Bonsai Kitten: Die Katze im Glas - Was ist wirklich dran?

Selim Baykara

Unter dem Namen „Bonsai Kitten“ behauptete eine Webseite Anfang der 2000er Jahre, Katzen im Glas zu verkaufen. Angeblich wurden die Katzen dabei monatelang in Gläser gesperrt, bis sie die Form des Behälters annahmen. Auf Facebook und anderen sozialen Medien kursieren auch heute noch Fotos von den „Bonsai Kittens“. Was ist da dran?

Hoaxes auf Facebook.

Im Internet kursieren teilweise die merkwürdigsten Gerüchte: Neben UFO-Sichtungen, Verschwörungstheorien und rätselhaften Geistererscheinungen tauchen von Zeit zu Zeit Geschichten auf, die so absurd sind, dass sie eigentlich gar nicht wahr sein können – oder doch? Ein besonders bekannter Fall ist die Webseite Bonsai Kitten: Die Betreiber behaupteten allen Ernstes, in Gläsern gezüchtete Kätzchen zu verkaufen – und sorgten damit seinerzeit für eine Riesenaufregung.

Bonsai Kitten – Katze im Glas statt Katze im Sack

„In New York lebt ein Japaner, der Bonsai-Katzen verkauft“ – so lautete die Meldung, die um 2000 herum für Furore im Internet sorgte. Warum gerade „Bonsai Kitten“? Weil die Katzen angeblich in Gläser gesteckt wurden und damit die Form des Behälters annähmen – genau wie Bonsai-Bäume, die ebenfalls in eine spezielle Form gebracht werden. So soll sich das Ganze abgespielt haben:

  • Die Katzen stecke man direkt nach ihrer Geburt in speziell geformte Gläser.
  • Exkremente und Urin würden durch Sonden abgeführt.
  • Die Ernährung der Katzen laufe über Schläuche.
  • Dabei bekämen die Kätzchen spezielle Nährstoffe, die die Knochen aufweichten: Damit könnten sich die Katzen besser an die Form des Behälters anpassen.
  • Die Bonsai-Katzen verbrächten ihr ganzes Leben im Glas – zur Freude der Besitzer, die sich die Bonsai Kitten als modischen Einrichtungsgegenstand ins Regal stellten.
  • Auf der Webseite Bonsai Kitten könne man neben den Katzen auch das Equipment kaufen, um sich selbst eine Katze im Glas zu kaufen.

Als die ersten Fotos von den Katzen im Internet auftauchten, war die Aufregung verständlicherweise riesengroß – und das nicht nur beim durchschnittlichen Internet-Benutzer, der sich beim Anblick der armen Kätzchen gruselte. Tierschützer protestierten gegen diese neue und besonders grausame Form der Tierquälerei, im Internet kursierten zahlreiche Petitionen gegen den Betreiber – und selbst die amerikanische Bundesbehörde FBI schaltete sich damals ein, um den Fall zu untersuchen.

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Bonsai Kitten: Der klassische Internet-Hoax

Das FBI schaute sich den Betreiber der Seite, einen gewissen Dr. Michael Wong aus New York, genauer an – und konnte schon nach kurzer Zeit Entwarnung geben. Eine entsprechende Person gab es nicht und schließlich stellte sich heraus, dass es sich bei den Katzen im Glas um einen Scherz eines MIT-Studenten handelte. Die Bilder der Katzen wurden mit Bildbearbeitungs-Programmen wie Photoshop erstellt – echte Tiere kamen bei der ganzen Geschichte nicht zu Schaden.

Bei den Bonsai Kittens handelt es sich also um einen Hoax, sprich eine erfundene Geschichte oder eine Falschmeldung, die sich als wahre Tatsache ausgibt. Solche Geschichten tauchen immer wieder auf und sorgen meist für einen Riesenwirbel, zuletzt z.B. das Restaurant La Table Suisse – ein Etablissement, das angeblich Hunde und Katzen servierte. Die „Katze im Glas“ war einer der ersten Geschichten dieser Sorte und ist damit ein „klassisches“ Beispiel für einen Hoax bzw. eine Urban Legend.

Katze mit der Bong: Das steckt wirklich hinter dem Foto

Falschmeldungen und Fakes auf Facebook und Co.

Heute ist man an solche Stories schon eher gewöhnt – ob sich das FBI auch 2016 noch für Ermittlungen einschalten würde ist daher fraglich. Interessanterweise will die Geschichte mit den Bonsai Kitten aber auch nach so langer Zeit nicht aussterben. Immer wieder tauchen Meldungen auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken auf, die behaupten, dass es die Katze im Glas „jetzt doch gibt“. Inzwischen hat sich Geschichte aber eher zu einem Running-Gag entwickelt – ob man das lustig findet, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn euch solche Geschichten unterkommen, könnt ihr im Internet auf verschiedenen Seiten nachschauen, wie es denn mit dem Wahrheitsgehalt derselben aussieht. Besonders bekannt sind die folgenden Portale:

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