Humming Bad: Malware erkennen und entfernen - so geht's

Selim Baykara

Humming Bad nennt sich der neueste Android-Virus, der derzeit weltweit für Kopfzerbrechen sorgt. Sicherheitsexperten zufolge sind inzwischen insgesamt 85 Millionen Geräte  befallen - darunter auch zehntausende Tablets und Smartphone in Deutschland. Lest hier, wie die Malware funktioniert, wie ihr Humming Bad erkennen und im Notfall von eurem Android-Gerät entfernen könnt.

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Die Malware Humming Bad wurde bereits im Februar von den Sicherheitsexperten von Check Point entdeckt. Die Schadsoftware verbreitet sich über rund 200 infizierte Apps im Google Play Store und soll inzwischen etwa 85 Millionen Geräte weltweit befallen haben. Darunter auch in Deutschland: Die Experten gehen davon aus, dass hierzulande rund 40.000 Geräte mit Humming Bad infiziert sind - seit Februar habe es 13 Millionen Angriffsversuche gegeben.

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Humming Bad: Malware rootet Android-Geräte

Humming Bad installiert sich über die infizierten Play Store Apps und versucht anschließend Zugriff auf das Smartphone/Tablet zu erlangen. Dabei wird ein Rootkit und verschiedene Exploits installiert, mit denen Humming Bad die eigenen Nutzerrechte hochstuft und das Mobilgerät übernimmt. Anschließend lädt Humming Bad im Hintergrund mobile Werbeanzeigen herunter und täuscht Klicks auf die Banner vor. Die Werbekunden werden dafür zur Kasse gebeten - mit der Betrugsmasche verdienen die Cyber-Kriminellen schätzungsweise 10.000 Dollar am Tag.

Verantwortlich für Humming Bad ist laut Check Point die chinesische Hacker-Gruppe YingMob. Die Gruppe soll sich Ressourcen und Technologie mit einer gleichnamigen Firma teilen, die ihr Geld mit Mobile Advertising macht.  YingMob ist übrigens kein gänzlich Unbekannter: Die Gruppe soll neben Humming Bad auch für die iOS-Malware  „YiSpecter“ verantwortlich sein.

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Humming Bad: Android-Virus erkennen

Leider haben die Sicherheits-Experten von Check Point nicht veröffentlicht, welche 200 Apps aus dem Google Play Store betroffen sind. Herkömmliche Android-Viren Scanner erkennen Humming Bad zudem nicht, außerdem tarnt sich die Malware recht gut: Der Trojaner Er taucht nicht als App-Icon auf dem Homescreen auf, auch wird das Mobilgerät nicht gesperrt. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die für einen Befall mit Humming Bad sprechen:

  • Wenn ihr plötzlich wesentlich mehr Werbung in Apps und im Browser seht als vorher, könnte Humming Bad das Android-Gerät infiziert haben.
  • Humming Bad lädt zudem weitere Apps auf das Smartphone um noch mehr Werbeeinnahmen zu generieren.
  • Wenn plötzlich Apps auf eurem Gerät auftauchen, die ihr nicht selbst installiert habt, könnte das ebenfalls für einen Befall mit Humming Bad sprechen.

Humming Bad entfernen - so geht’s

Hauptproblem bei Humming Bad: Derzeit erkennt kein Virenscanner für Android den Trojaner. Da die Malware zudem nicht in der App-Liste auftaucht, kann man die Schadsoftware nicht einfach deinstallieren. Die einzige Methode um Humming bad loszuwerden ist bislang daher ein vollständiges Zurücksetzen des Android-Geräts. Lest hier wie das funktioniert: Android-Handy auf Werkseinstellungen zurücksetzen - So macht ihr euer Smartphone komplett platt. Anschließend solltet ihr (sofern noch nicht geschehen) schleunigst einen Virenscanner installieren - früher oder später wird Humming Bad wohl erkannt werden.

Lest dazu diesen Artikel: Die besten Sicherheits-Apps für Android. Wir zeigen euch außerdem auch, was ihr machen könnt, wenn euch eine Malware zum Abschluss einer Abofalle verleitet.

Bildquellen: Georgejmclittle , argus

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