Verfolgung in 4K: Dashcam Nextbase 612GW im Test

Johann Philipp 2

Seitdem die Aufnahmen von Dashcams vor Gericht zulässig sind, denken immer mehr Autofahrer darüber nach, sich eine Mini-Kamera fürs Auto zu kaufen. Die Auswahl an Modellen ist groß. Wir haben das Premium-Modell 612 GW der britischen Firma Nextbase getestet.

Die Ampel war doch für mich grün! Oder doch nicht? Mit einer Dashcam können Autofahrer bei einem Unfall solche Fragen klären. Seit kurzem ist das aufgenommene Material auch vor Gericht als Beweismittel zugelassen. Die Verkäufe der Mini-Kameras boomen daher. Nextbase ist Europas Markführer von Dashcams, aber erst ganz neu auf dem deutschen Markt. Die 612 GW ist ihr Highend-Modell und die erste Dashcam, die in Ultra-HD-Auflösung filmt.

Knapp 300 Euro kostet die Dashcam, nimmt in 4K auf und besitzt einen 3-Zoll-Touchscreen. Beschleunigungssensoren erkennen einen Umfall automatisch, zudem sind GPS und WLAN mit an Bord. Die Kamera wird unter dem Rückspiegel montiert und über den 5V-Anschluss mit Strom versorgt. Sobald man losfährt, startet auch die Aufnahme. Stellt man das Auto ab, schaltet sich die Kamera nach kurzer Zeit automatisch aus.

In Deutschland ist eine Dashcam allerdings nur erlaubt, wenn sie aussschließlich kurze Videos speichert, die sich ständig überschreiben. Ein anlassloses Dauerfilmen ist aus Datenschutzgründen verboten.

Genau da liegt die rechtliche Grauzone: Bei den meisten Dashcams werden die Aufnahmen erst überschrieben, wenn die Speicherkarte voll ist – so auch bei unserem Testgerät. Nach Meinung des BGH ist die Videoaufzeichnung aber trotz Verstoßes gegen das Datenschutzrecht im Einzelfall als Beweismittel verwertbar.

Nextbase 612GW im Test: Unser Fazit

Die Dashcam kann uns im Test überzeugen. Die Einrichtung funktioniert ohne Probleme, das Bild ist scharf und der Touchscreen reagiert zuverlässig. Auch die Halterung ist robust und hält die Kamera sicher an ihrem Platz.

Besonderer Vorteil: Während der Fahrt zeigt das Display die aktuelle Geschwindigkeit an und blendet das Video aus. Sobald man den Toucscreen kurz berührt, wird wieder das Bild angezeigt.

Zusätzlich zum festsitzenden Klebestreifen gibt es einen Saugnapf, falls man die Kamera in verschiedenen Fahrzeugen nutzen möchte. Punkten kann die Dashcam zudem mit cleveren Funktionen wie dem Parkmodus. Damit erkennt sie einen Parkrempler und startet daraufhin die Aufnahme.

Nachteile sind die geringe Qualität bei Nachtaufnahmen mit einem deutlichen Gelbstich, wie im folgenden Bild zu sehen. Der Funktionalität tut es aber keinen Abbruch.

Nextbase 612GW Testwertung

  • Bildqualität: 70 Prozent
  • Funktionsumfang: 80 Prozent
  • Bedienung: 80 Prozent
  • Anbringung im Fahrzeug: 70 Prozent

Gesamt: 75 Prozent

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Nextbase 612GW: Das hat uns gefallen

  • Automatisches Ein- und Ausschalten beim Starten und Abstellen des Fahrzeugs.
  • Bildqualität bei Tag.
  • Touchscreen.
  • GPS.
  • WLAN, um Videos auf das Smartphone zu übertragen.
  • Geschwindigkeitsanzeige im Display.
  • Robuste Halterung.
  • Die kostenlosen PC- und Mac-Software „Nextbase Replay 3“, mit der man die Aufnahmen analysiert.

Nextbase 612GW: Das fanden wir nicht so gut

  • Bildrauschen und Gelbstich bei Nachtaufnahmen.
  • Nextbase-App: Auf unserem iPhone 8 Plus häufig abgestürzt.
  • Die Kamera wird beim Filmen sehr heiß.

Nextbase 612GW: Gut zu wissen

  • HDMI-Ausgang an der Seite.
  • Unfall-Knopf speichert Dateien dauerhaft.
  • Große Speicherkarte mit hoher Schreibgeschwindigkeit notwendig (mindestens Class U3).
  • Bei Nachtaufnahmen auf 60 fps verzichten, um Bildrauschen zu reduzieren.

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