Katana Zero: Mit Pixel Art und Blut in die Synthwave-Disco

Daniel Kirschey

Pixel, Blut, Synthwave und Dialoge, die dich nicht zwingen, sie zu führen: Das ist Katana Zero. Und das ist richtig gut!

Natürlich muss gleich am Anfang bei Katana Zero der Vergleich zu Hotline Miami stattfinden. Ja, auch in Katana Zero geht es hauptsächlich darum, in einem Level die Feinde blutig zu erlegen, um in ein neues vorstoßen zu können. So, da war er, der Hotline Miami-Vergleich. Die meisten können sich nun schon ungefähr vorstellen, welche Art von Spiel Katana Zero ist.

Hier der Trailer zum Spiel.

Katana Zero Trailer.

Ein Blick in den Trailer offenbart noch, dass das Game alles hat, was ein Indie-Spiel 2019 noch braucht, um eine Fan-Gemeinde zu generieren:

  • Pixel Art? Check!
  • Synthwave? Check!
  • Samurais und Ninjas? Check!
  • krude Handlung? Check!
  • Blut und Gewalt? Check!

Und schon ist er da, der neue Indie-Hit, der die Indie-Jünger begeistern wird, oder? Ja, das liegt aber nicht nur an den einzelnen Zutaten, wie man nun vielleicht vermuten könnte, sondern auch am Geschick und am Können der Entwickler von Askiisoft, wie diese Zutaten vermischt worden sind. Es gibt Tausende Metroidvania-Spiele, inzwischen etliche „Souls“-Spiele, die nicht von From Software sind. Doch nicht alle davon kommen an die Größe des Vorbilds heran. Die meisten fangen nur einige Aspekte der Spiel-Ikonen wie Dark Souls oder Metroid ein.

Und dann gibt es so Spiele wie Hollow Knight, das beide Stile perfekt verbindet. Oder Dead Cells. In diese Reihe fällt auch Katana Zero. Auch wenn im Geiste Hotline Miami offensichtlich Pate stand, schafft es das Spiel etwas Eigenes aus den Zutaten zu kreieren, einen eigenen Dreh zu finden.

Das fängt beispielsweise bei der Erklärung an, warum du unendliche Male durch ein Level rennen kannst, unendliche Male stirbst, um am Ende zu obsiegen. Der Trick: Die ganzen Versuche, sind eigentliche keine – der Samurai-Assassine geht im Kopf immer wieder Strategien durch, wie er am besten ans Ziel des Gebiets kommt. Ist eine gefunden, renn er wirklich los. Das gibt der Spielmechanik einen interessanten Kontext.

Das ist aber auch ohne diesen Kontext überzeugend. Sobald der erste Schuss eines Gegners fällt, sind alle anderen Feinde alarmiert. Durch Schnellig- und Kaltblütigkeit gilt es nun alle zu meucheln. Ein Schwertstreich reicht meist aus, damit ein Körper Blut spritzend zu Boden klatscht. Falls einer Kugel nicht ausgewichen werden kann, schlägst du sie per Knopfdruck zurück – so lange das Timing stimmt. Timing ist wichtig, so wichtig, dass Askiisoft den Samurai die Zeit manipulieren lässt. In brenzligen Situationen genügt wiederum ein Knopfdruck, um die Zeit zu verlangsamen. Das ändert aber nicht daran, dass sich Katana Zeros Gameplay schnell und flüssig anfühlt.

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Eine weitere Eigenheit des Spiels ist, wie es mit Dialogen umgeht. Keine Zeit für Gespräche? Dann drückst du Handy-Anrufe einfach weg oder unterbrichst die Laberbacken im Spiel einfach. Das hat jedoch die Konsequenz, dass die darüber nicht erfreut sind und dir schon mal ins Gesicht schnauzen, was sie von deinem Verhalten halten.

Ein Manko könnte für einige jedoch die Spielzeit sein. Nach circa vier bis fünf Stunden ist der Spaß aus. Da kann man nur hoffen, dass Askiisoft schon bald einen zweiten Teil nachlegt. Auch um die spannende Handlung weiterzuführen, die am Ende nicht die erwartete Auflösung bekommt, die du dir vielleicht erhoffst. Trotzdem, Katana Zero gehört neben Hotline Miami zur Spitze dieses „Genres“.

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