Betrug beim Schwebebus: Chinas Vorzeigeprojekt ist tot

Johann Philipp 2

Fiese Betrugsmasche in China: Das Unternehmen Huaying Kailai sammelte Geld, um mit einem riesigen Bus das Verkehrschaos in China zu beenden. Doch am Ende stellt sich heraus: Das Projekt sollte nie realisiert werden und das Unternehmen war nur an der Kohle interessiert. Was dem CEO jetzt droht:

Betrug beim Schwebebus: Chinas Vorzeigeprojekt ist tot
Bildquelle: China Xinhua News Twitter.

Weltweit wurde vom Schwebebus „Transit Elevated Bus“, kurz TEB, berichtet. Vor allem das Video, das den Bus in Aktion zeigt, wurde millionenfach geklickt. Das elektrisch betriebene 22-Meter-Monster sollte über im Stau stehenden Autos fahren und Platz für 300 Passagiere bieten. Letztes Jahr im Sommer wurde das Gefährt auf einer Teststrecke vorgestellt.

1,3 Milliarden US-Dollar eingesammelt

Das Unternehmen Huaying Kailai stellte die Kontakte zu möglichen Investoren her und kümmerte sich um die Finanzierung. Dazu starteten sie eine Fundraising-Kampagne und sammelten Geld bei Unterstützern ein. Der CEO Bai Zhiming sitzt nun zusammen mit 31 Kollegen im Knast. Ihnen wird illegale Kapitalbeschaffung vorgeworfen, indem sie den TEB benutzt haben, um Geld von privaten Investoren zu erlangen. Sie versprachen hohe Renditen von 12 Prozent, wenn mindestens 150.000 US-Dollar in das Projekt investiert wurden. Den Betrügern war aber von Beginn an klar, dass der Bus niemals auf die Straße kommen würde.

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TEB abgeschleppt und Teststrecke abgerissen

Doch die Rendite dürfte den Unterstützern des Projekts mittlerweile ziemlich egal sein, sie wollen ihr Geld zurück. Bis zur Serienreife wird es nämlich nicht mehr kommen. Die 300 Meter lange Teststrecke wurde abgerissen und der Prototyp des Busses vergammelt jetzt buchstäblich auf dem Abstellgleis. Die chinesischen Behörden versuchen nun an das Geld zu kommen, um es den Investoren zurückzugeben. Daher bitten sie alle Unterstützer, sich bei ihnen zu melden.

Vorzeigeprojekt gegen Verkehrschaos

Der acht Meter breite und 4,5 Meter hohe Bus sollte über Schienen auf der Straße einfach über die stehenden Autos im Stau hinwegfahren. Unter ihm blieb Platz für zwei Fahrspuren und bis zu 2 Meter hohe Fahrzeuge. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete stolz, dass auch andere Länder wie Brasilien und Indien großes Interesse am Bus hätten. Doch ob das Gefährt überhaupt unter realen Bedingungen funktioniert hätte, bezweifelten Experten schon bei der Vorstellung im letzten Jahr.

Quelle: The Verge, Quartz

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