Makrofotografie - Der Einstieg

Patric Böttcher

Jeder der schon mal auf einer Wiese saß und genauer hinschaute oder sich beim Waldspaziergang die Borke eines Baumes tiefer ansah, entdeckte eine ganz andere Welt. Die Welt der kleinen Details.

Makrofotografie - Der Einstieg

Die Makrofotografie ist eine eigene Art der Fotografie, alles wirkt hier sehr winzig und es gibt weitere Besonderheiten, die beachtet werden müssen. Einfach nur nah ran gehen und den Auslöser drücken ist es leider nicht. Denn schon bei der Wahl des richtigen Objektives bzw. der Möglichkeit ein kleines Motiv groß rauszubringen, geht es los. Neben dem reinen Makroobjektiv, von dem wir in diesem Beitrag grundsätzlich sprechen, gibt es noch andere Möglichkeiten wie z.B. Zwischenringe, Nahlinsen oder Adapter zur Retrostellung.

Ein Objektiv, dass für die Makrofotografie gemacht ist, bringt dir das Motiv mit mindestens einem Maßstab von 1:1 auf den Kamerasensor. Das heißt, wenn dein Sensor 20mm breit ist und das Motiv - nehmen wir mal eine Fliege - 20mm lang ist, dann kannst du sie über das komplette Bild darstellen. Von daher haben Makroobjektive i.d.R. auch eine sehr geringe Naheinstellgrenze. Das ist der Bereich, wo das Objektiv anfängt scharf zu fokussieren. Bei unserem Objektiv, dem Canon EF 100mm f/2.8L IS Macro USM, beträgt sie 31cm. Das ist für ein 100mm-Objektiv schon verdammt nah dran.

Merke:

  • Abbildungsmaßstab = Bildgröße / Motivgröße
  • Es gilt also, je grösser der Abbildungsmaßstab ist, desto grösser wird ein Motiv im Bild dargestellt

Dadurch, dass man wirklich nah an ein Motiv kommt, verändert sich auch die Schärfentiefesituation. Denn je näher sich Objektiv und Motiv kommen (bei gleichbleibender Blende), desto geringer wird die Schärfentiefe. Dem wirkt man einfach entgegen, in dem man die Blende verkleinert. Dadurch bekommt man einen größeren Bereich ins Bild der scharf dargestellt wird. Um dabei trotzdem eine richtige Belichtung hinzubekommen, muss man natürlich die Verschlusszeit reduzieren oder die ISO hoch drehen. Damit du rauscharme und verwacklungsfreie Bilder machen kannst, nimmst du am besten ein Stativ mit. Bei genügend Licht, geht das aber auch ohne.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – experimentiere mit der Schärfe!

Hast du tolles Motiv gefunden, musst du den richtigen Winkel und Entfernung für dein Foto finden. Am Anfang will man sehr oft so nah wie nur möglich an das Motiv. Eine Weile dauert es schon, bis man ein Gefühl dafür entwickelt, was der kürzeste Abstand zum Motiv ist. Damit der Fokus noch richtig scharf stellt. Meine Tipp: Experimentiere am Anfang erst mal mit dem Autofokus und später dann mit der manuellen Fokussierung.

Auch die Frage: „Was will ich eigentlich alles scharf haben?“ sollte man sich stellen. Experimentiere mit der Blende und du wirst sehen, dass sich einige Sachen oft selbst erklären. Es kommen Details zum Vorschein oder verschwinden einfach wieder, die großen oder kleinen Anteil am Bildaufbau haben.

Drücke einfach so lange den Auslöser, bis du alles Mögliche ausprobiert hast. Denn z.B. Blumen laufen ja nicht weg. Oft sitzen auch Insekten minutenlang nur rum. Insbesondere in kühlen Morgenstunden sind sie noch nicht ganz so fit. Mit der Zeit lernt man, wie man mit welcher Blende und Entfernung zum Motiv die coolsten Ergebnisse hinbekommt.

Hier noch einige Beispielfotos, die ich für den Artikel gemacht habe. Die Fotos sind nicht zugeschnitten, frei aus der Hand und zeigen das komplette Motiv wie es aufgenommen wurde.

 

 

 

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