StreamGogo.de/streamago.de/boboflix.com/streamtox.com: Rechnung über 358,80 € pro Jahr - Was ist das?

Selim Baykara

Seit einiger Zeit ist eine ganze Reihe von Webseiten online, die unter den Adressen streamgogo.de, streamago.de, streamtox.com , boboflix.com  und streamnox.com Filme im Online-Stream anbietet. Viele Verbraucher lesen sich allerdings die Nutzungsbedingungen nicht aufmerksam durch. Mit bösen Folgen in Form einer Rechnung über 358, 80 Euro pro Jahr. Wir erklären, was dahintersteckt, ob es sich dabei um Betrug handelt und was ihr machen könnt, wenn ihr eine Mahnung bekommt.

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Die Webadressen streamgogo.de, streamago.de, streamtox.com , boboflix.com  und streamnox.com verweisen alle auf die gleiche Domain, auch wenn sich die URL jeweils ändert. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein ganzes Geflecht aus Webseiten, die jeweils das gleiche anbieten: Filme aus den Jahren 2002 bis 2017. Auffällig ist zunächst, dass das Erscheinungsbild der Seiten komplett identisch ist. Bereits vor einiger Zeit tauchten unter dem Namen mexkino.com oder kinopalast24.com ähnliche Seiten – das Geschäftsmodell ist aber gleich: Nutzer müssen sich zunächst registrieren und werden anschließend massiv unter Druck gesetzt und zu Geldzahlungen aufgefordert.

streamgogo.de, streamago.de, streamtox.com , boboflix.com  und streamnox.com: Was ist das?

Streaming-Webseiten wie streamgogo.de und Co. tauchen derzeit genauso schnell auf, wie sie wieder verschwinden. Bei der ganzen Masche handelt es sich nicht direkt um Betrug, wohl aber um eine geschickt aufgezogene Abo-Falle. Um die Filme auf der Seite zu streamen, muss man sich zunächst anmelden –  allerdings nicht gratis, sondern kostenpflichtig. Genau das wird aber teilweise verschwiegen.

So sieht das bei Streamago.de aus:

Streamago Abofalle

Im Kleingedruckten befinden sich die Nutzungsbedingungen, allerdings nur auf Englisch. Dort heißt es, dass nur die ersten 5 Tage kostenlos sind – danach wird ein monatlicher Betrag von 29,90 Euro fällig. Die Laufzeit beträgt 12 Monate und ist nicht kündbar. Insgesamt verlangen die Betreiber 358,80 Euro und verschicken entsprechende Mahnungen an Leute, die sich registriert haben.

  • Andere Webseiten wie streamtox.com zeigen den monatlichen Betrag auch schon bei der Registrierung an.
  • Teilweise werden nach der Testphase auch „nur“ 19,90 Euro pro Monat fällig – die Mahnung beläuft sich in diesem Fall auf 238.80 Euro pro Jahr.
  • Zahlreiche Nutzer berichten, dass sie teilweise mehrmals täglich telefonisch kontaktiert und zur Zahlung aufgefordert werden.
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Wer steckt hinter Streamago und Co.?

EIn Blick ins Impressum der jeweiligen Seiten zeigt, dass eine in Großbritannien ansässige Firma namens BIZCON LTD hinter den Domains steckt. Interessanterweise ist die Postadresse immer ein wenig unterschiedlich – manchmal sitzt die Firma in Coventry, ein anderes Mal in Wales. Auch die Geschäftsführer haben je nach Seite andere Namen und heißen mal Edwards Sian mal Nicola Dee. Man darf allerdings davon ausgehen, dass es sich in allen Fällen um die gleiche Firma handelt, die mit dieser Abzock-Masche gut verdient.

Sind StreamGogo.de, streamago.de, boboflix.com und streamtox.com legal oder ist das Betrug?

  • Von Betrug kann man bei den obigen Webseiten nicht direkt sprechen, da die Kosten ja erwähnt werden.
  • Außerdem muss der Nutzer bei Seiten wie Streamtox.de den Button „Jetzt kostenpflichtig“ klicken und damit bestätigen, dass er bereit ist zu zahlen.
  • Problematisch ist aber, dass die Nutzungsbedingungen auf Streamago.de nur in englischer Sprache vorhanden sind. Das dürfte nach deutschem Recht nicht zulässig sein.
  • Wer sich die AGB der Seiten durchliest, stellt fest, dass diese den Nutzer extrem einschränken – deshalb dürfte es auch fraglich sein, ob diese Seiten tatsächlich im rechtlich zulässigen Rahmen operieren.
  • Gerichtsurteile gibt es zu Streamtox.com und Co. derzeit aber noch nicht.

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Was tun wenn eine Mahnung kommt?

Disclaimer – die folgenden Tipps stellen keine Rechtsberatung dar.

Falls ihr euch unbeabsichtigt bei einer der obigen Seiten abgemeldet und jetzt eine Mahnung per Post erhalten habt, solltet ihr euch nicht unter Druck setzen lassen.

  • Wartet zunächst einige Tage ab und schaut, ob sich die Betreiber erneut melden.
  • Auch von wiederholten Telefonanrufe solltet ihr euch nicht einschüchtern lassen – erklärt, dass ihr von eurem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen wollt und von dem Vertrag zurücktretet.
  • Auf Zahlungsaufforderungen per Mail solltet ihr nicht reagieren – die Betreiber der Seiten möchten euch eventuell nur unter Druck setzen und dazu bewegen, so schnell wie möglich zu zahlen.
  • Falls ihr eine Rechnung vorliegen habt, solltet ihr diese rechtlich prüfen lassen.
  • Wenn ihr weiterhin belästigt werdet, empfiehlt es sich, professionellen Rechtsbeistand zu suchen und euch beraten zu lassen.

Wie habt ihr euch verhalten, als ihr eine Mahnung bekommen habt? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare! Damit helft ihr auch anderen Nutzern, die das gleiche Problem haben und sich im Moment ebenfalls fragen, was sie machen sollen.

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