Giropay24: E-Mail mit Mahnung und Anhang – Achtung Falle!

Selim Baykara 10

Eine dubiose Firma namens Giropay24 GmbH verschickt seit einiger Zeit deutschlandweit E-Mails mit einer Mahnung zur Zahlungsaufforderung. Wenn ihr ebenfalls eine solche Mahnung bekommen habt, solltet ihr umgehend handeln. So viel schon vorweg: Öffnet auf keinen Fall den Anhang – es handelt sich dabei um gefährliche Malware.

Video: Was ist Phishing?

Was bedeutet Phishing?

Deutschland wird derzeit von einer Online-Betrugswelle im großen Stil heimgesucht. Bereits seit einigen Monaten erhalten Verbraucher E-Mails von dubiosen Unternehmen, die sie per Mahnung zur Zahlung auffordern. Neben Firmen wie der Online Pay AG oder der Ebay-AG findet sich auch immer wieder die Giropay24 GmbH als Absender dieser Mahnungen. Die Masche ist im Prinzip aber immer gleich: Angeblich habe man eine ausstehende Zahlung nicht überwiesen und solle dies dringend nachholen – andernfalls würden hohe Mahngebühren drohen.

Giropay24: E-Mail mit Mahnung und Anhang – Vorsicht vor Phishing!

Bei den E-Mails, die ihr von Giropay24 erhaltet handelt es sich nicht um echte Mahnungen, sondern um einen Betrugsversuch. Ein Unternehmen namens Giropay24 existiert nicht – der Name soll vermutlich Assoziationen zu dem Bezahldienst Giropay wecken und dem Empfänger Seriosität vorgaukeln. Der Inhalt der Mails unterscheidet sich in einzelnen Details, im Großen und Ganzen geht es aber immer um das Gleiche: Euer Geld.

Eine typische Mail von Giropay24 sieht so aus:

In der E-Mail werden die Empfänger dazu aufgefordert, einen noch ausstehenden Geld-Betrag zum nächstmöglichen Termin an die Giropay24 GmbH zu überweisen – komme man dieser Forderung nicht nach, drohe ein Inkasso-Verfahren sowie zusätzliche Mahnkosten. Nähere Details zu den noch ausstehenden Posten soll man dem Anhang entnehmen, der eine detaillierte Rechnung enthalte. Hier die wichtigsten Merkmale an denen ihr die Mails erkennt:

  • Der Empfänger wird mit vollständigem Namen, Anschrift sowie der Telefonnummer genannt.
  • Bei den fraglichen Zahlungen handelt es sich zumeist um mittelhohe Euro-Beträge im zweistelligen Bereich.
  • Die Mahnung enthält eine relativ knapp bemessene Frist, in der die Zahlung zu entrichten ist.
  • Der Anhang mit der Rechnung enthält eine ZIP, EXE oder PDF-Datei.

Die Betrüger gehen durchaus clever vor: Viele Internet-Nutzer bestellen regelmäßig bei Online-Händlern wie Amazon und Ebay und nutzen dazu teilweise auch Bezahldienste wie PayPal – da kann man schon mal den Überblick verlieren, ob eine Rechnung bereits bezahlt ist. Die Mails der Giropay24 oder ähnlichen Unternehmen können daher durchaus plausibel wirken. Lasst euch davon aber nicht täuschen – es handelt sich hierbei um einen Phishing-Versuch von Online-Kriminellen!

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Phishing: Die fiesesten Tricks der Betrüger.

E-Mail mit Mahnbescheid erhalten – Das solltet ihr machen

Falls ihr eine E-Mail von der Giropay24 GmbH erhaltet, solltet ihr euch nicht einschüchtern lassen und nicht auf die Forderung eingehen. Mit der knappen Frist und der Aufforderung zur Zahlung wollen die Betrüger Druck aufbauen und euch dazu bringen, den Anhang zu öffnen – das solltet ihr auf keinen Fall machen!

