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Kostenloses Roaming: EU-Behörde warnt vor teureren Inlandstarifen

Kaan Gürayer 6

Die geplante Abschaffung der Roaming-Gebühren in der EU könnte Mobilfunkkunden noch teuer zu stehen kommen. Zuständige Gutachter äußern Bedenken und warnen vor steigenden Preisen bei Inlandstarifen. 

Kostenloses Roaming: EU-Behörde warnt vor teureren Inlandstarifen
Bildquelle: Bildquelle: Flickr – MPD01605 / CC BY-SA 2.0 .

Ende September kündigte die EU-Kommission ihren überarbeiteten Entwurf zur Abschaffung der Roaming-Gebühren in der Europäischen Union an. Nach heftigen Protesten zog die Kommission ihre ursprüngliche Idee einer zeitlichen Befristung zurück und wollte den Handynutzern im Ausland mehr Freiheit gestatten. Die Gutachter der europäischen Regulierungsstelle Berec haben nun aber große Bedenken gegen den Vorschlag der EU-Kommission geäußert und fordern Nachbesserungen.

In ihrer Stellungnahme vom Donnerstag warnte die Behörde davor, dass die Regeln gegen den Missbrauch des neuen Roaming-Verfahrens zu schwammig seien und klarer definiert werden müssten. Andernfalls würde die EU-Vorgabe zur Abschaffung des Roamings in einzelnen EU-Ländern unterschiedlich umgesetzt.

Unter Missbrauch wird etwa das dauerhafte Telefonieren mit billigen ausländischen SIM-Karten angesehen. Wenn etwa ein Mobilfunknutzer in Deutschland dauerhaft mit einer günstigen polnischen SIM-Karte telefoniert, dürfen die Provider nachfragen und gegebenenfalls Aufpreise verlangen.

Teurere Inlandstarife befürchtet

In den Augen der Berec sind diese Schutzvorschriften aber zu schwammig formuliert, weshalb die Gutachter Kostenrisiken für Telekommunikationsanbieter sehen. Unterm Strich könnten Telekom, Vodafone und Co. daher die Preise für Inlandstarife anheben oder Flatrate-Tarife schmälern, um sich gegen den potenziellen Missbrauch der neuen Roaming-Regelung zu schützen.

Davon wären vor allem Kunden betroffen, warnt die Behörde, die wenig im EU-Ausland reisen und somit vom Wegfall des Roamings kaum profitieren würden. Darüber hinaus befürchtet die Berec eine Wettbewerbsverzerrung und geringere Investitionen in Mobilfunknetze.

EU-Kommission will Gutachten sorgfältig prüfen

In einer Stellungnahme erklärte die EU-Kommission, dass man das Berec-Gutachten sorgfältig prüfen werde. Man bleibe jedoch dem Ziel verpflichtet, dass Mobilfunkkunden ab Mitte 2017 unbefristet Roaming im EU-Ausland nutzen dürften. Die finale Fassung der neuen Roaming-Regelung werde spätestens am 15. Dezember vorliegen.

Quelle: Berec, via heise

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