Die besten Filme 2012 - alle Kino-Highlights im Überblick

Martin Beck 20

Juli

Die EM-Flaute in den Kinos wird von einem der vermeintlichen Filme des Jahres weggefegt: Der Abschluss von Christopher Nolans Batman-Trilogie brennt ein lautes Feuerwerk ab – setzt aber leider mehr auf Effekte statt Inhalt. „The Dark Knight Rises“ (hier unsere Filmkritik) dauert drei Stunden, hat trotzdem Story/Logik-Löcher wie ein Schweizer Käse. Der Vorgänger hatte die Erwartungen natürlich schon hoch gesteckt, Nolan kann sie trotz ordentlicher Action-Szenen nicht erfüllen.

The Dark Knight Rises Trailer #3.
Und Moment mal, da war ja noch „The Raid“ – fast flog der wahrscheinlich beste Action-Film des Jahres unter dem Radar. Martin vergibt einmalige 10 von 10 Punkten, nennt „The Raid“ einen Meilenstein, mit einem „Hauptdarsteller, der im Alleingang die gesamte „Expendables“-Truppe vermöbeln könnte“.

August

Endlich wird auch Prometheus, das Alien-Prequel, auf die deutschen Kinos losgelassen. Ridley Scott produziert fantastische Bilder, balanciert den Film aber zwischen raunender Rätselhaftigkeit und geschäftiger Action nicht perfekt aus. So bleibt „Prometheus“ unter seinen Möglichkeiten, stellt aber Fragen, die das Science-Fiction-Kino lange nicht mehr behandelt hat.

Der zweite klassische Sci-Fi-Titel des Monats, das Remake des Schwarzenegger-Streifens „Total Recall“, konnte zwar die Kinos bevölkern, ging aber trotz anständiger Besetzung (Colin Farrell, Kate Beckinsale, Jessica Biel) eher ins Leere.

In der putzigen Animations-Zombie-Komödie „ParaNorman“ folgen die Laika-Studios ihren Stop-Motion-Künsten von Coraline – im Familiensektor ein Highlight.

Tilda Swynton spielt in „We Need To Talk About Kevin“ eine ihrer eindringlichsten Rollen, gekrönt mit dem Europäischen Filmpreis und von der Britischen Academy. Der Film um einen Amoklauf ist keine leichte Kost, entwickelt aber eine unheimliche Wucht.

Na gut, erwähnen wir Expendables 2 trotzdem hier, denn wer mag, wenn Action-Opis völlig sinnbefreit Sprüche klopfen und Dinge explodieren, findet hier vielleicht die Erfüllung. „Geschmackssache“, urteilt auch David in seiner Filmkritik.

September

Warum The Cabin in the Woods fast drei Jahre auf Eis lag, ist kaum zu verstehen. Vielleicht, weil ein so kluger und anspielungsreicher Horrorfilm nur schwer zu vermarkten ist – Produzent Joss Whedon sorgt für ein Genre-Spiel nicht nur für Fans.

Auch ohne Matt Damon geht’s weiter: Der neue Geheimagent ohne Gedächtnis, Jeremy Renner (The Hurt Locker, Hawkeye in den Avengers), tritt beim Bourne Vermächtnis dann doch in zu große Fußstapfen.

In Sachen Komödie nicht zu verachten: Der Publikumshit der Berlinale, “Parada“, war auch einer der erfolgreichsten Filme in Serbien aller Zeiten, und das, obwohl der Hintergrund auf einer wahren Geschichte basiert. Bei der letzten Gay-Pride-Parade in Belgrad (erst die zweite überhaupt) 2010 standen 1000 Teilnehmer rund 6000 Rechtsextremen gegenüber – die genau wie 2001 den Zug gewaltsam angriffen. Die Komödie entspinnt eine Geschichte um den bulligen Kriegsveteranen Misko, der mit seinen Bodyguards den Schutz einer Pride-Parade übernehmen soll. Großartig.

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