LTE-A und LTE-Broadcast: Ein kleiner Ausblick

Kamal Nicholas 11

Korea ist als Mobilfunkmarkt deshalb so interessant, weil dort Technologien bereits deutlich früher eingeführt werden, als bei uns. Dadurch erfahren aber auch wir bereits jetzt, was bei uns in Zukunft möglich sein wird.

LTE-A und LTE-Broadcast: Ein kleiner Ausblick

Noch vor 10 Jahren hätte man mit einer solchen Entwicklung der Mobilfunkindustrie wie der aktuellen nicht gerechnet. Der Übergang von 2G auf 3G ging zwar schon relativ schnell, der Wechsel von 3G auf 4G einige Jahre später vollzog sich aber noch schneller.

Nun befinden wir uns bereits beim nächsten Wechsel, bei dem die Einführung von LTE-A und LTE Broadcast nicht nur in Korea, sondern auch bei uns in Europa im Fokus steht.

LTE-A und LTE-Broadcast in Korea: Ein Überblick

Um zu verstehen, was auch uns in Europa in der nahen Zukunft erwarten dürfte, ist ein Blick nach Korea sehr hilfreich. Insgesamt leben dort 50.321.812 Menschen (Stand Juni 2014), die Zahl der Mobilfunkkunden liegt mit 55,2 Millionen sogar darüber. Dies entspricht einer „mobilen Penetration“ von 109,7%. Besonders hierbei: 100% dieser Nutzer sind bereits mit 3G oder 4G/LTE ausgestattet, 2G wird eigentlich nicht mehr genutzt.

Insgesamt gibt es in Korea drei große Telekommunikationsunternehmen, die den Markt unter sich aufteilen: Die größte unter ihnen ist die SK Telecom, die 27,7 Millionen Mobilfunk-Kunden hat. An zweiter Stelle steht die KT (Korean Telecom) mit 16,5 Millionen Kunden. Der drittgrößte Anbieter ist LG U+, der über 11 Millionen Kunden verfügt.

Alle diese Unternehmen setzen einen großen Schwerpunkt auf die Verbreitung des LTE-Standards, wobei LG U+ dabei am aggressivsten vorgehen dürfte. So wird hier vor allem auf die aktuelle Technologie gesetzt. Der ältere und langsamere Standard namens WCDMA wird wie bei der Konkurrenz erst gar nicht mehr unterstützt. Aber warum auch in „veraltete“ Technologien investieren, wenn der Markt schon deutlich weiter ist?

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Mobilfunk-Datenvolumen: Diese Pakete nutzt die GIGA-Redaktion (2018).

Was bringt die Zukunft?

Wie Brian Ha – seines Zeichens Senior Manager Business Development bei Qualcomm – einschätzt, werden zwei Drittel der Koreaner bis Ende des Jahres 2014 mit LTE ausgestattet sein. Ein Wert, von dem wir in Deutschland noch träumen können.

Dank LTE-A Geräten (wie etwa dem Samsung Galaxy S5 LTE-A oder dem vor kurzem vorgestellten LG G3 Cat.6) sind in Korea bereits Downloadgeschwindigkeiten von 225 Mbit/s möglich. Zumindest theoretisch bedeutet das: Eine 1 GB große Datei kann in etwa 35 Sekunden heruntergeladen werden. Normales LTE ermöglicht bei voller Ausreizung maximal 150 Mbit/s.

Doch in der Zukunft soll sich das natürlich auch ändern. Verschiedene in Europa beheimatete Telekommunikationsunternehmen (in Deutschland Vodafone und die Telekom) testen derzeit bereits LTE-A und LTE Broadcast. Sobald die Technologie dann ausgereift ist, werden dann Downloadgeschwidigkeiten von bis zu 300 Mbit/s möglich sein.

Wie lange genau die ganze Sache noch dauern wird, ist recht schwer zu sagen, allerdings ist ein Zeitraum von ca. 6 bis 12 Monaten realistisch. Es wird auf jeden Fall spannend.

Im Dschungel der Abkürzungen: Was bedeutet eigentlich...?

LTE, GSM, MfG? Manchmal sind Abkürzungen ein Buch mit sieben Siegeln. Dennoch verwenden wir sie meist (unwissend) voller Selbstvertrauen. Doch kennst du dich im Dickicht der technischen Abkürzungen wirklich aus? Finde es jetzt in unserem kurzen Quizz heraus.

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