Das größte Elektrofahrzeug der Welt produziert mehr Strom als es verbraucht

Johann Philipp

45 Tonnen Gewicht und ein 700-kWh-Akku. Der Schwerlast-Muldenkipper von Komatsu ist das größte Elektroauto der Welt.

Das größte Elektrofahrzeug der Welt produziert mehr Strom als es verbraucht
Bildquelle: Komatsu (Symbolbild).

Zwei Schweizer Unternehmen bauen den Muldenkipper zu einem Elektrofahrzeug um, aber nicht zu irgendeinem, sondern zum stärksten und größten weltweit. Die Basis bildet ein Komatsu HD 605-7, der hauptsächlich in Steinbrüchen und Minen eingesetzt wird. Er kann bis zu 65 Tonnen Nutzlast tragen und wiegt damit insgesamt bis zu 110 Tonnen. Um dieses Gewicht bewegen zu können, braucht es einen etwas größeren Akku. Genauer gesagt den Größten, der je in ein Fahrzeug gebaut wurde: Er wiegt mehr als ein normaler Pkw und schafft die Kapazität von mehr als 9 Batterien eines Tesla Model S.

4,5 Tonnen Akku mit 700 kWh

Als Energiespeicher wird ein Akkusystem mit 1.440 Zellen verbaut. Es wiegt rund 4,5 Tonnen und erreicht eine Kapazität von 700 kWh. Damit würde ein Tesla rund 3.700 Kilometer weit kommen – theoretisch. Wie weit der Baustellen-Riese damit kommt, ist nicht bekannt – allerdings sind die Entwickler stolz darauf zu verkünden, dass ihr Fahrzeug mehr Strom produziert, als es verbraucht. Wie das funktioniert?

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Elektroautos: Wer bietet am meisten Reichweite fürs Geld?

Bremsenergie wird zurückgewonnen

Das Zauberwort lautet Rekuperation. Diese Technik nutzt quasi jedes Elektro- und Hybridauto. Dabei wird die Bremsenergie genutzt, um den Akku wieder aufzuladen. Die Strecke, die der Komatsu täglich zurücklegt, ist dafür wie gemacht. Der Kipper wird in einem Steinbruch beladen und schafft seine Ladung dann bergab zu einem Zementwerk. Bei der Fahrt wird durch sein enormes Gewicht so viel Energie erzeugt, dass er ohne Probleme 20 Ladungen pro Tag schaffen soll, ohne Nachladen. Es geht sogar noch einen Schritt weiter: Die nicht benötigte Energie soll bis zu 200 kWh pro Tag betragen und könnte in das lokale Stromnetz eingespeist werden. Die Betreiber profitieren dadurch doppelt: Ihr Fahrzeug fährt emissionsfrei und erzeugt den benötigten Strom selbst.

Ab Herbst im Einsatz

Im Realbetrieb wird der erste E-Muldenkipper ab diesem Herbst zum Einsatz kommen. Wenn sich der Einsatz als erfolgreich herausstellt, sollen bis zu acht weitere Modelle für den Steinbruch bestellt werden.

Quelle: E Dumper, via: Golem

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung