Linux: Dateisystem erklärt

Robert Schanze

Welche Dateisysteme unterstützt Linux? Und was bedeutet die Linux-Dateisystemstruktur, angefangen beim Wurzelverzeichnis „/“? Wir erklären es euch in unserem Linux-Ratgeber.

Unter dem Begriff „Dateisystem“ versteht man zwei Dinge:

  1. Welche Dateisystem-Formate unterstützt Linux?
  2. Wie organisiert Linux die Dateien und Ordner (Verzeichnis-Hierarchie)?

Wir erklären beides für Linux im Folgenden.

1. Welche Dateisystem-Formate unterstützt Linux?

Linux unterstützt folgende Dateisystem-Typen:

Dateisystem-Typ entwickelt für
ext2, ext3, ext4 (Extended File System) Linux
Btrfs (B-Tree File System) (Suse) Linux
CDRFS (CDROM File System) CD-ROMs (Sony)
FAT, FAT16, FAT32 (File Allocation Table) MS-DOS, Windows, macOS, Linux
JFS (Journaled Files System) AIX
NFS (Network File System) SUN
NTFS (New Technology File System) Windows
ReiserFS, Reiser4 Linux
SAMBA (SMB-Fileserver) Windows, macOS, Linux
UFS (Unix File System) SUN
ZFS (Zettabyte File System) Solaris, OpenIndiana, FreeBSD

Hinweis: Je nach eurer gewählten Linux-Distributionen kann es vorkommen, dass nur bestimmte Dateisysteme aus der obigen Tabelle unterstützt werden. Standardmäßig werden aber ext2, ext3, ext4, NTFS, FAT32 und SAMBA unterstützt.

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2. Das Linux-Dateisystem erklärt (Verzeichnis-Hierarchie)

In Linux wird alles als eine Datei oder ein Ordner dargestellt.

  • Es gibt keine übergreifenden Laufwerksbuchstaben wie in Windows.
  • Die Festplatten(partitionen) werden also ebenfalls in bestimmten Ordnern „eingehängt“ (gemountet) und durch einen Ordner dargestellt.
  • Es gibt also keine Laufwerksbuchstaben.

Das Linux-Betriebssystem selbst startet mit dem Root-Verzeichnis „/“ (Dateisystem) als oberste Verzeichnis-Ebene. Darunter folgen diese Standard-Ordner:

Ordner Ausgeschrieben Erklärung
bin binary Enthält die wichtigsten Systemprogramme. Alle anderen Programme sollten in /usr/bin sein.
boot boot Enthält den Bootloader sowie alle nötigen Daten zum Booten.
cdrom CD-ROM Wenn ihr ein CD-ROM-Laufwerk habt, findet ihr hier häufig den Inhalt der eingelegten CD.
dev device Enthält die Gerätedateien von Tastatur, Maus etc.
etc et cetera Enthält Konfigurationsdateien von Linux. Enthaltene Dateien werden oft editiert, um Linux anzupassen.
home home Enthält die lokalen Benutzerverzeichnisse (Bilder, Dokumente, Downloads, Musik, Videos, Schreibtisch). In Windows wären das die „Eigenen Dateien“. Terminal und Dateimanager öffnen sich automatisch im Home-Ordner des eingeloggten Benutzers.
lib / lib64 library Enthält Bibliotheken (libraries), ähnlich wie DLL-Dateien in Windows.
media media Hier werden automatisch USB-Sticks, Festplatten, Partitionen etc. gemountet.
mnt mount Temporärer Mount-Punkt für Dateisysteme (ähnlich wie /media).
opt optional Hier sind oft einige Programme gespeichert wie TeamViewer oder Skype.
proc processes Enthält Schnittstellen zum aktuell geladenen Kernel, woraus sich Statusinformationen wie die CPU-Auslastung lesen lassen.
root root Home-Ordner des Root-Nutzers (Systemadministrator).
run run Mount-Punkt für ein temporäres Dateisystem, das während des frühen Bootvorgangs genutzt wird.
sbin system Binary Hier liegen Dienstprogramme für den Systemadministrator.
srv services Enthält manchmal Daten für bestimmte Dienste. Oft leer.
sys system Enthält wie /proc hauptsächlich Kernel-Schnittstellen.
tmp temporary Hier werden temporäre Dateien gespeichert, die in der Regel mit einem Neustart gelöscht werden.
usr universal system ressources Enthält viele der installierten Software, die für viele Nutzer gleichzeitig nutzbar ist. Früher wurde der Ordner für die Benutzerverzeichnisse genutzt, wodurch er auch die Bedeutung „user“ hatte.
var variable Speicherort für viele Log-Dateien und temporäre Systemdateien. Beispiele: Mail, Drucker-Warteschlange, Accounting, Logging.

Bestimmte Ordner wie das Home-Verzeichnis können bei der Installation auf eine andere Partition gemountet werden, um dieses vor Überschreibungen oder Löschungen zu schützen, wenn man ein anderes Linux-Betriebssystem installiert.

Dateinamen

  • Bei Dateinamen wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden (anders als in Windows).
  • Dateinamen sind maximal 255 Zeichen lang.
  • Dateinamen sollten keine Sonderzeichen enthalten wie / “ ‚ * ; - & ? ( ) ~ ! $ { } > < # @, da diese eine reservierte Bedeutung haben und zu Problemen im Zusammenhang mit Linux-Befehlen führen können.

Verzeichnis-Abkürzungen

Arbeitsverzeichnis Der Ordner, wo ihr euch gerade befindet (Dateimanager oder Terminal).
Home-Verzeichnis Der Ordner, in dem ihr euch nach der Anmeldung befindet.
. Das Arbeitsverzeichnis
.. Das übergeordnete Verzeichnis
~ Das eigene Home-Verzeichnis
~user Das Home-Verzeichnis des Nutzers „user“
~- Nach einem Verzeichniswechsel zum vorherigen Arbeitsverzeichnis wechseln

Quelle: uni-muenster.de

Es dauert etwas, bis man sich als Windows-Nutzer auf das Linux-Dateisystem eingelassen hat. Nach einer Weile werden einem aber die Vorteile bewusst, welche die Ordnerstruktur mit sich bringt. Falls wir etwas nicht hinzugefügt haben sollten, was aber ein wichtiger Bestandteil des Linux-Dateisystems ist, lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Welches Betriebssystem findest du am besten? (Desktop)

Ich habe mit Windows 3.1 angefangen und finde Windows 7 immer noch sehr gut. Mittlerweile ist Linux Mint (Cinnamon) mein Favorit, da Windows 10 Wege geht, die ich nicht immer gut finde. Welches Betriebssystem findet ihr heute am besten?

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