Was ist Super Vectoring? Technik, Anbieter, Preise

Marco Kratzenberg

Das nächste große Ding zur Beschleunigung des Internets nennt sich „Super Vectoring“. Das normale Vectoring soll dadurch sozusagen ein Upgrade bekommen und Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s bieten. Wie das funktioniert und wer es euch anbietet, erfahrt ihr hier.

Am liebsten wäre es den Kunden, wenn sie überall einen günstigen Glasfaser-Anschluss bekämen. Da das aber so einfach nicht möglich ist, geben sie sich insbesondere in Kleinstädten und ländlichen Gebieten mit dem sogenannten Vectoring zufrieden. Immerhin sind auf einmal bis zu 100 Mbit/s möglich, wo das Internet vorher mit 6 Mbit herumdümpelte. Jetzt will die Telekom noch eine Schüppe auflegen und das Ganze beschleunigen – und zwar so…

Das Video der Telekom zeigt euch, was durch den Glasfaser-Ausbau alles möglich werden soll:

Telekom: Glasfaser-Technik.

Wie soll das Super Vectoring funktionieren?

Das Super Vectoring ist nur eine weitere Ausbaustufe des Vectoring. Diese auch VDSL genannte Technik liefert ihre Daten über Glasfaser – aber nur bis zu einem Verteilerkasten. Danach geht es mit dem herkömmlichen Kupferkabel weiter. Einer der großen Vorteile dieser Technik liegt für Anbieter und Kunden darin, dass keine Umbauten und neue Anschlüsse nötig werden. Wenn der Router mit dem neuen Tempo zurechtkommt, kann der Kunde einfach am Stichtag schneller surfen.

Allerdings hat diese Technik eben ihre technischen Grenzen. Bis zum Verteiler kommt alles superschnell über Glasfaserleitungen an. Der Engpass sind die Kupferkabel. Das fängt schon damit an, dass sie sich trotz Abschirmung gegenseitig stören. Abgesehen davon sind über diese Kabel solche Geschwindigkeiten nicht ohne Weiteres möglich.

Allerdings hat die Telekom eine Möglichkeit gefunden, diese Störungen einzuschränken und das Tempo zu erhöhen. Im Tarif „Magenta Zuhause XL“ will die Telekom ab August die neue Technik anbieten. Damit ist möglich:

  • Downloadgeschwindigkeit bis zu 250 Mbit/s
  • Uploadgeschwindigkeit bis zu 40 Mbit/s

Erreicht wird das durch eine Optimierung der Technik in den Verteilerkästen. Dabei werden unter anderem die Störungen der Kupferleitungen minimiert, um den Datendurchfluss erhöhen zu können. Eine sogenannte „Linecard“ wird in den Kasten eingesteckt, um den Frequenzraum für die Übertragung zu erhöhen.

Für den Kunden ist weiterhin kein Umbau nötig und die Preise steigen auch nicht deutlich an. Nach der vergünstigten Einstiegsphase für Neukunden kostet der Anschluss 54,95 Euro pro Monat. Die Telekom will bis Ende 2019 rund 95 Prozent aller deutschen Haushalte mit Super Vectoring versorgen können.

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Wer bietet das Super Vectoring noch an?

Da die Geschwindigkeitsangaben wie ein Wettrennen betrachtet werden, müssen natürlich auch andere Provider das Super Vectoring anbieten. Und so verwundert es nicht, wenn auch 1&1 mit der Technik neue Kunden locken und alte halten will.

Der Preis kann sich sehen lassen: Das erste Jahr kostet 30 Euro pro Monat, im zweiten Jahr steigen die monatlichen Kosten auf 45 Euro. Damit ist das Angebot günstiger als die Telekom. Trotzdem hat die Sache einen Haken. Da der „letzte Meter“, also die Kupferleitungen sowie die Verteilerkästen in der Regel der Telekom gehören, muss die erst ihre Leitungen auf das Super Vectoring umrüsten. Interessenten sind also letztlich von deren Umbaufortschritt abhängig.

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Ob sich Vodafone an dem Wettrennen beteiligen wird, ist derzeit noch nicht klar. Denn auch hier besteht die Abhängigkeit von der Telekom. Zwar ist diese verpflichtet, auch den Konkurrenten ihre Technik zur Verfügung zu stellen, aber wie schnell und wann sie das eigene Netz aufrüstet, bleibt ihr überlassen. Und so spricht beispielsweise nichts dagegen, erst einmal allen interessierten Kunden einen Vertrag anzubieten, bevor der Ausbau stattfindet. Den Anderen bleiben dann nur noch die Reste. Das nennt sich freie Marktwirtschaft.

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