der Anfang von etwas Größerem. Denn schon nach nur etwa drei bis höchsten vier Stunden ist das Spiel vorbei. Es endet, ohne die Geschichte zu Ende zu erzählen. Die Reise wird also hoffentlich irgendwann weitergehen, die Handlung weitererzählen und wie Undertale, Pony Island oder Superhot den Spieler weiter verwirren und die Grenzen zwischen Spiel und Realität sabotieren. Mit dem angeblich verschollenen PS1-Spiel schafft es Concluse nämlich sogar auf einer Metaebene den Spieler zu verstören, die ungewöhnlich aber spannend ist.

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18 Bilder
Atmosphäre statt Gedärme: 13 einzigartige Horror-Spiele.

Hast du Concluse gespielt? Wenn ja, was hältst du davon? Wenn nein, dann kann dir das Spiel, auch gerade weil es kostenlos ist, nur wärmstens ans Herz gelegt werden. Schrieb uns deine Meinung dazu doch einfach mal in die Kommentare.

 

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