LTE Broadcast: Was ist das?

Kamal Nicholas 6

Der Begriff LTE dürfte den meisten geläufig sein, die ein Smartphone nutzen. Doch was genau hat es mit LTE Broadcast auf sich? Wir klären euch auf.

Wer ein wenig des Englischen mächtig ist, wird vielleicht bereits mit dem Begriff „Broadcast“ etwas anfangen können. Auf Deutsch übersetzt bedeutet dieser ganz einfach „Rundfunk“.  Und genau darum geht es auch bei LTE Broadcast, mit dessen Hilfe ein zentrales (TV-) Signal an beliebig viele Endgeräte übermittelt werden kann.

LTE Broadcast: Das steckt dahinter

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Bei einer normalen Vernetzung mit LTE greift jeder Nutzer ein wenig von der verfügbaren Bandbreite ab. Das Resultat: Das Netz wird immer langsamer. Bei LTE Broadcast sieht die Sache aber anders aus. Anstatt dass einzelne Nutzer auf das verfügbare LTE-Netz zugreifen, wird dies von einer zentralen Sendestation erledigt. Diese wiederum leitet das erhaltene Signal dann an unbegrenzt viele Endgerät in hoher Qualität weiter, ohne dass das LTE-Netz dabei weiter belastet wird.

LTE Broadcast ist auch bekannt als Evolved Multimedia Broadcast Multicast Service, kurz eMBMS. Dabei handelt es sich um eine für das LTE-Netz weiter entwickelte Version des klassischen Multimedia Broadcast Multicast Service (MBMS), der seinerseits ein Dienst im UMTS-Mobilfunkstandard ist.

Der Einsatzzweck ist relativ klar: Gerade bei Sportveranstaltungen wie Fußballspielen etc. können die Zuschauer nicht nur dem Spielgeschehen auf dem Platz folgen, sondern auch detaillierte Informationen in Videoform auf ihrem Mobilfunkgerät anschauen. So sind zum Beispiel verschiedene Kameraperspektiven, Zeitlupen und Wiederholungen („Das war doch ein Faul!“) und ähnliches möglich.

Würden bei einem wichtigen Spiel in einer kritischen Situation hunderte Zuschauer auf das LTE-Netz zugreifen, wäre dieses innerhalb kürzester Zeit heillos überfordert, mit LTE Broadcast wird es dabei aber keine Probleme geben.

Wie kann ich es nutzen?

Um LTE Broadcast nutzen zu können, müssen natürlich ein paar Voraussetzungen erfüllt werden. Zum einen muss der Ort, an dem das Geschehen übertragen wird (z.B. ein Fußballstadion) mit einer entsprechenden Sendestation ausgestattet sein, die das ausgestrahlte Signal auffängt und weiterleiten kann. Und dann sind natürlich die Mobilfunkgeräte nötig, die das von der Sendestation verteilte Signal empfangen können.  Die technischen Voraussetzungen dafür liefern alle Smartphones und Tablets, die mit einem Qualcomm Snapdragon Prozessor der 800er-Serie ausgestattet sind. Die meisten aktuellen Flaggschiffe der verschiedenen Hersteller und ein paar andere Geräte könnten so also bereits genutzt werden.

LTE Broadcast in der Praxis

In Südkorea kommt der Dienst schon seit Anfang des Jahres immer wieder zum Einsatz, in Deutschland hat Vodafone bereits mehrfach LTE Broadcast getestet. Einen ersten Testlauf gab es dabei im Februar 2014 im Borussia Dortmund-Stadion (allerdings handelte es sich dabei um eine geschlossene Veranstaltung). Ende Juni dann kam die Technologie im Rahmen der Kieler Woche zum Einsatz, wo die Nutzer die Möglichkeit hatten, Live-Übertragungen von der dort stattfindenden Segelregatta live auf ihrem Mobilfunkgerät mitzuverfolgen.

Ihr wollt noch mehr über LTE erfahren? dann schaut euch doch unseren Artikel LTE-A und LTE Broadcast: Ein kleiner Ausblick an.

 Artikelbild: Antenna Communication Icon via Shtterstock

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