„Automodus“ geplant: Smartphones sollen Apps während der Fahrt blocken

Stefan Bubeck 4

Finger weg von Pokémon Go: Die US-Verkehrsbehörde schlägt im Sinne einer höheren Verkehrssicherheit einen „Fahrmodus“ für die Smartphones von Autofahrern vor, der ablenkende Apps stilllegen soll.

Wer bei Tempo 50 für fünf Sekunden auf ein Handy starrt, fährt rund 70 Meter, ohne dabei den Verkehr im Blick zu haben. Überall auf der Welt kennt man dieses Problem: Autofahrer nutzen ihr Smartphone während der Fahrt und werden unachtsam. In Deutschland plant Bundesverkehrsminister Dobrindt eine Erhöhung der Geldstrafen und eine Ausweitung des „Handyverbots“ auch auf Gerätegattungen wie Tablets und Videobrillen. Aus den USA kommt nun ein technisch orientierter Vorschlag.

Handy am Steuer: Kommt jetzt der „Automodus“?

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Die US-Verkehrsbehörde „National Highway Traffic Safety Administration“ (NHTSA) schlägt eine Verbesserung der Sicherheit in zwei Phasen vor, die sich an Smartphone-Hersteller wie Samsung und Apple richtet. Die erste Phase bezieht sich auf in Fahrzeuge integrierte Systeme, nun sind die Handys dran. Die Behörde wünscht sich ein „Pairing“ des Fahrerhandys mit dem Infotainmentsystem des Autos und eine starke Einschränkung der Funktionen des tragbaren Geräts. Alle potenziellen Ablenkungen sollen minimiert werden, am besten durch Abschalten bestimmter Funktionen.

Ein „Automodus“ soll erkennen, dass der Fahrer zu tun hat und ablenkende Grafiken, Text-Scrolling und Text-Tippen unterbinden. Social-Media-Content und Newsseiten sollen während der Fahrt blockiert werden. Als Vorbild gilt der „Flugmodus“, der Handys manuell offline stellt, wenn der Besitzer das möchte. So könnte auch der „Automodus“ eingeführt werden – eine gesetzliche Pflicht für Hersteller ist noch nicht in Sichtweite, die Ideen der Verkehrsbehörde sind formell betrachtet Empfehlungen.

Kampf der Ablenkung

In den USA ist die Nutzung von Handys am Steuer nicht grundsätzlich verboten – es kommt auf den jeweiligen Bundesstaat an, was erlaubt ist. „Während wieder Millionen von Amerikanern auf den Straßen unterwegs sind, um ihre Besorgungen für Thanksgiving zu machen, sind viel zu viele von ihnen durch Autofahrer gefährdet, die von ihren Handys abgelenkt werden,“ erläutert US-Verkehrsminister Anthony Foxx. „Ablenkung ist noch immer ein großes Problem. Zu viele Menschen sterben auf unseren Straßen oder werden verletzt.“

Niantic, der Hersteller von Pokémon Go, hat bereits ein „Speedlimit“ von 10,5 Stundenkilometern eingebaut: Die App brütet keine Eier mehr aus. Dem US-Verkehrsminister ist das wohl nicht genug: „Ich denke nicht, dass Pokémon Go etwas ist, das Fahrer benutzen sollten – egal bei welcher Geschwindigkeit.“

Quellen: Golem, New York Times

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