Dieses Spiel lässt euch an euren eigenen Entscheidungen zweifeln

Lisa Fleischer 1

Im Untergrund wird ein Terror-Anschlag geplant und nur ihr könnt ihn verhindern. Durch die Software Orwell seid ihr dazu befugt, alle Daten der Bürger zu durchsuchen und Hinweise auf eine terroristische Tat an die Sicherheitskräfte weiterzuleiten. Doch nicht alles ist, wie es zu sein scheint.

Orwell: Keeping an eye on you – Ankündigungs-Trailer.

Mit der Software Orwell möchte der Staat, in dem ihr lebt, kriminelle Taten und terroristische Attentate verhindern. Und ihr seid dafür verantwortlich, relevante Informationen an die richtige Stelle weiterzuleiten. Als sich die Hinweise auf einen Terroranschlag verdichten, müsst ihr handeln. Durch Orwell habt ihr nicht nur Zugang zu im Netz veröffentlichten Daten, sondern auch zu privaten Gesprächen und Dokumenten. Ihr startet dabei auf dem Profil einer einzelnen Person, von welcher aus sich euch an ganzes Netz an Informationen offenbart. Je nachdem, was ihr herausfindet oder überseht, bekommt ihr eure ganz eigene Version der Geschichte zu Gesicht.

Das Gameplay bietet dabei weitaus mehr als stupides Sortieren von Daten: Vielmehr hackt ihr euch in fremde PCs, löst knifflige Rätsel und sammelt Hinweise auf versteckte Dateien und Passwörter. Im Verlauf der Geschichte werdet ihr immer tiefer in einen Strudel aus Fragen moralischen Ursprungs gezogen: Sind diese Leute, die ihr überwacht, wirklich Terroristen oder doch ganz normale Bürger? Wie unterscheidet ihr Hinweise auf einen Terrorakt von einfachen unbedachten Aussagen? Und wer gibt euch das Recht, andere Menschen zu überwachen?

Mehr Überwachungsstaat-Thirller gefällig? Dann spielt Need to Know

Orwell ist übrigens eine Anspielung auf den gleichnamigen Autor, dessen Roman „1984“ als Meilenstein der Überwachungsstaats-Literatur gilt. Solche Bezüge zur Hochkultur findet man doch recht selten in Videospielen. Zuletzt hat Entwickler Mipumi Games mit The Lion’s Song bewiesen, dass sich hinter solchen Anspielungen richtig anspruchsvolle Geschichten verbergen könnten. Ob auch Orwell dem Anspruch eines intelligenten Spiels gerecht werden kann, bleibt aber erst noch abzuwarten.

Besonders sticht auch die Präsentation von Orwell hervor: Im angesagten Low-Poly-Stil gehalten, wird die Welt, die ihr überwacht zwar entfremdet, dennoch wird euer Mitgefühl mit den Bürgern recht schnell geweckt. Orwell hat das Potential, euch richtig auf den Magen zu schlagen. Und mit der Thematik Überwachungsstaat scheinen die Entwickler einen Nerv getroffen zu haben, zeigen doch AAA-Titel wie Watch Dogs 2 und auch die Serie Mr. Robot, dass das Thema aktuell richtig relevant für euch ist.

Auf diese Geheimtipps könnt ihr euch 2016 freuen

Orwell wird vom Hamburg Entwickler Osmotic Studios produziert und soll Ende 2016 auf Steam erscheinen.

Orwell: Keeping an Eye On You
Entwickler: Osmotic Studios
Preis: 9,99 €
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19 Bilder
„Summer of Pride“ feiert Vielfalt in Videospielen – queere Games zum Mitfeiern.

Screenshots zum Überwachungsstaat-Thriller Orwell:

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