Was ist die Blende? - Fotografie Grundlagen

Patric Böttcher 4

Zum Fotografieren gehört ja nicht nur der sichere Umgang mit der Kamera, also das man alle Menüpunkte kennt, sondern auch etwas Fototheorie ist sehr hilfreich. Deshalb starten wir hier mit unseren Fotografie Grundlagen, um euch die wichtigsten Elemente und Zusammenhänge etwas näher zu bringen. Anfangen werden wir mit der Blende.

Was ist  die Blende? - Fotografie Grundlagen

Jeder der fotografiert oder sich mit Fotointeressierten unterhält hat es sicher schon mal gehört:

„Mit welcher Blende hast du fotografiert?“

Was aber genau ist damit gemeint und was steckt dahinter? Kann mir das mal einer erklären? Und genau hier möchten wir euch jetzt zeigen, was die Blende ist und wie sie im groben funktioniert.

Wie sich die verschiedenen Blendenöffnungen auf die Bildgestaltung auswirken und was die Schärfentiefe(1) damit zu tun hat, seht ihr hier im Video:

Was ist die Blende? - Praxisvideo.

Die Blende sitzt im Objektiv und ist u.a. ein wichtiges Teil für die Bildgestaltung. Sie ist eine Öffnung, fast so wie die Iris im Auge, und sorgt dafür, ob viel oder wenig Licht in das Innere der Kamera kommt. Meistens sind die Lamellen aus Metall und können sich sehr schnell bewegen. Je mehr Lamellen verbaut sind, umso kreisförmiger der Durchmesser der Öffnung. Ist die Blende also weit geöffnet, kommt sehr viel Licht in die Kamera und ist sie sehr geschlossen, kommt nur wenig Licht ins Innere.

Je größer, desto kleiner?

Um auch im Kameradisplay immer zu wissen mit welcher Blende/Öffnung wir fotografieren, gibt es natürlich Zahlenwerte. Die sind ziemlich einfach, verwirren aber am Anfang etwas. Denn je größer die Zahl ist, desto kleiner ist die Blende. Ist klar, oder?

So, nun mal ganz langsam und zum mitschreiben:

  • Ein Objektiv auf dem z.B. die Zahl f/1.8 steht, hat bereits eine große Öffnung durch die viel Licht in die Kamera scheinen kann. Stellt man diesen Wert jetzt über das Kameramenü auf eine größere Zahl, z.B. f/8, dann schließt sich diese Öffnung und wird damit kleiner.
  • Anstatt f/1.8 oder f/8 kann man auch 1/1.8 und 1/8 schreiben, so entsteht ein Bruch (Mathematik) und schnell wird klar, es wird kleiner.

Merke:

  • Je größer die Zahl der Blende (z.B. f/8), desto kleiner die Blendenöffnung, desto weniger Licht kommt rein (Kleine Blende).
  • Je kleiner der Blendenwert (z.B. f/1.8), desto größer die Blendenöffnung, desto mehr Licht kommt rein (Große Blende).

Es gibt jede Menge Abstufungen von Blenden, beschränkt man sich jedoch auf die wichtigsten, dann sind das:

  • f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16, f/22

Pro Blendenstufe halbiert sich die Öffnung, es kommt nur noch die Hälfte des Lichts zur Kamera und auf den Sensor (z.B. f/2 zu f/2.8). Andersrum ist es so, dass pro Blendenstufe sich die Öffnung verdoppelt und es kommt doppelt so viel Licht in die Kamera (z.B. f/4 zu f/2.8).

Das sind erst mal die grundlegenden Dinge zur Blende. Es ist uns klar, dass damit noch längst nicht alles gesagt ist. Die Blende kann auch eine ziemlich technische und mit Formeln umschriebene Angelegenheit werden, wenn man sie ausreizt. Uns geht’s jedoch um die einfachen und leicht verständlichen Fakten der Blende.e

 

(1)Schärfentiefe oder Tiefenschärfe? Da es um die Tiefenausdehnung der Schärfe geht, ist „Schärfentiefe“ der richtige Ausdruck. Die Eigenschaft wird als zweites genannt - wenn es um die Dicke einer Wurstscheibe geht, nennt man dies ja auch Scheibendicke und nicht Dickenscheibe. Es handelt sich um die Tiefe des scharf erscheinenden Raumes, also um die Tiefe der Schärfe. Nach den Regeln der deutschen Wortbildung ist dabei „Tiefe“ das Grundwort, „Schärfe“ das Bestimmungswort. Wenn man daraus nun ein Wort bildet, muss es demnach heißen: „Schärfentiefe“ und nicht „Tiefenschärfe“. Im angelsächsischen Sprachraum nennt man es im Übrigen „depth of field“, oft mit DOF abgekürzt. - Oliver Timmermann

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