Rechnung von Allpay AG und Felix Weber per E-Mail: Was tun?

Martin Maciej 5

Inzwischen werden tägliche Rechnungen nicht mehr nur per Post zugeschickt, sondern auch per Mail. Wo es Geld gibt, finden sich auch Betrüger. So ist es kein Wunder, dass ab und an auch gefälschte Rechnungen per Mail bei gutgläubigen Internet-Nutzern landen. Aktuell geistert eine E-Mail von „Felix Weber“ durch das Netz, die euch dazu auffordert, einen Betrag binnen zehn Tagen bei der Allpay AG zu begleichen.

Rechnung von Allpay AG und Felix Weber per E-Mail: Was tun?

Auf den ersten Blick sieht die Mail recht vertrauenswürdig aus, schließlich ist die Nachricht mehr oder weniger grammatisch korrekt, es gibt einen Anhang und es wird freundlich gegrüßt.

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E-Mail von Felix Weber mit Rechnung von Allpay AG: Was steckt dahinter?

Wollt ihr nun eure Kreditkarte oder TAN-Liste zücken, lasst diese lieber stecken. Bei Allpay handelt es sich um eine eigentlich vertrauenswürdige Online-Bezahlmethode für Kleinbeträge bis zu 10 € ähnlich wie PayPal. Heute wird AllPay vor allem für Online-Zahlungen in Polen eingesetzt, der Dienst läuft allerdings seit geraumer Zeit unter dem neuen Namen „dotpay“. Der Wortlaut der Mail mit der angeblichen Rechnung lautet:

„Guten Tag,

Im Anhang dieser Email erhalten Sie Ihre Rechnung.

Der offene Betrag ist innerhalb von 10 Tagen auf unserem Konto zu
ueberweisen.

Mit freundlichen Gruessen
Allpay AG“

Unerfahrene Internetnutzer klicken nun auf den Anhang mit der angeblichen Rechnung. Hier tappt man allerdings schon in die Falle. Bei der Rechnung handelt es sich nicht um eine Zahlungsanweisung, sondern um einen Trojaner oder Virus.

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Phishing: Die fiesesten Tricks der Betrüger.

Rechnung von Allpay AG: Soll ich überweisen?

Solltet ihr eine E-Mail von Felix Weber mit dem Betreff „Rechnung September 2015“ erhalten, löscht diese umgehend. Es finden sich zahlreiche Anhaltspunkte, an denen man erkennen kann, dass es sich um keine echte Rechnung, sondern um eine Mail mit betrügerischen Absichten handelt.

  1. mail-felix-weber
    Zunächst solltet ihr skeptisch werden, da ihr eine Rechnung erhaltet, obwohl überhaupt nichts über die Allpay AG bestellt wurde.
  2. Es ist keine Kundennummer oder keine Bestellnummer bei der Mail angegeben.
  3. Ein Impressum der Allpay AG fehlt ebenfalls in der E-Mail-Nachricht.
  4. Sucht man bei Google nach Allpay AG, finden sich keinerlei Hinweise auf einen Shop, sondern lediglich ein Verweis auf das Bezahlunternehmen.
  5. Demnach ist anzunehmen, dass sich Betrüger für ihre betrügerischen Absichten unerlaubt einem seriösen Namen annehmen, AllPay ist vor allem im Polen eine bekannte PayPal-Alternative. Auch im Namen von PayPal wird regelmäßig Phishing versandt.
  6. In der Mail finden sich zwar keine großen Rechtsschreibfehler, allerdings sind die beiden Umlaute, die ausgeschrieben sind, auffällig. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Mail im Ausland verfasst wurde und vor allem eines der Hauptmerkmale von Phishing und Spam-Mails.
  7. Eine persönliche Anrede, also euer Name, fehlt.
  8. Überprüft man den Absenderadresse, stammt die E-Mail-Adresse keineswegs von Allpay. Die Mail verweist vielmehr auf die Seite Domain 1057.com. Hier findet man jedoch lediglich ein Online-Radio für Rockmusik. Hier ist demnach davon auszugehen, dass die Mail mehrfach weitergeleitet wird, um den tatsächlichen Absender zu verschleiern.
  9. Versucht man auf die Mail zu antworten, erhält man lediglich eine automatisierte „mail delivery failed„-Nachricht, die Antwort kann also nicht zugestellt werden.
  10. Spätestens bei der Rechnung sollte man skeptisch werden. Im Normalfall werden Rechnungen im PDF-Format verschickt. In der Mail von Felix Weber findet man allerdings eine Exe-Datei vor. Hier ist davon auszugehen, dass sich keine Zahlungshinweise, sondern ein Trojaner oder andere bösartige Software dahinter verbirgt. Ladet die Datei „Rechnung-September.exe“ unter keinen Umständen herunter.

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Löscht diese Nachricht und öffnet unter keinen Umständen jegliche Anhänge. Solltet ihr tatsächlich etwas online gekauft und bezahlt haben, loggt euch über die Startseite des jeweiligen Dienstes ein und überprüft dort, ob der Zahlungsvorgang ordentlich durchgeführt wurde. Jegliche Probleme, Konflikte und offene Rechnungen werden in der Regel auch in eurer Kontoübersicht bei PayPal und Co. übersichtlich aufgeführt.  Eine ähnliche betrügerische Masche wurde bereits Anfang 2014 praktiziert. Damals war der Absender jedoch ein „Michael Friedrich“, der Dienst, bei dem bezahlt werden sollte, hieß Apay AG. Um regelmäßig vor Spam- und Phishing-Fallen sowie weiteren Gefahren im Netz gefeit zu sein, empfiehlt sich ein regelmäßiger Blick auf die Plattform Mimikama.at.

Bildquelle: Ventura

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