So viele Games durchspielen wie möglich: Der einfachste Vorsatz für 2019

Lisa Fleischer

Noch nie fiel es mir so leicht, einen guten Vorsatz für das neue Jahr einzuhalten wie in diesem Jahr. Mein Wunsch: Ich wollte so viele Spiele durchspielen wie nur möglich! Wie ich es schaffte? Mit Meditations!

Natürlich rede ich nicht wortwörtlich von Meditation, sondern von dem gleichnamigen Spielelauncher. Der stammt von Indie-Entwickler Rami Ismail. Eines Tages in 2017 spielte er das kleine Spiel Tempres. Ohne Anleitung, gar ganz ohne Wörter, bist du darauf angewiesen, ganz von alleine herausfinden, was zu tun ist. Hast du Erfolg, ist das Spiel vorbei – die meisten werden wohl so fünf Minuten dafür brauchen.

Was ist eigentlich Meditations?

Ismail war begeistert von dem Gedanken, schon gleich am Morgen ein ganzes Spiel durchgespielt zu haben. Deshalb bat er hunderte Entwickler um jeweils solch eine kleine Spielerfahrung, die er mit anderen teilen konnte. Anfang 2019 ging sein Wunsch in Erfüllung: er veröffentlichte den Game-Launcher Meditations. An jedem Tag des Jahres bietet dir der Launcher ein neues kleines Spiel – angefangen mit dem Ursprungsspiel Tempres – das du in wenigen Minuten durchspielen kannst.

Wegen meines Vorhaben für 2019 habe ich mir den Launcher natürlich direkt installiert – auch wenn ich in diesem Jahr meine Bucket List immer noch nicht komplett bewältige, habe ich jetzt immerhin jeden Tag ein besonderes, ganz kurzes Spiel vor mir und kann mich dadurch auch beim Zocken wunderbar produktiv fühlen. Perfekt! Den Meditations-Launcher lädst du dir auf der offiziellen Seite herunter, anschließend werden alle Spiele des jeweiligen Monats vorinstalliert. Das kann eine Weile dauern, dafür sind bei jedem weiteren Start des Launchers alle Spiele sofort abrufbereit.

Welches Spiel an welchem Tag angeboten wird, ist von vornherein festgelegt. Verpasst du es einen Tag lang zu spielen, kannst du die Erfahrung des Tages leider erst genau ein Jahr später nachholen – das Spiel des 29. Februars sogar theoretisch nur alle vier Jahre. Dafür gibt es inzwischen aber zahlreiche Let’s Plays, die jedes einzelne Meditations-Spiel für die Nachwelt festhalten.

365 Spiele, die zum Nachdenken anregen

Beim Blick auf das jeweilige Spiel des Tages fällt eine Besonderheit auf: Während der Entwickler eines Spiels für gewöhnlich selten sichtbar wird, haben sich die Entwickler der Meditations-Spiele schon vor Spielstart in einem kurzen Erklärungstext verewigt. Darin wird zwar nichts zum Gameplay der jeweiligen Erfahrung beschrieben, dafür wird in einem kleinen Moodpic beschrieben, was ihre jeweilige Inspiration für ihr kleines Spiel war.

Das Überraschende: mit jedem Spiel kann ich mich entweder identifizieren oder ich kann mich zumindest in die Situation einfühlen. Gleich der Text zum 2. Januar handelt von einer introvertierten Person, die trotzdem gerne unter Leuten ist, davon aber schneller erschöpft ist. Das darauf folgende Spiel beschreibt dieses zweischneidige Schwert sehr gut – und begeistert mich trotz des simplen Aufbaus, weil ich ganz genau weiß, wie sich das anfühlt.

An einem anderen Tag schlüpfe ich in die Rolle eines kleinen Hundes, der seinen Besitzer finden soll. Sobald ich ihn finde, erscheinen um ihn Herzchen – und ich fühle mich geborgen, weil ich diese tiefe Freundschaft verstehe, sie überträgt sich besser als in manchem AAA-Spiel. Und als ich den kleinen Titel Depression spiele, den ich einfach nicht bewältigen kann, verspüre ich genau das – tiefe Traurigkeit, ohne eigentlichen Grund.

Leider nicht die richtige Plattform

Genau das macht die Meditations aus: Sie sind besonders, innovativ und wühlen Gefühle auf, die andere Spiele einfach nicht auszulösen vermögen. Allerdings gibt es auch solche Spiele unter den Titeln des Launchers, die bei mir gar nichts auslösen, die nach fünf Minuten einfach vorbeigehen, ohne das ich verstehe, was sie mir überhaupt sagen wollen. Obwohl sie nur so kurz sind, fühle ich mich dann oft unproduktiv – genau das Gegenteil von dem, was die Meditations ja eigentlich bei mir auslösen sollten.

In solchen Momenten fällt mir auf, was für einen großen Aufwand ich betreiben muss, um Meditations zu spielen. Ich leihe mir einen Laptop aus, da ich selbst keinen besitze. Ich starte ihn – was wegen seines hohen Alters gut 15 Minuten dauern kann. Ich starte den Meditations-Launcher, was ebenfalls einige Minuten dauern kann – und dann ist alles nach fünf Minuten wieder vorbei und ich mache den Laptop wieder aus. Mich persönlich stört das – für PC-Spieler, deren Rechner sowieso so gut wie immer läuft, dürfte das aber kein Problem sein, sie können danach ja direkt etwas anderes zocken.

Ich hingegen frage mich schon nach wenigen Tagen, ob der PC nicht einfach die falsche Plattform für Meditations ist. Bestimmt würden die Spiele eine wesentlich breitere Masse erreichen, wäre Meditations eine App für das Smartphone. Sicherlich, die Spiele könnten nicht immer eins zu eins auf die neue Plattform übertragen werden. Dafür würde ich aber wesentlich weniger Spiele verpassen – das Smartphone habe ich immerhin überall dabei und Bahnfahrten würden viel schneller vorbeigehen, könnte ich unterwegs einfach mal ein Spiel durchspielen.

Meditations ist also eine geniale Idee, nur an der Umsetzung hapert es leider. Das ist auch der Grund, warum ich Meditations jetzt wohl erst einmal wieder ruhen lassen würde – und mich dafür doch wieder den Spielen meiner eigentlichen Bucket List zuwende – wie zum Beispiel Ni No Kuni 2. Auch Lust auf das Spiel bekommen? gibt es Ni No Kuni 2 gerade für unter 30 Euro.

Du willst ebenfalls 2019 mehr Spiele durchspielen, Meditations hat dich aber nicht überzeugt? Unabhängig davon haben wir dir im folgenden Artikel einige Spiele gesammelt, die nur wenige Stunden Spielzeit bieten.

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25 Bilder
23 kurze Spiele, die du in wenigen Stunden durchspielen kannst.

Was hältst du von dem Konzept, jeden Tag ein kleines Spiel durchspielen zu können – ist das etwas für dich oder bleibst du doch eher bei den großen AAA-Titeln? Wirst du Meditations ausprobieren? Welche Plattform findest du dafür passender: Den PC oder das Smartphone? Schreibe es uns doch unten in die Kommentare.

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