  • Der Anhang enthält Malware, z.B. einen Trojaner, Viren oder ähnliche Schadsoftware.
  • Öffnet ihr den Anhang installiert sich diese Schadsoftware automatisch auf eurem Rechner.
  • Dadurch erhalten die Cyber-Kriminellen eventuell Zugriff auf euren Computer sowie sensible Informationen wie Passwörter oder Online-Banking-Daten.
  • Löscht daher die Mail umgehend ohne den Anhang zu öffnen.

Doku: Tatort Internet – die neuen Tricks der Betrüger

Interessant ist natürlich auch die Frage: Wie gelangen die Kriminellen eigentlich an die vollständigen Daten und die Adressen der Empfänger? Verschiedene Möglichkeiten um an Kundendaten im Internet zu kommen sind denkbar:

  • Eventuell haben die Betrüger die Datenbank von bekannten Unternehmen wie PayPal oder Ebay geknackt und die Daten dort geklaut.
  • Auch bei Gewinnspielen werden immer wieder Kundendaten abgefragt, die anschließend an Dritt-Firmen weiterverkauft werden.
  • Eine weitere beliebte Methode sind erfundene Meldungen bzw. Hoaxes in den sozialen Netzwerken. Nachrichten wie der angebliche Tod von Michael Schumacher locken Leser an, die anschließend ihre E-Mail-Adresse angeben müssen, um den (erfundenen) Beitrag zu lesen.

Generell empfiehlt sich also gut aufzupassen, wo genau man seine Daten im Netz angibt. Man kann nie wissen, wo sie später landen und es gibt genügend Betrüger wie die Giropay24 GmbH, die nur darauf warten euch übers Ohr zu hauen.

 

Giropay24: Anhang geöffnet – Was tun?

Wenn ihr die Mail von Giropay24 erhalten habt und aus Versehen den Anhang geöffnet habt, ist noch nicht alles verloren. Befolgt umgehend die folgenden Schritte:

  1. Startet einen Virenscanner und checkt euren gesamten Rechner.
  2. Einen Überblick über verschiedene Programme findet ihr hier: Antivirus Test – Sieger im Virenscanner Test.
  3. Entdeckte Schadsoftware solltet ihr dann sofort entfernen.
  4. Wie das geht, lest ihr hier: Trojaner entfernen – So kriegt ihr die Malware vom PC.
  5. Ändert danach sicherheitshalber alle sensiblen Daten, die ihr auf dem Rechner gespeichert habt. Dazu zählen: Passwörter, Login-Daten, sowie die Daten für das Online-Banking.

PayPal: Konto wird auf SEPA umgestellt - Achtung Phishing!

So schützt ihr euch vor Phishing und Betrug im Internet

Das Internet ist ein wahrer Tummelplatz für Online-Betrüger und Kriminelle aller Art – man darf also davon ausgehen, dass Mails wie die Mahnung der Giropay24 GmbH auch in Zukunft verschickt werden. Befolgt daher am besten die folgenden Tipps um euch abzusichern:

  • Seid generell immer misstrauisch, wenn ihr per Mail oder Online-Benachrichtigung zur Zahlung von Geldbeträgen aufgefordert werdet.
  • Das gilt vor allem dann, wenn ihr den Absender nicht kennt.
  • Wenn ihr nicht mit eurem vollständigen Namen (sondern einer allgemeinen Bezeichnung wie „Lieber Kunde“) angeredet werdet, ist das ein gutes Indiz dafür, dass es sich im Phishing handelt.
  • Die Giropay24 GmbH zeigt allerdings, dass das Gegenteil nicht unbedingt heißen muss, dass die Mail echt ist.
  • Überprüft euren Computer regelmäßig mit Anti-Viren Software.
  • Verwendet sichere Passwörter – um besonders sicher zu sein, solltet ihr die Passwörter zudem in regelmäßigen Abständen ändern.
  • Checkt die Glaubwürdigkeit der Mails, indem ihr die Namen der Absender bzw. betreffenden Firmen googelt.
  • Auch auf GIGA berichten wir zeitnah über aktuelle Phishing-Fälle und Online-Betrug.

Lest bei uns außerdem, was es mit dem Begriff Scamming auf sich hat. Wir zeigen euch daneben auch, wie ihr eine Abofalle kündigen könnt.

Bildquelle: Theft over the internet concept with a hand und malware via Shutterstock

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