E-Bike-Fahrer ein Risiko? Erstes Bundesland reagiert auf steigende Unfallzahlen

Peter Hryciuk 11

Immer mehr Leute kaufen sich ein E-Bike statt ein normales Fahrrad. Dadurch können auch Menschen, die sonst nicht so schnell mit einem normalen Fahrrad fahren, Geschwindigkeiten von über 25 km/h erreichen. Die steigenden Unfallzahlen sind aber besorgniserregend, sodass Baden-Württemberg nun ein neues Projekt startet.

Sicher E-Biken: Kostenlose Fahrsicherheitstrainings geplant

Im Jahre 2018 wurden deutschlandweit fast eine Million E-Bikes verkauft – Tendenz steigend. Durch das höhere Tempo passieren aber auch immer mehr Unfälle. Allein im Südwesten sind im vergangenen Jahr 15 E-Bike-Fahrer gestorben. Zusätzlich gab es noch unzählige Unfälle ohne Todesfolge. Auf die steigenden Unfallzahlen reagiert nun das Bundesland Baden-Württemberg. In einer Testphase bieten der „Württembergische Radsportverband“ (WRSV) und der „Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Baden-Württemberg“ (ADFC BW) kostenlose Fahrsicherheitstrainings an. Ab diesem Sommer wird es in Heilbronn, im Landkreis Heilbronn und an einem weiteren Ort, der noch nicht bekannt ist, diese drei- bis vierstündigen Kurse geben.

Das Verkehrsministerium fördert das Projekt mit 800.000 Euro und hofft „… dass jeder Pedelec-Nutzer in Baden-Württemberg künftig an einem kostenlosen Fahrsicherheitstraining in seiner Region teilnehmen kann“ – so Minister Winfried Hermann gegenüber der Stuttgarter-Zeitung.

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E-Bikes in Deutschland: Für einige zu schnell, für andere zu langsam

Die Meinung der GIGA-Leser ist gespalten. Während die steigenden Unfallzahlen dafür sprechen, das viele Pedelec-Fahrer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h überfordert sind, wollen viele noch schneller auf den Fahrradwegen fahren. Am besten ohne Helm, Versicherungskennzeichen und Führerschein. Was viele nicht bedenken: Die anderen Verkehrsteilnehmer rechnen nicht damit, dass ein Fahrrad so schnell unterwegs ist. Ich kann das aus eigener Erfahrung sagen, da meine Mutter an einer Kreuzung von einem Autofahrer angefahren wurde, weil dieser noch vor ihr einbiegen wollte und nicht mit dem schnellen Antritt ihres E-Bikes gerechnet hat.

Meine Meinung? Ich als Motorradfahrer werde fast bei jeder Ausfahrt übersehen und gerate trotz zurückhaltender Fahrweise dauernd in brenzliche Situationen. 25 km/h mit einem E-Bike auf Radwegen ohne Führerschein und Helm halte ich für ausreichend. Wer schneller fahren will, muss sich eines der Power-E-Bikes holen, die auf der Straße mit bis zu 45 km/h fahren dürfen. Dann aber mit Helm, Versicherung und Führerschein, so wie es bei einem Roller oder Mofa auch Pflicht ist.

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