Porno-Sperre in Großbritannien: Parlament stimmt über Gesetzentwurf ab

Philipp Gombert 8

Voller Sorge richten sich die Blicke minderjähriger Briten auf das Parlament: Noch diesen Monat soll ein Gesetzzusatz Provider dazu verpflichten, Seiten mit pornografischen Inhalten bei unzureichender Altersverifizierung zu sperren.

Die bevorstehende Verabschiedung des Digital Economy Bill soll um einen Gesetzzusatz erweitert werden, der eine besonders strenge Vorgehensweise gegen unzureichende Altersbeschränkungen bei Internetseiten mit pornografischen Inhalten vorschreibt. Demnach soll die British Board of Film Classification (BBFC) — zuständig für die Altersfreigaben bei Filmen und Spielen — Provider dazu verpflichten können, Pornoseiten zu blocken, sollten diese ihre Inhalte nicht ausreichend vor den Blicken Minderjähriger schützen.

Nach Angaben der britischen Kultus- und Medienministerin Karen Bradley möchte man im Zuge des Gesetztes bewirken, dass Inhalte für Erwachsene ausschließlich für Erwachsene verfügbar seien. Erforderlich seien wirksame Altersverifizierungsverfahren. Ist dem nicht der Fall, wird die entsprechende Seite durch die Provider gesperrt. Im Sinne des Datenschutzes wolle man bestehende Möglichkeiten zur Altersverifizierung testen und neue entwickeln. Die Anonymität des Seitenbesuchers ginge dennoch aller Voraussicht nach verloren, womit die Regelung wohl auch Erwachsene abschrecken würde. Denkbar wäre eine Bestätigung über die Kreditkarte.

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Gesetzentwurf mit Kritik verbunden

Während der Gesetzentwurf bei Eltern vermutlich auf Zustimmung stößt, zeigen sich Kritiker zum Teil besorgt über mögliche Konsequenzen. So könnte der Beschluss nicht nur die Sperre von Pornoseiten zur Folge haben, sondern auch andere Web-Inhalte für Erwachsene betreffen. Die Formulierungen des Gesetzentwurfs seien sehr schwammig und würden auch andere Kategorien betreffen, die nichts mit pornografischen Inhalten zu tun haben. Zudem befürchte man Auswirkungen auf die Machtverhältnisse zwischen entsprechenden Anbietern: Die Sperre schütze vor allem große Betreiber vor kleineren Konkurrenzseiten.

Quelle: BBC via Heise

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