Elektroautos: Trotz 4000 Euro-Geschenk immer noch wenig Käufer

Stefan Bubeck 1

Die Regierung verschenkt Geld in Millionenhöhe, aber kaum jemand holt es sich – die ernüchternde Zwischenbilanz zur Elektromobilität (Umweltbonus) ist da und wir haben reingeschaut.

Elektroautos: Trotz 4000 Euro-Geschenk immer noch wenig Käufer

Der Bund versucht, den flächendeckenden Wechsel von Verbrennungsmotoren auf Hybrid- oder reine Elektroantriebe anzuschieben und eines der Mittel ist der sogenannte Umweltbonus. Bei der Neuanschaffung von Elektrofahrzeugen, aufladbaren Hybridelektrokraftfahrzeugen und Wasserstoff-/Brennstoffzellenfahrzeugen erhält man in Deutschland als Käufer bis zu 4000 Euro Prämie, die vom Bund und vom Hersteller bezahlt werden.

Nun wurde die „Zwischenbilanz Elektromobilität (Umweltbonus) des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“ veröffentlicht und zeigt, dass das Interesse trotz der Förderung noch schwach ist.

Kaufprämie für Elektroautos: Die wichtigsten Zahlen aus der Zwischenbilanz

  • Nur 9023 Anträge auf den Umweltbonus wurden seit der Einführung Anfang Juli 2016 gestellt
  • Die Anträge teilen sich auf in: 5.129 Anträge für reine Batterieelektrofahrzeuge und 3.892 Anträge für Plug-In Hybride und zwei Anträge für Brennstoffzellenfahrzeuge
  • BMW führt mit 2.592 Anträgen die Top 10 der Hersteller an, es folgen Renault (1.658), Audi (1.188) und VW (887)
  • Führende Fahrzeugmodelle sind der BMW i3 (1.567 Anträge) und der Audi A3 (1.188 Anträge). Der VW e-Golf ist weit abgeschlagen (189 Anträge)
  • Tesla ist in Sachen Elektroautos zwar weltweit bekannt, geht in der Statistik allerdings unter. Für das Model „S Base“ wurden im letzten halben Jahr nur 82 Anträge eingereicht
  • Teslas besser ausgestattete Modelle oder Hybrid-Fahrzeuge von Porsche fehlen in der Liste: Die Prämie gibt es nur für Modelle unter einem Preis von 60.000 Euro
  • Die Gesamtzahl der Anträge teilt sich ungefähr fifty-fifty zwischen Privatpersonen und Unternehmen auf

 

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ist trotz der vorliegenden Bilanz zuversichtlich und erwartet den Durchbruch der neuen Technologien. Es sei eine Frage der Zeit, die Akzeptanz müsse auch weiter wachsen. Es fehle „ein Stück Dynamik“, was ganz natürlich sei, sagte Dobrindt der Nachrichtenagentur dpa. „Nur wegen einer Prämie kauft man sich nicht einfach gleich ein neues Auto.“ Zunächst müsse Interesse geweckt werden, auch das Alter des bestehenden Fahrzeugs spiele eine Rolle. Zu wenige Modellvarianten bei Elektroautos seien ein weiteres Problem.

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IG Metall-Chef Jörg Hofmann stimmt zu: „Wenn die Aussagen der Hersteller zutreffen, werden wir viel schneller in die Vollelektrifizierung gehen und der Hybrid wird nur noch in der Premiumklasse weiterhin eine Rolle spielen. Das wirft für die Volumenhersteller ein ganz anderes Szenario auf.“

Die Elektroauto-Revolution kommt also – wir müssen nur geduldig sein.

Quelle:  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

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